Ringbahnhof Berliner Tor

Kürzel: BT • Eröffnet am 01.03.1912, ersetzt durch einen Neubau seit 10.05.1964

Der alte Ringbahnhof Berliner Tor befand sich einige hundert Meter weiter in Richtung Lübecker Straße als der heutige Bahnhof. Der ehemalige Ringbahnhof begann direkt an der Tunnelausfahrt in Richtung Hauptbahnhof, heute befindet sich an der Stelle eine HOCHBAHN-Streckenzentrale. Zwischen Berliner Tor und Hauptbahnhof wurde für die Freihafen-U-Bahn ein Bahnhof Lindenplatz am gleichnamigen Platz geplant, hierfür wurde sogar ein Außenbahnsteig am Innenringgleis im Rohbau fertiggestellt. Eröffnet wurde der Bahnhof mangels Freihafenbahn nicht, er war Teil des Gleisdreiecks Spaldingstraße – Hauptbahnhof/Lindenplatz.

Bau der Haltestelle Berliner Tor, Blick in Richtung Hauptbahnhof, 1908. - Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 3-1962
Bau der Haltestelle Berliner Tor, Blick in Richtung Hauptbahnhof, 1908. – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 3-1962
„Auch dieses Bild vom Berliner Tor stammt aus dem Jahre 1910. Die Gleise der U-Bahn sind noch nicht verlegt. Auf dem Bahnkörper sieht man nur die Schienen einer Feldbahn“ – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2/1964

Doch zurück zum Bahnhof Berliner Tor: Sein Zugangsbauwerk befand sich in der Nähe der Hauptfeuerwache am Westphalensweg und ähnelte dem im Zuge der Wandsbeker U-Bahn abgerissenem Empfangsgebäude an der Lübecker Straße, welches bereits 1959 weichen musste.

„Die alte U-Bahn-Haltestelle Berliner Tor im Jahre 1912. EIn Zwei-Wagen-Zug ist gerade in Richtung „Barmbeck“ abgefahren“ – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2-1964

Der Bahnhof hatte zwei Außenbahnsteige, welche mit einem gewölbtem Dach überdacht wurden. Am Innenring wurde der Bahnsteig durch eine Mauer begrenzt, zur Lübecker Bahnstrecke soll es Glaswände gegeben haben, um die Rauchbelastung der Bahnstrecke zu vermindern. Nach dem Krieg wurde das Dach durch ein Flachdach ersetzt und das Empfangsgebäude erhielt Dachpfannen anstatt Kupfer auf dem Dach.

Nach dem Krieg besaß die Haltestelle ein Flachdach. Auch zu erkennen ist die Glaswand hin zur Lübecker Bahn. Blick in Richtung Lübecker Straße. Das Foto ist wohl kurz vor dem Abriss entstanden. – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 1-1964
„Im September 1910, zwei Jahre vor der Eröffnung der U-Bahn, war das Empfangsgebäude Berliner Tor bereits fertig. Das Dach wurde später mit Ziegeln gedeckt“ – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2-1964

1962 begannen die Bauarbeiten für den neuen Tunnelbahnhof Berliner Tor, welcher für die Abzweigung der Billstedter Strecke benötigt wurde. Der neue Bahnhof wurde unter der Straße Beim Strohhause gebaut und erhielt vier Gleise an zwei Mittelbahnsteigen.

Die Haltestelle Berliner Tor ist im Rohbau fertig. – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 1-1964
Lageplan während der Bauzeit: Der alte Bahnhof ist geschlossen, der neue ist bereits geöffnet. Auch die Straßenbahn fährt noch. „Die Zugänge zur neuen Haltestelle Berliner Tor unter der Straße Beim Strohhause“ – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2-1964

Der Betrieb wurde am 10. Mai 1964 aufgenommen. Am selben Tag wurde der alte Ringbahnhof stillgelegt. Die Ringbahn fuhr früher etwa dort, wo heute der Bahnsteig in Richtung Mundsburg / Billstedt sich befindet. Da der Zugbetrieb nicht beeinträchtigt werden sollte durch den Neubau und die Billstedter Strecke ohnehin noch nicht fertig war, wurde zunächst der nördliche Bahnsteig eröffnet, an dem heute die Züge in Richtung Rathaus/Jungfernstieg abfahren (nur damals eben in beide Richtungen). Der noch in Bau befindliche Bahnhof wurde durch eine Wand abgetrennt.

„Linksverkehr am Sonntag der Umstellung (10. Mai 1964)“ – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2-1964
Links im Bild zu erkennen sind die provisorischen Mauern. "Die neue - unterirdisch angelegte - Haltestelle Berliner Tor" - Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2-1964
Links im Bild zu erkennen sind die provisorischen Mauern. „Die neue – unterirdisch angelegte – Haltestelle Berliner Tor“ – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2-1964
174 in Berliner Tor (U2 Niendorf Markt)
Ähnliche Stelle heute
„52 Jahre hat die alte Haltestelle Berliner Tor dem Verkehr gedient. Jetzt wird das stillgelegte Gebäude abgerissen. In unmittelbarer Nähe wurde ein provisorischer Zugang zum neuen Bahnhof geschaffen“ – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2-1964

Die Haltestelle Berliner Tor diente kurz nach seiner Eröffnung auch Versuchen zu neuen Zugzielanzeigen, welche die nächsten beiden Züge anzeigen konnten – damals war das neu – und auch heute zeigen die Anzeigen auf dem Bahnsteig nur den nächsten Zug an.

"Berliner Tor: Der nächste und der dann folgende Zug werden angezeogt. Die Versuche mit diesem neuen automatischen Fahrtrichtungsanzeiger sind noch nicht abgeschlossen" - Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2-1965
„Berliner Tor: Der nächste und der dann folgende Zug werden angezeogt. Die Versuche mit diesem neuen automatischen Fahrtrichtungsanzeiger sind noch nicht abgeschlossen“ – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2-1965

Was bleibt? Die alten Ringbahngleise wurden zunächst abgebaut. Auf einem Vergleichsfoto von heute kann man die Streckenzentrale der HOCHBAHN erkennen, sowie die Kehranlage, welche sich in etwa dort befinden dürfte, wo auf dem historischen Bild die neuen Gleise liegen. Anders wäre die damals noch breite und heute deutlich schmalere Tunneleinfahrt nicht zu erklären.

#EDIT "Verwirrend sind die Gleisanlagen des Verkehrsknotenpunktes Berliner Tor. Rechts die neuen U-Bahn-Gleise zwischen Lübecker Straße und Berliner Tor. Daneben die alten Schienen, die abgerissen werden. Links davon die Gleise der S-Bahn Berliner Tor
„Verwirrend sind die Gleisanlagen des Verkehrsknotenpunktes Berliner Tor. Rechts die neuen U-Bahn-Gleise zwischen Lübecker Straße und Berliner Tor. Daneben die alten Schienen, die abgerissen werden. Links davon die Gleise der S-Bahn Berliner Tor – Landwehr, ganz links die Gleise der Lübecker Fernbahn mit der Vorortstrecke in Richtung Wandsbek, Rahlstedt und Ahrensburg. Darüber quer die S-Bahn nach Bergedorf“ – Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2-1964
Der DT4 dürfte etwa gerade die Lage der alten Haltestelle Berliner Tor passiert haben. Hinten im Hintergrund befindet sich die Streckenzentrale.
Der DT4 dürfte etwa gerade die Lage der alten Haltestelle Berliner Tor passiert haben. Hinten im Hintergrund befindet sich die Streckenzentrale.

Zur Linienfarbe

Ringlinie in rot und Hellkamp in gelb? Ja, dabei handelt es sich nicht um einen Fehler! Seit mindestens 1963 verwendete die HOCHBAHN bereits Linienfarben für ihre Zuggruppen, ab 1965 auch erstmals Liniennummern. In einem offiziellen Plan von 1963, welcher bei hamburger-untergrundbahn.de zu sehen ist, wurde die Hellkampstrecke in gelb gekennzeichnet und die Ringlinie sowie der Wandsbeker Ast (heutige U3) in rot gekennzeichnet. Andere Dokumente mit Linienfarben gibt es nicht. 1965 führte man die neuen Liniennummern ein, wie der Fahr mit uns 4/1965 zu entnehmen ist. Dabei bezeichnete man die Strecke Ochsenzoll – Walddörfer als U1 und als U2 Barmbek / Lutterothstraße – Schlump – Rathaus – Barmbek – Wandsbek-Gartenstadt – Farmsen. Erst mit der Billstedter Strecke kam die U3 in gelb hinzu. Da wir hier den Bahnhof Berliner Tor vor 1965 betrachten wurden also ganz absichtlich die Linienfarben „vertauscht“.

Etwaige heutige Lage des Ringbahnhofs Berliner Tor

"Das war Wagen 126 - zerstört im letzten Krieg. 1945 wurde er zur Reparatur nach Görlitz geschickt und kam nie wieder zurück..." - Foto: HOCHBAHN / Fahr mit uns 2-1968

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