WLAN in Bahn und Bus: Kosten und Nutzen


Am Donnerstag kam die HOCHBAHN mit der Ankündigung heraus, WLAN anbieten zu wollen. Testweise werden hierfür zwei Haltestellen (Borgweg, Mönckebergstraße) sowie die MetroBus-Linie 5 mit WLAN-Routern ausgestattet. WLAN im Nahverkehr ist nicht neu – daher lohnt sich ein Blick auf die ein oder anderen Zahlen von VHH und AKN.

Die VHH bietet seit 2012 WLAN auf ihrer Premiumlinien 3 und 31 ein. Dabei haben sich die Logins pro Monat wie folgt entwickelt:

Entwicklung der Nutzerzahlen pro Monats, in grau eine Trendlinie
Entwicklung der Nutzerzahlen pro Monats, in grau eine Trendlinie

Seit Frühjahr 2013 bewegen sich die Zahlen im Bereich zwischen 15.000 und 20.000 Nutzern pro Monat, inzwischen nimmt die Login-Zahl eher ab. Grund hierfür könnte der gute Handyempfang und Datenflatrates sein, heute sind 3GB Datenvolumen pro Monat (vom Tarif her) nichts unbezahlbares mehr. Auch gibt es inzwischen verbreitet LTE. Ende 2013 betrug die Nutzungsquote bei 2,2% auf der Linie 3 und bei 7,6% auf der Linie 31.

Die Kosten bei der VHH waren im ersten Jahr noch sehr gering, 2015 gab es einen Anstieg nachdem weitere Busse ausgestattet wurden. Die VHH bezahlt zur Zeit (2015) für 47 Fahrzeuge 33.000€ im Jahr. Das sind umgerechnet 702€ pro Fahrzeug pro Jahr, bzw 58,51€ pro Fahrzeug pro Monat. Bei zuletzt 16789 Logins im November 2015 betrugen die Kosten 16,3 Cent pro Login.

Kosten für WLAN und Anzahl ausgestatteter Fahrzeuge
Kosten für WLAN und Anzahl ausgestatteter Fahrzeuge

Bei der VHH hat jeder Bus sein eigenes Netzwerk wie „VHH1321“, die Hotspots werden von der Firma Hotsplots betrieben. Eine einmalige Registrierung ist erforderlich. Danach verbindet sich das Gerät automatisch immer mit dem selben Bus (entsprechend müsste man sich in 47 Router jeweils ein Mal maneull einwählen, um immer automatisch verbunden zu werden)

Die AKN zog im Mai 2015 nach, unter dem Slogan „Warte mal schnell“ wurden alle AKN-eigenen Bahnhöfe sowie der Haltepunkt in Elmshorn mit schnellem WLAN von wilhelm.tel ausgetattet. Die Versorgung erfolgt per Glasfaserkabel und der Unterhalt ist für AKN komplett kostenfrei. Der Anbieter rüstet ganze Städte wie Norderstedt mit flächendeckendem WLAN aus. Für einen 24h-Zugang muss man sich mit einer Handynummer anmelden und bekommt ein Passwort zugeschickt. Das Handy verbindet sich dann automatisch mit allen „Mobyklick“-Hotspots. Wilhelm.tel-Kunden bekommen einen dauerhaften Zugang. Fährt man also mit der A2 von Norderstedt Mitte bis Ulzburg Süd, verbindet sich das Handy an jeder Haltestelle automatisch mit dem dortigen Netzwerk, da alle unter dem selben Namen laufen.

WLAN-Router in der Haltestelle Mönckebergstraße, noch deaktiviert.
WLAN-Router in der Haltestelle Mönckebergstraße, noch deaktiviert.

Die HOCHBAHN hat bereits testweise Router von wilhelm.tel an zwei ihrer Haltestellen aufhängen lassen, und zwar an den U3-Haltestellen Borgweg und Mönckebergstraße. Sie sind zur Zeit noch deaktiviert. Außerdem soll die MetroBus-Linie 5 mit WLAN-Routern in den Fahrzeugen ausgestattet werden. Nähere Informationen hierzu sind noch nicht bekannt. Der Probebetrieb soll im Frühjahr beginnen. Denn: Die Fahrgastzahlen von den Linien 3 und 5 sowie der AKN und der U3 sind nicht vergleichbar… Die S-Bahnen und Fähren sollen nicht mit WLAN versorgt werden, auf einigen Bahnhöfen bietet die DB in Zusammenarbeit mit der Telekom bereits Hotspots an.

Wären die Kosten für die Busausstattung die selben (trotz anderer Fahrgastzahlen etc), würde die HOCHBAHN etwa Kosten i.H.v. 702.000€ pro Jahr erwarten, plus ggf. die Kosten für Mobyklick. Wichtig zu wissen: Die Fahrpreise steigen dadurch nicht an! Die VHH erhebt ja auch keinen WLAN-Zuschlag auf der 3. 😉

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