Das sieht der LNVP 2013-2017-Entwurf vor

Der LNVP ist der sogenannte „landesweite Nahverkehrsplan“ Schleswig-Holsteins, welcher regelmäßig von der LVS veröffentlicht wird. Zu den Aufgaben der LVS gehören (nach ÖPNV-Gesetz Schleswig-Holstein vom 1.1.1996) u.a. die Infrastrukturplanung, die Stationen, die Weiterentwicklung des SH-Tarifes und eben der LNVP. Davon gibt es für den kommenden Zeitraum 2013-2017 nun einen Entwurf. Was der für das Hamburger Schnellbahnnetz im Einzelnen vorsieht, wird nachfolgend erläutert.

Szenario 1: Offensive Nahverkehr

Die Landesregierung SH will mit der sogenannten „Offensive Nahverkehr“ den Nahverkehr in Schleswig-Holstein verbessern. Das Ziel: Mehr Menschen sollen Bus und Bahn nutzen. Alle Vorhaben dieses Szenarios sollen während der LNVP-Laufzeit umgesetzt oder beschlossen werden.

Die Strecke Hamburg – Eidelstedt – Kaltenkirchen soll elektrifiziert und von der S21 bedient werden. Bis Quickborn soll ein 10 Minuten-Takt angeboten werden, jeder zweite Zug fährt bis Kaltenkirchen (also alle 20 Minuten). Der Abschnitt Kaltenkirchen – Neumünster (heute A1) soll durch die AKN Neumünster – Kaltenkirchen – Norderstedt bedient werden [Zusammenlegung von A1 und A2?]. Der LNVP rechnet von 30.000 bis 50.000 Personenkilometern Mehrverkehr auf dieser Linie und mit Betriebskosten zwischen 2,5 und 5 Millionen Euro. Die Abschreibung und der Unterhalt für die Neuinvestition pro Jahr wird über 3 Millionen Euro betragen. [S.67]

Die Strecke Hamburg – Lübeck soll bis Bad Oldesloe anstatt von Regionalverkehrszügen durch die S-Bahn S4 ersetzt werden. Diese soll im 10 Minuten-Takt bis Ahrensburg, im 20 Minuten-Takt bis Bargteheide und im Stundentakt bis Bad Oldesloe fahren. Näheres zum Mehrverkehr gegenüber des aktuellen Ist-Zustandes, und den Kosten ist noch nicht bekannt. Jedoch soll mit diesem Projekt der Hamburger Hauptbahnhof entlastet werden, ebenso die Fernbahngleise zwischen Ahrensburg und Hamburg. [S.67]

Szenario 2: Plus 50 Prozent

Dieser Plan sieht die Erhöhung des Marktanteils von Bus und Bahn um 50% vor, also eine Beschleunigung des aktuellen Wachstums. Alle Vorschläge sind nicht durchgeplant und auch noch nicht finanziert, sind aber generell umsetzbar. Es handele sich dabei „nicht um Visionen, sondern um Denk- und Entscheidungsanstöße für die (politische) Diskussion der kommenden Jahre und Jahrzehnte“ [S.127]. Eine Kosten-Nutzen-Analyse steht noch aus. Dieses Szenario bedingt „eine deutlich bessere Finanzmittelausstattung des Nahverkehrs“ [S.147], welche wahrscheinlich ausbleiben wird. Von daher ist Szenario 1 das durchaus realistischere (wobei: Wer weiß schon wie die Zukunft aussehen wird?) von beiden.

Die Strecke Hamburg-Bergedorf – Nettelnburg – Geesthacht soll reaktiviert und in das S-Bahn-Netz integriert werden. Dabei sollen mehrere neue Stationen entstehen, die Linie soll bis Altona(-Nord) geführt werden. Die Bedienung zwischen Bergedorf-Süd und Geesthacht soll im 20 Minuten-Takt und der Abschnitt Altona – Bergedorf-Süd im 10 Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit geschehen. Erwartet wird eine Steigerung um mehr als 50.000 Personenkilometer Mehrverkehr, 2,5 bis 5 Millionen Euro jährliche Betriebskosten und mehr als 3 Millionen Euro jährlich für die Abschreibung und den Unterhalt für die Neuinvestition. [S.132]

S4-Ost: Die Regionalbahnlinien Itzehoe – Elmshorn – Hamburg und Kellinghusen/Wrist – Elmshorn – Hamburg sollen in das S-Bahn-Netz (Zweisystem-Netz [also per Oberleitung]) eingebunden werden: Alle 20 Minuten bis Elmshorn, alle 60 Minuten bis Heide [bzw. Itzehoe] und auch alle 60 Minuten nach Kellinghusen. Erwartet wird eine Steigerung der Personenkilometer (Mehrverkehr) um mehr als 50.000 pro Jahr, Betriebskosten zwischen 1 und 2,5 Millionen Euro sowie jährliche Kosten (für Abschreibung und Unterhalt) von 2 bis 3 Millionen Euro. [S.132]

AKN: Die A1 Eidelstedt – Kaltenkirchen soll wie in Szenario 1 durch die S21 ersetzt werden. Der Takt soll in der HVZ bis Kaltenkirchen auf einen 10 Minuten-Takt verdichtet werden. Die A2 soll zwischen Norderstedt Mitte und Ulzburg Süd (also komplett) durch die Verlängerung der Linie U1 ersetzt werden. Erwartet werden hierbei eine Steigerung der Personenkilometer um 20.000 bis 50.000, Betriebskosten von 2,5 bis 5 Millionen Euro und weitere jährliche Kosten für Abschreibung und Unterhalt von mehr als 3 Millionen Euro. [S.133]

Quelle: Entwurf des LNVP 2013-2017 (nah.sh/LVS)