Zugemauerte S-Bahn-Tür: Bundespolizei ermittelt


AKTUALISIERT (29.4., 16:50 Uhr) • Nachdem gestern Abend in den sozialen Netzwerken und hier bei DT5 Online Fotos einer zugemauerten S-Bahn-Tür der BR 474/874 auftauchten wurde spekuliert, wer dahinter steckt und ob die Bilder wirklich echt sind. Jetzt gibt es Gewissheit.

Wie die Bundespolizei mitteilt, wird nun gegen Unbekannt ermittelt. Der Triebfahrzeugführer fuhr gegen 15:10 aus der Abstellanlage Barmbek um als S11 über Dammtor nach Blankenese zu fahren. Erst auf dem Rückweg in Altona wurde die zugemauerte Tür entdeckt, sodass der Zug im Bahnhof Sternschanze geräumt wurde. Der Zug fuhr ins Betriebswerk nach Ohlsdorf, wo dann die alarmierte Bundespolizei bereits wartete. Es handelt sich um Wagen 8019.

Die Bundespolizei hat diese drei Fotos veröffentlicht, zum Vergrößern anklicken.

Dort wurden die Spuren und das Videomaterial gesichert, ehe eine Abrissgenehmigung erteilt wurde. Die Ytong-Steine wurden mit einem Kleber im Türbereich und an der Türverkleidung angebracht. Die Instandsetzung im Werk Ohlsdorf dauerte circa zwölf Stunden. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Zehntausend Euro.

Dem Täter droht nun eine bis zu fünfjährige Haftstrafe oder eine Geldstrafe. Hinweise an die Bundespolizeiinspektion Hamburg, 040/66 99 505 555.

Nachtrag: Weder die Pressestelle der S-Bahn-Hamburg/DB, noch das Social Media-Team (DB) wollte sich zu den Vorfällen äußern. Ich finde es schade, dass Anfragen nur bearbeitet werden, wenn im Absender ein Name einer großen Boulevard-Zeitschrift steht. Keine Antwort ist auch eine Antwort.

Hier die ganze Pressemeldung der Bundespolizei:

Hamburg (ots) – Unbekannte Täter mauern Wagentür einer S-Bahn zu- Hamburger Bundespolizei hat Ermittlungen aufgenommen-

Nach jetzigem Sachstand der Hamburger Bundespolizei haben bislang unbekannte Täter die Eingangstür eines S-Bahnzuges der Linie S11 mit Ytong-Steinen zugemauert. Ein Triebfahrzeugführer fuhr am 28.04.2015 gegen 15.10 Uhr mit der entsprechenden S-Bahn aus der Abstellgruppe Barmbek heraus bis zum S-Bahnhaltepunkt Blankenese und anschließend zurück bis zum Bahnhof Hamburg-Altona. Danach wurde die zugemauerte Eingangstür entdeckt und der S-Bahnzug wurde im S-Bahnhaltepunkt Sternschanze gestoppt. Fahrgäste mussten an dieser Station die S-Bahn verlassen; die S-Bahn wurde ausgesetzt und in das Betriebswerk Ohlsdorf gefahren.

Angeforderte Bundespolizisten erreichten das Betriebswerk und sicherten in der S-Bahn relevante Spuren. Das Videomaterial aus den entsprechenden S-Bahnkameras wurde gesichert; die Auswertung des Materials wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Nach jetzigem Sachstand der Bundespolizei wurden die Ytong-Steine untereinander mit einem Kleber befestigt und auch im Türbereich an der Türverkleidung mit entsprechendem Kleber angebracht. Laut Auskunft der Deutschen Bahn musste die entsprechende S-Bahn für Instandsetzungsarbeiten für ca. zwölf Stunden ausgesetzt werden und war nicht betriebsbereit. Der entstandene finanzielle Schaden dürfte sich auf mehrere 10.000 Euro belaufen.

„Die Bundespolizeiinspektion Hamburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Entsprechende Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet. In diesem Zusammenhang warnt die Bundespolizei eindringlich vor Nachahmungstaten (Trittbrettfahrer). Gem. Strafgesetzbuch können Täter in diesem Zusammenhang mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden.“ Sachdienliche Hinweise nimmt die Bundespolizeiinspektion Hamburg unter Tel.: 040/6699505555 (Einsatzzentrale 24 Stunden besetzt) entgegen.

Bundespolizeiinspektion Hamburg
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