Berlin: Auch IK verspätet sich (Update)


AKTUALISIERT • Nicht nur in Hamburg und München gibt es Probleme bei der Neuzulassung von Fahrzeugen durch die TAB (Technische Aufsichtsbehörde) – sondern auch in Berlin. Die BVG will davon aber nichts wissen, es handele sich nur um Kommunikationsfehlern.

Doch was war überhaupt passiert? Die Berliner Morgenpost berichtet am Montagabend, dass sich die Testphase verlängert. Eigentlich sollte der Fahrgasteinsatz Ende Mai beginnen, nun werde es erst Ende August – wahrscheinlich sogar erst im September soweit sein, wie die BVG gegenüber der Berliner Morgenpost bestätigte. Qualitätsprobleme seien nicht der Grund für die Verschiebung, es gäbe aber einige technische Probleme im Bereich der elektronischen Steuerung – was für Prototypen normal sei.

„Insgesamt liegen wir beim IK voll im Zeitplan“ – Petra Reetz, BVG-Sprecherin

Doch wie passen die Aussagen zusammen? Überall wurde Ende Mai von der BVG kommuniziert, jetzt spricht man von September. Man habe einfach einen falschen Termin kommuniziert. Tatsächlich fahren die Züge ab Mai im Netz, dann aber – wie bei uns in Hamburg – zunächst ohne Fahrgäste. An die Anlieferung schließe sich eine 90-tägige Prüfung der Züge an, anschließend würden noch Brems- und Kupplungstests folgen. Außerdem wird der IK noch in die Klimakammer nach Wien gebracht – wo auch der DT5 bereits getestet wurde. Dort können tropenheiße Sommer und eiskalte Winter simuliert werden. Erst dann können die Züge durch die TAB zugelassen werden, die Bedingung für den Fahrgastbetrieb.

Der Fahrzeugmangel im Großprofil der Berliner U-Bahn (U5 – U9) ist so groß, dass IK-Züge für das Großprofil umgebaut werden sollen – mittels Blumenbrettern zur Spaltüberbrückung. Was letztlich getan wird, hält die BVG unter Verschluss. Am heutigen Montag wolle der BVG-Aufsichtsrat festlegen, was mit den von der Stadt bereitgestellten 58 Millionen Euro getan wird, die für den Kauf von Großprofil-Wagen vorgesehen sind. Zehn IK-Züge könnten zusätzlich bestellt werden und künstlich verbreitert werden.

Produziert werden die neuen Züge von Stadler, die Lieferung erfolgte planmäßig im Februar und März 2015. Die BVG hat zur Zeit zwei 4-Wagen-Prototypen.

UPDATE 28.04.2015: Die BVG teilte gestern Abend noch mit:

Erfreuliche Nachrichten aus der Aufsichtsratssitzung gibt es auch für die Fahrgäste: So wurde beschlossen, die von der Senatsverwaltung für Finanzen zur Verfügung gestellten 58 Millionen Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur der Wachsenden Stadt“ (SIWA) für die Beschaffung weiterer elf U-Bahnzüge des neuen Typs IK zu verwenden. Diese eigentlich für das Berliner Kleinprofil (U1-U4) konzipierten Züge sollen zunächst die Flotte im Großprofil (U5-U9) erweitern, bis eine neue, auf diesen Spezifikationen basierende Baureihe verfügbar ist. Zusätzlich zu den SIWA-Mitteln wendet die BVG 3,5 Millionen Euro Eigenmittel auf, unter anderem für die erforderlichen Umrüstungen von Klein- auf Großprofil.

Die BVG hat unterdessen untersucht, wie hoch der zukünftige Investitionsbedarf ist. Von 2018 bis 2033 werden 2,6 Milliarden Euro für neue U- und Straßenbahnzüge benötigt, allein zwei Milliarden für den Bereich U-Bahn.

(via) Bild: T6JagdPilot, Update via

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2 Gedanken zu “Berlin: Auch IK verspätet sich (Update)

    1. Schon, aber wir brauchen die Wagen auch. 2015 sollten alle DT2 und DT3 weg sein. Deswegen stocken wir noch auf auf 80 Stück… Ich hätte es aber auch lustig gefunden.

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