Weitere Bürgerinitiative im S21-Verfahren


Im aktuellen Verfahren zur Elektrifizierung der A1 zur S21 wurde vergangene Woche eine weitere Bürgerinitiative gegründet. Sie stellt sich gegen Grundstücksenteignungen aufgrund des zweigleisigen Ausbaus im Raum Ellerau. Hierzu teilte die Bürgerinitiative folgendes mit:

Ellerau/Quickborn – Gründung einer Bürgerinitiative zur geplanten Gleiserweiterung

Am heutigen Donnerstag, den 20.08.2015 wurde die „Bürgerinitiative Bahnstrasse“ von Ellerauer Bürgern ins Leben gerufen.
Entlang der Bahnstrasse sollen ab 2017 die Arbeiten an der Gleiserweiterung und  Elektrifizierung der derzeitigen AKN-Strecke A1 von Eidelstedt bis Kaltenkirchen beginnen. Die Linie soll dann künftig als S21 von der S-Bahn betrieben werden.
Über 30 Parteien müssten nach aktuellen Planungen enteignet werden, wenn von derzeit ein auf zwei Gleise erweitert wird. Aufgrund der geplanten Taktverdichtung und der Elektrifizierung mit Oberleitungen, werden zudem gesundheitliche Folgen durch die starke Lärmbelastung und den Elektrosmog befürchtet.
Zusätzlich ist durch die Taktverdichtung auch mit erheblichen Auswirkungen auf den Autoverkehr zu rechnen, insbesondere am Bahnübergang Bahnstraße, dem Hauptverkehrsknoten zwischen Ellerau/Quickborn und der A7.
Auf der Homepage der Bürgerinitiative unter www.bi-bahnstrasse.de werden daher künftig Informationen und Unterlagen bereitgestellt. „Eine Menge alteingesessener Quickborner und Ellerauer Bürger und viele junge Familien entlang der Bahnstrasse blicken mit großer Sorge in die Zukunft. Selbstverständlich sind Investitionen in die Infrastruktur notwendig. Davon profitieren ja auch wir. Aber die Notwendigkeit eines zweiten Gleises samt Elektrifizierung, nur wenige Meter von unseren Häusern entfernt, sehen wir skeptisch.“, so Markus Spiering, Mitbegründer der Bürgerinitiative.
„Dabei geht es uns nicht darum, stur alles zu blockieren, was die Anwohner im Bereich Bahnstrasse und Hamburger Weg betrifft. Wir möchten gemeinsam mit der Politik vor Ort, in den Kreistagen und den Landesparlamenten zu einer für alle Seiten erträglichen Lösung gelangen. Die Bürgerinitiative versteht sich daher als Sprachrohr der Anwohner und Anlaufstelle für Politik und Interessierte.“, so Spiering weiter.
Derzeit transportiert die AKN auf der Linie A1 durchschnittlich etwa 18.000 Fahrgäste pro Tag. Durch die Gleiserweiterung samt Elektrifizierung entsteht eine umsteigefreie Verbindung von Kaltenkirchen zum Hamburger Hauptbahnhof mit etwa 5 Minuten Zeitersparnis im Vergleich zur aktuellen Situation. Dadurch erhofft man sich über 90% mehr Fahrgäste.
Ob die zu erwartenden Baukosten von mindestens 90 Mio. Euro die schöngerechneten Fahrgastzahlen und knappe Zeitersparnis rechtfertigen, will die Bürgerinitiative unter anderem kritisch hinterfragen.
Was die Bürgerinitiative betont ist, dass sie generell nicht gegen die S21 ist! – Text Zitat & Grafik: BI Bahnstraße.
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