Innovationslinie 109 gestartet: HOCHBAHN VisionAir


Heute fiel der Startschuss für „Europas erste Innovationslinie“, welche mit Bussen mit alternativen Antriebstechnologien gefahren wird. Die 109 führt von U Alsterdorf zum Hauptbahnhof.

Im folgenden die Originalpressemeldung der HOCHBAHN mit allen relevanten Details zur neuen alten Linie:

Innovative Antriebstechnologien im realen Vergleichstest

Die Zukunft auf einer Linie – heute fiel der Startschuss für die Innovationslinie 109 in Hamburg. Zum ersten Mal geht damit in Deutschland eine Bus-Linie in den Fahrgastbetrieb, die ausschließlich durch Busse mit innovativen Antriebstechnologien bedient werden soll. Verschiedene Typen von modernen und umweltfreundlichen Zukunftsbussen können unter identischen Rahmenbedingungen auf der Bus-Linie 109 getestet, verglichen und wissenschaftlich bewertet werden. Den Startschuss gaben Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Verkehrssenator Frank Horch, HOCHBAHN-Chef Günter Elste sowie Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, des Bundesumweltministeriums und der Fahrzeugindustrie.

Olaf Scholz: „Die Innovationslinie in Hamburg wird uns wichtige Erkenntnisse bringen, um die Entwicklung umweltfreundlicher und ressourcenschonender Busse zu beschleunigen. Das Ziel, ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse anzuschaffen, wird damit greifbar. Wir freuen uns über die gute Kooperation zwischen der Industrie und der HOCHBAHN, die auch in diesem Projekt zum Ausdruck kommt. Damit ist Hamburg ein sehr gutes Entwicklungslabor für moderne Antriebstechnologien im Busbereich.“

Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium betonte anlässlich des Startschusses der Innovationslinie: „Zu zukunftsfähiger Mobilität gehört auch ein umweltfreundlicher und attraktiver ÖPNV. Verkehrsunternehmen haben es in der Hand, mit der Wahl ihrer Fahrzeuge einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und dabei gleichzeitig die Luftqualität in den Städten zu verbessern sowie den Verkehrslärm zu reduzieren. Mit der Innovationslinie 109 ist die Hamburger Hochbahn AG ein Vorreiter bei der Nutzung innovativer und sauberer Busantriebe. Insbesondere vor dem Hintergrund des von der Bundesregierung gerade verabschiedeten Klimaaktionsprogramms 2020 freue ich mich, dass die Förderung des Bundesumweltministeriums zu diesem interessanten und zukunftsweisenden Projekt beiträgt.“

Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium: „Ein gut funktionierender ÖPNV ist Garant für eine nachhaltige und moderne Stadtmobilität. Durch den Einsatz innovativer, leiser und emissionsarmer Technologien können wir die Attraktivität des Angebots noch einmal deutlich steigern. Das Bundesverkehrsministerium fördert deshalb den Einsatz innovativer Antriebe für Stadtbusse und die Integration neuer Technologien in die Fahrzeugflotten der Verkehrsbetriebe im Praxistest. Alleine für den Einsatz innovativer Bus-Antriebssysteme in Hamburg haben wir uns seit Beginn der letzten Legislaturperiode mit mehr als zehn Millionen Euro engagiert. Insgesamt fördern wir die Elektromobilität in Hamburg mit über 41 Millionen Euro. Unsere bundesweiten Modellprojekte haben gezeigt, dass sich der Busverkehr im ÖPNV für die Elektromobilität gut eignet und bei den Nutzern positiven Anklang findet. Ich freue mich, dass sich nun auch die Hamburger auf der Innovationslinie 109 von den Vorteilen dieser neuen Technologien überzeugen können. Die Linie hat das Zeug zum Zukunftsmodell.“

Günter Elste: „Mit der Innovationslinie 109 haben wir eine innerstädtische Linie von rund zehn Kilometern Länge ausgesucht, um eine gute Basis zu haben, die verschiedenen Technologien unter identischen Rahmenbedingungen zu testen. Gleichzeitig ermöglicht der konzentrierte Einsatz auf einer Linie, dass die innovativen Antriebstechnologien auch stärker wahrgenommen werden können. Damit demonstrieren wir auch, was wir mit elektrischen Antrieben erreichen wollen und können – eine höhere Lebensqualität in der Stadt.“

Weltpremiere auf wichtiger innerstädtischer Verbindung

Die Innovationslinie 109 startet am neuen Elektrobus-Terminal in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs, fährt parallel zur Alster und dann in nördlicher Richtung bis zur Endhaltestelle in Alsterdorf. Dabei durchfährt sie zum Teil dicht besiedelte innerstädtische Wohn- und Arbeitsquartiere. Mehr als 15 000 Fahrgäste nutzen werktäglich diese wichtige Hamburger Bus-Linie. Mit einer Länge von rund zehn Kilometern ist die Strecke zudem gut geeignet für eine verlässliche, weitgehend elektrische Bedienung mit den Elektro-Hybridbussen (Plug-in-Technologie).

Von links nach rechts: Solaris Urbino Electric (neu!), Citraro-Wasserstoffbus (ex Sauberbus) und Volvo PHEV -  Quelle & (C): HOCHBAHN
Von links nach rechts: Solaris Urbino Electric (neu!), Citraro-Wasserstoffbus (ex Sauberbus) und Volvo PHEV – Quelle & (C): HOCHBAHN

Neben den Elektro-Hybridbussen von Volvo kommen die in Hamburg schon sehr bekannten Brennstoffzellenhybridbusse von Mercedes-Benz und diesel-elektrischen Hybridbusse zum Einsatz. Als Referenzfahrzeuge für den wissenschaftlichen Vergleich mit den eingesetzten innovativen Fahrzeugen werden auch gezielt konventionelle Dieselbusse auf der Linie verkehren. Seine Weltpremiere wird auf der Innovationslinie 109 das neueste Modell von Solaris – der Batteriebus mit Brennstoffzelle als Range-Extender – haben. Der Gelenkbus Solaris Urbino electric verbindet die Batterietechnologie mit der Brennstoffzellen-/Wasserstofftechnologie. Vom Einsatz dieses Busses verspricht sich die HOCHBAHN noch mehr Flexibilität bei der Nutzung innovativer Antriebstechnologien.

Umweltfreundliche HOCHBAHN-Flotte wird weiter ausgebaut

Mit den neuesten Fahrzeugen baut die HOCHBAHN ihre Flotte mit innovativ angetriebenen Bussen konzernweit auf insgesamt 65 Fahrzeuge aus. In Kürze sollen noch zwei weitere Elektro-Hybridbusse von Volvo, ein weiterer Batteriebus mit Brennstoffzelle sowie perpektivisch drei reine Batteriebusse hinzukommen.

Die HOCHBAHN setzt damit den Weg in Richtung Elektromobilität konsequent fort. Neben den positiven Effekten wie geringere Schadstoff- und Lärmemissionen weisen die eingesetzten Fahrzeuge auch einen direkten Nutzen für den Fahrgast auf. So zeichnen sich die rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge dadurch aus, dass sie auch im Innenraum deutlich leiser als konventionelle Dieselbusse sind und sehr fahrgastfreundlich ohne Ruckeln beschleunigen.

Relevante Antriebstechnologien im Vergleichstest

Gustav Tuschen, Leiter Entwicklung Daimler Buses: „Mit der Innovationslinie 109 zeigt sich Hamburg ein weiteres Mal als Triebfeder für den technischen Fortschritt im Busbereich. Die HOCHBAHN hat dabei auch umfassende Erfahrungen mit den Brennstoffzellenbussen von Mercedes-Benz gesammelt. Wir freuen uns, dass die aktuelle Generation, der Mercedes-Benz Citaro FuelCELL-Hybrid, bei der Erprobung auf der Innovationslinie dabei ist. Diese Busse fahren emissionsfrei, flüsterleise und ressourcenschonend. Dabei haben sie eine Flexibilität ähnlich dem Dieselbus, da sie ihren Strom direkt an Bord selbst erzeugen. Wir sind sicher, dass die Brennstoffzellenbusse von Mercedes-Benz in der nächsten Entwicklungsstufe auch bei Verbrauch, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit dem Dieselbus immer näher kommen.“

Olof Persson, Präsident und Vorstandsvorsitzender der Volvo Gruppe: „Wir freuen uns, dass unsere neuen Elektro-Hybridbusse auf der Innovationslinie 109 fahren werden. Für uns stellen die Elektro-Hybridbusse den aktuellen Höhepunkt unserer erfolgreichen Kooperation mit der Hamburger Hochbahn AG dar. Zusammen haben wir ein gemeinsames Ziel erreicht, den ÖPNV effizienter, leiser und nachhaltiger zu gestalten. Wir werden unsere Zusammenarbeit hier in Hamburg mit umweltfreundlichen, geräuscharmen Fahrzeugen fortsetzen.“

Dr. Dariusz Michalak: „Der neue Solaris Urbino electric ist ein Batteriebus mit Brennstoffzelle. Die Batterien sind die hauptsächliche Energiequelle. Sie werden kontinuierlich durch die Brennstoffzelle nachgeladen. Dies ermöglicht einen durchgehenden Tageseinsatz ohne Nachladen oder Betankung. Wir freuen uns, als mittelständisches Familienunternehmen die HOCHBAHN und die Freie und Hansestadt Hamburg in ihren Klimazielen zu unterstützen. Mit seiner Länge von 18,75 Metern bietet der Solaris Urbino electric eine Perspektive für den Einsatz emissionsfreier Busse auch auf stark nachgefragten Buslinien.“

Martin Schmitz, Geschäftsführer Technik des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV): „Der Einsatz von Elektrobussen im deutschen ÖPNV entwickelt sich stetig: Inzwischen gibt es bundesweit rund 20 Projekte, weitere werden in den kommenden Monaten folgen. Die Innovationslinie der HOCHBAHN nimmt dabei sicherlich eine besondere Stellung ein, denn nirgendwo sonst gibt es einen vergleichbar umfangreichen Fahrzeugtest unter realen Bedingungen. Die HOCHBAHN zeigt damit stellvertretend für die gesamte Branche, wie ernsthaft und nachhaltig unsere Unternehmen diese neue Technologie auf ihre Alltagstauglichkeit prüfen.“

Auswertung mit wissenschaftlicher Begleitung

Mit dem Betrieb der Innovationslinie will die HOCHBAHN gemeinsam mit den Herstellern Erkenntnisse sammeln, wie sich die einzelnen Technologien in spezifischen betrieblichen Zusammenhängen darstellen. Dabei spielen unter anderem Energieverbrauch, Verfügbarkeit der Fahrzeuge und Emissionseinsparungen eine wichtige Rolle. Die Evaluation des Testbetriebs auf der Innovationslinie 109 erfolgt nach mit der Industrie abgestimmten Kriterien. Die Bewertung wird zusätzlich durch das Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme auditiert. Aber auch die Fakultät Technik und Information der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg unterstützt die Bewertung. Die Erkenntnisse des Testbetriebs auf der Innovationslinie 109 sollen in künftige Investitionsentscheidungen einfließen.

Der Startpunkt der Innovationslinie 109 liegt im Zentrum der Hansestadt. In östlicher Verlängerung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) hat die HOCHBAHN ein neues Elektrobus-Terminal errichtet. Dieses wird in der Endausbaustufe 2015 Platz für bis zu zwölf Busse bieten. Hier ist auch die Ladeinfrastruktur (zwei Lademasten mit Pantografen und Trafohaus) für die Elektro-Hybrid- und Batteriebusse untergebracht. Die Stromversorgung erfolgt durch das Unterwerk der U3 Hauptbahnhof Süd. Zwei weitere Lademasten stehen an der Endhaltestelle der Innovationslinie 109 in AIsterdorf.

Logo der Kampagne zur Linie 109: Unser Antrieb für Hamburg - HOCHBAHN VisionAir. Das Erkennungszeichen der Innovationslinie 109. Quelle & (C): HOCHBAHN
Logo der Kampagne zur Linie 109: Unser Antrieb für Hamburg – HOCHBAHN VisionAir. Quelle & (C): HOCHBAHN

Die innovativen Busse werden an der auffälligen Außengestaltung unter dem Motto „Unser Antrieb für Hamburg. HOCHBAHN VisionAir“ zu erkennen sein. Weiterführende Informationen zur Antriebstechnologie des jeweiligen Fahrzeugs erhalten die Fahrgäste im Innenraum.

Förderung durch den Bund

Die Ladeinfrastruktur für die Innovationslinie 109 wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen des Förderprogramms „Erneuerbar Mobil“ gefördert. In diesem Programm werden auch die Erprobung der Plug-in-Hybridbusse sowie der noch zu beschaffenden Batteriebusse mit weiteren Zuwendungen unterstützt. Das BMUB hat zudem die Beschaffung der diesel-elektrischen Hybridbusse im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ gefördert. Die Brennstoffzellenhybridbusse sowie die Batteriebusse mit Brennstoffzelle als Range Extender sind Bestandteil der Förderaktivitäten des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) im „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“.

Quelle Text und Bilder: HOCHBAHN

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