Kommentar: Barrierefreier Ausbau! Und zwar sofort!


Immer wieder sind Fahrgäste überzeugt, dass IHRE Haltestelle diejenige ist, die am weitesten oben auf der Liste des Ausbauprogrammms stehen müsste. „Wann ist denn endlich Langenhorn Nord dran“, fragt sich auch die Politik (vor allem Klaus-Peter-Hesse, CDU), was sich in diversen schriftlichen Anfragen ( zum (Un?)sinn der frühen Bahnsteigerhöhung zeigt. Aber auch ein paar Nachfragen verstecken sich in seinen schriftlichen kleinen Anfragen vom 24.01.2014 (DS 20/10629), 31.07.2013 (DS 20/8806), 11.06.2013 (DS 20/8379), 02.05.2013 (DS 20/7863), 11.04.2012 (DS 20/3796) und 23.03.2012 (DS 20/3614).

Dass sich die Politik um den Ausbau kümmert und kritisch nachfragt ist ja in Ordnung. Aber die Nachfragen der Kunden wie „Warum wird Haltestelle XY nicht ausgebaut“ oder eben die Frage nach dem Wann taucht immer wieder auf. Man sollte sich endlich damit abfinden, dass es eine Reihenfolge gibt, die auch so kommuniziert wird. Ich interessiere mich nicht für irgendwelche Schätzungen, sondern für echte „Termine“ für Aufzugeinbauten. Außerdem werden die Termine bzw. die Wichtigkeit mit den entsprechenden Verbänden abgesprochen.

Auch ich würde sagen: Warum ist „meine Haushaltestelle“ Fuhlsbüttel Nord denn nicht barrierefrei? Nicht, dass ich (momentan) auf einen Aufzug angewiesen wäre, aber es kommt freitags regelmäßig dazu, dass bei uns die Züge entleert werden müssen (genaugenommen 1 morgens und 8 am frühen Nachmittag). Die müssen geräumt werden – und was ist, wenn jemand mit seinem Rollstuhl (den motorisierten) Fuhlsbüttel verpasst hat, um den nächsten Zug zu nehmen? Es ist etwas konstruiert, aber eigentlich hätte diese Haltestelle es ja auch verdient, vielleicht mehr als Ahrensburg West. Sogar die Ersatzverkehre lässt man immer von Fuhlsbüttel oder Langenhorn Markt laufen, eben deswegen.

Aber: ALLE Haltestellen werden barrierefrei ausgebaut. Bis in die 2020er-Jahre, wobei Landungsbrücken aufgrund von Absprachen mit dem Denkmalamt als eine der letzten Haltestellen kommt (zur Information: Es ist zur Zeit angedacht, wegen der Kurvenlage die Haltestelle um ca. 50m gen Baumwall zu verlegen). Das ist im Übrigen auch die Antwort der HOCHBAHN auf die „vielfältigen“ Wünsche.

„Aber das geht alles viel zu LANGSAM!!! Das kann doch nicht so schwer sein und so lange dauern.“ Doch doch, es ist eben nicht so, dass man den Aufzug aufstellen kann, wie eine Litfaßsäule. Durchbrüche müssen gemacht werden, Bahnsteigkanten abgebrochen und neu errichtet werden und und und… Günstig ist es übrigens auch nicht. Aber selbst wenn man die Manpower aufbringen würde: Um ein ein- bis zweiwöchigen Stillstand des ganzen U-Bahn-Netzes (außer der U4) käme man wohl nicht herum. Muss ja irgendwann gearbeitet werden. Aber auch das ist verkehrt.

Also… – ein Fazit: Der barrierefreie Ausbau der U-Bahn-Haltestellen läuft bisher in einem guten Tempo, 2016 baut man noch mehr um (10 Stück), damit man „zeitnah“ fertig wird. Ein sofortiger Umbau aller noch nicht barrierefreien Haltestellen zu fordern oder der HOCHBAHN vorzugeben, welche doch aus persönlichen Gründen gerade so wichtig sein mag, ist also absoluter Schwachsinn.

PS: Auch wenn jetzt entgegen meiner Kritik eine Forderung vorgestellt wird, dass meine Haltestelle aufgrund der dort endenden Züge „allerhöchste“ Priorität haben müsste, ist das nicht mein persönlicher Wunsch, sondern eine objektive Betrachtung, warum ein Ausbau eigentlich sinnvoll wäre. Die HOCHBAHN geht da gewissenhaft vor, vor allem bedarf das alles einer längeren Planung. Für mich spielen die paar Jahre keine Rolle. Alles was ich in diesem Fall fordern würde wäre eine Teilerhöhung. Denn die würde Sinn ergeben.

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