Neues zu den DT5-Lieferungen


Eine Senatsdrucksache (DS 21/150) verrät bisher unbekannte Details zu den DT5-Lieferungen und Bestellungen. Über eine kleine Anfrage des FDP-Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg  erfahren wir neues zu den Preisen und Verträgen.

Laut Senat wurden am 14. Dezember 2006 die ersten 27 Fahrzeuge bestellt (Lieferlose 1 & 2), welche bis KW 5/2010 (Lieferlos 1, Fahrzeuge 1 bis 7) bzw. bis KW 6/2015 (Lieferlos 2, Fahrzeuge 8 bis 27) ausgeliefert werden sollten. Ende 2012 waren erst vier, Ende 2013 erst zwölf, Ende 2014 schon 24 und in KW6/15 waren bereits 27 Fahrzeuge ausgeliefert. Dabei befanden sich nur 25 Fahrzeuge in Hamburg, da 302 und 303 seit 2012 beim Hersteller für Anpassungen an die Serie sind.

Das dritte Lieferlos mit den Fahrzeugen 28 bis 47 soll bis KW 20/2016 ausgeliefert werden, es wurde bestellt am 26. Oktober 2011.

Nachdem die Fahrzeuge anfangs größere Probleme machten (Inbetriebnahme erst 11/2012, Planbetrieb erst seit 7/2013) unterblieben zunächst weitere Bestellungen. Ein viertes Lieferlos mit den Fahrzeugen 48 bis 67 wurde dann am 15. August 2014 bestellt, welches bis KW 20/2018 ausgeliefert werden soll.

Das neuste, fünfte Lieferlos wurde per Vertragsnachtrag am 26. März 2015 bestellt und enthält die Fahrzeuge 68 bis 80. Es soll bis KW 9/2019 ausgeliefert werden.

Wie viel kostet ein DT5?

Die Senatsdrucksache weist auch die Preise der Fahrzeuge aus. Dabei gibt es eine sogenannte Preisgleitung, davon ausgenommen wurde Lieferlos 1. Es wird der durchschnittliche Fahrzeugpreis pro Lieferlos angegeben. Bei den Lieferlosen 3 bis 5 kann die Preisgleitung noch nicht angegeben werden, da Indices benötigt werden, die erst bei der Endabnahme feststehen. Angegeben werden folgende Preise:

  1. Lieferlos (1 bis 7): jeweils 4.180.000 Euro netto ohne Preisgleitung
  2. Lieferlos (8 bis 27): jeweils 4.180.000 Euro netto zuzüglich Preisgleitung i.H.v. ca. 9%
  3. Lieferlos (28 bis 47): jeweils 3.616.000 Euro netto zuzüglich noch unbekannter Preisgleitung
  4. Lieferlos (48 bis 67): jeweils 4.502.000 Euro netto zuzüglich noch unbekannter Preisgleitung
  5. Lieferlos (68 bis 80): jeweils 4.580.000 Euro netto zuzüglich noch unbekannter Preisgleitung

Bisher wurde angenommen, dass ein Fahrzeug 3,6 Millionen Euro kosten würde. Dies trifft – wie jetzt zu erfahren ist – aber nur auf das dritte Lieferlos zu. Die Preissteigerung bei den Lieferlosen 4 und 5 könnte damit erklärt werden, dass es auch auf Seiten der Hersteller Preissteigerungen für Material gab und offenbar auch einige Fahrzeuge neu gebaut werden mussten. Es ist ja bereits bekannt, dass der Mittelwagen 305-2 ein Neubau ist, denn der originale Wagen wird für Brandversuche genutzt. Auch bei 301 wird es sich wohl um einen Neubau handeln, da sein Fabrikschild das Baujahr 2013 ausweist (es wurde aber schon mehrere Jahre zuvor vorgestellt!?)

Da es beim Lieferlos 1 zu Verspätungen von über zwei Jahren kam, welche sich letztlich auch auf Lieferlos 2 auswirkte, habe die HOCHBAHN eine Vertragsstrafe und Kompensationszahlungen geltend gemacht. Über die Höhe ist nichts bekannt.

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