U1 wird für 2+6 Wochen gesperrt


Auf einer der längsten U-Bahn-Linien Europas wird dieses Jahr richtig angepackt: Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) baut gleichzeitig die drei U1-Haltestellen Stephansplatz, Hallerstraße und Klosterstern barrierefrei aus. Die Maßnahmen werden mit notwendigen Sanierungsarbeiten am Streckennetz verbunden. Für einen Teil der Arbeiten ist eine Sperrung in zwei Phasen nötig: Zwischen den Haltestellen Kellinghusenstraße und Jungfernstieg wird der Betrieb auf der U1 während der verkehrsärmeren Hamburger Schulferien vom 28. Februar, ca. 1 Uhr, bis 15. März, Betriebsschluss, sowie voraussichtlich vom 16. Juli bis 26. August unterbrochen. Für die Dauer der Sperrung wird ein Ersatzverkehr mit Bussen angeboten.

 

Barrierefreier Ausbau, Sanierung und Fahrschienenerneuerung in einer Sperrung

„Wir haben das Tempo beim barrierefreien Ausbau unseres U-Bahn-Netzes seit 2011 verfünffacht. Jetzt biegen wir auf die Zielgerade der Phase I des Großprojekts ein – und das Tempo zieht noch einmal richtig an: Wir haben 2015 noch sechs Haltestellen vor uns. Hierzu kommt zusätzlich die Haltestelle Klosterstern. Eine besondere Herausforderung liegt darin, die Einschränkungen für Fahrgäste so gering wie möglich zu halten und deshalb so viele Maßnahmen wie möglich in einem Sperrungszeitraum zu bündeln“. – Jens-Günter Lang, HOCHBAHN-Vorstand für Technik

Die März-Sperrung wird dafür genutzt, um an der Haltestelle Hallerstraße eine Teilerhöhung des Bahnsteigs und eine Erneuerung des Bahnsteigbelags inklusive Einbau eines Blindenleitsystems vorzunehmen. Außerdem wird das Fundament für den Aufzugsschacht gelegt. Zeitgleich werden an der Haltestelle Stephansplatz Prüfungen an der Bahnsteigkante und an den Tunnelwänden vorgenommen, um den barrierefreien Ausbau der Haltestelle im Sommer vorzubereiten. Am Klosterstern finden parallel vorbereitende Maßnahmen zur Tunneldeckensanierung statt, die im Sommer mit einer Sanierung und Neugestaltung der Schalterhalle sowie einer Bahnsteigvollerhöhung einhergehen sollen. Zusätzlich wird die März-Sperrung für eine Fahrschienenerneuerung auf einer Länge von insgesamt 220 Metern zwischen den Haltestellen Stephansplatz und Hallerstraße genutzt.

 

„Die Erhöhung der Bahnsteige, die Arbeiten im Rahmen der Tunneldeckensanierung im Umfeld der Haltestelle Klosterstern sowie die Rohbauarbeiten am Aufzugschacht an der Haltestelle Stephansplatz sind komplex und im laufenden Betrieb nicht machbar. Ein Sperrungszeitraum von insgesamt acht Wochen in zwei Baufenstern ist angesichts der baulichen und materialtechnischen Anforderungen sogar ein sehr sportliches Ziel, aber unsere Erfahrungen beim barrierefreien Ausbau zeigen, dass unsere Mitarbeiter und Partner exzellent darin sind, Hand in Hand unter Hochdruck zu arbeiten.“ – Jens-Günter Lang

Die Baumaßnahmen an der Hallerstraße kosten 1,4 Millionen Euro, für die Arbeiten am Stephansplatz sowie am Klosterstern sind jeweils 2,5 Millionen veranschlagt.

 

Fahrtempfehlungen über U3 und S1

Von der Sperrung werden im März in beiden Richtungen zusammen pro Werktag etwa 92.000 Fahrgäste betroffen sein, im Sommer werden es ca. 82.000 sein.

„Diese Sperrung gehört zu den anspruchsvolleren, weil viele Fahrgäste den Abschnitt nutzen und viele alternative Fahrtmöglichkeiten existieren. Der Planungs- und Koordinierungsaufwand ist entsprechend höher.“ – Jens-Günter Lang

Die HOCHBAHN empfiehlt Fahrgästen, ihre Ziele im Sperrungszeitraum über die U3 oder die S1 zu erreichen:

 

Fahrgäste der U1 Richtung stadteinwärts können an der Haltestelle Kellinghusenstraße auf die U3 umsteigen und über Schlump bis zur Haltestelle Rathaus fahren oder am Schlump in die U2 umsteigen und auf diesem Weg die Haltestelle Jungfernstieg erreichen. Alternativ bietet sich auch aus dem Norden kommend das frühere Umsteigen auf die S1 (Ohlsdorf – Jungfernstieg) an, lediglich am Wochenende des 7./8. März ist diese Route aufgrund einer Sperrung der S1/S11 zwischen Ohlsdorf und Barmbek nicht nutzbar.

Stadtauswärts können Fahrgäste mit der U3 ab Haltestelle Rathaus über Schlump bis zur Haltestelle Kellinghusenstraße fahren, um dort in die U1 umzusteigen. Alternativ nehmen sie die U2 ab Jungfernstieg bis Schlump und wechseln dort in die U3 bis zur Haltestelle Kellinghusenstraße. Zu nachfragestarken Zeiten werden im Sperrungszeitraum auf der U3 Verstärkerzüge eingesetzt.

 

Ersatzverkehr mit Bussen

Zwischen den Haltestellen Kellinghusenstraße und Jungfernstieg richtet die HOCHBAHN zusätzlich einen Ersatzverkehr mit Bussen ein, der alle U-Bahn-Haltestellen bedient. Die Fahrzeit kann sich um bis zu 20 Minuten verlängern. Jeder U- Bahn-Zug wird mindestens durch einen Gelenkbus ersetzt, in den Hauptverkehrszeiten kommen zusätzliche Stadtbusse hinzu. Insgesamt werden im Ersatzverkehr täglich bis zu 22 Busse und 55 Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz sein. Hochbahner aus dem Busbereich werden den reibungslosen Ablauf des Ersatzverkehrs vor Ort unterstützen, weitere Kollegen werden die Fahrgäste auf den betroffenen U-Bahn-Haltestellen leiten.

 

Barrierefreiheit: Phase I bis Ende des Jahres abgeschlossen

Seit 2011 verfünffacht die HOCHBAHN das Tempo beim barrierefreien Ausbau. Ende dieses Jahres soll Phase I des Großprojekts abgeschlossen und damit der Ausbau von 20 barrierefreien Haltestellen fertig gestellt sein. 14 Haltestellen sind bereits umgebaut, aktuell wird parallel an den Standorten Mundsburg (fertig im März), Legienstraße (fertig im Juli), Rauhes Haus (fertig im August) und Hallerstraße (fertig im Oktober) gebaut. An den Haltestellen Ochsenzoll und Stephansplatz – als 20. Haltestelle im Rahmen des Großprojekts – starten die Arbeiten im März bzw. im Sommer. Zum Ende der Phase I sollen damit insgesamt 57 U-Bahn-Haltestellen barrierefrei zugänglich sein, das entspricht 63% im U-Bahn-Netz. Zusätzlich soll mit der Haltestelle Klosterstern eine weitere in das Programm der Phase I aufgenommen werden. Ab 2016 folgt Phase II des Großprojekts. Dafür stellen die Planer der HOCHBAHN bis Ende dieses Jahres die Machbarkeitsstudien fertig.

Text: HOCHBAHN

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