Rothenburgsorter U-Bahn

Anlässlich des 100. Jahrestages der Eröffnung der Rothenburgsorter U-Bahn am 27. Juli 1915 / 2015 blicken wir zurück auf die einzige aufgegebene Hamburger U-Bahn-Linie.

Die Fahrgastzahlen der Rothenburgsorter U-Bahn (Hauptbahnhof – Rothenburgsort) blieben hinter den Erwartungen der HOCHBAHN zurück. Obwohl man die Zuggruppe seit 1918 mit denen der Hellkampstrecke verband, fuhren nur Zwei-Wagen-Züge, später ließ man sogar T-Wagen mit einem zweiten Führerstand ausrüsten, um mit einzelnen Wagen fahren zu können, was auch genutzt wurde.

Ein einzelner T-Wagen mit zwei Führerständen zwischen Spaldingstraße (hinten) und Hauptbahnhof. Foto: Archiv HOCHBAHN
Ein einzelner T-Wagen mit zwei Führerständen zwischen Spaldingstraße (hinten) und Hauptbahnhof. Foto: Archiv HOCHBAHN
Fahrgastzahlen Rothenburgsorter Zweiglinie 1928
Hauptbahnhof 5,18 Mio
Spaldingstraße 0,67 Mio
Süderstraße 1,64 Mio
Brückenstaße 0,97 Mio
Rothenburgsort 1,93 Mio.
Zum Vergleich: Eimsbütteler Zweiglinie 1928
Schlump 1,82 Mio.
Christuskirche 1,26 Mio.
Emilienstraße 1,74 Mio.
Osterstraße 2,35 Mio.
Hellkamp 2,86 Mio.
Quelle: gleismann.de/Holstein-Kemmann – Gutachten über den Hamburger Verkehr 1929

Am 17. September 1923 wurde nachfragebedingt der Zugbetrieb auf der Strecke eingestellt und nach etwa einem halben Jahr wieder am 23. Februar 1924 aufgenommen. Trotz der geringen Nachfrage verlängerte man 1928 die Bahnsteige von 60 auf 90 Meter, 1937 wurden die Gleise zwischen Hauptbahnhof und Spaldingstraße erneuert.

Den Linienfahrplan von 1930 können Sie hier herunterladen.

Am 27. Juli 1943 fuhr der letzte Zug ab. In der Nacht zum 28. Juli gab es erneut einen Fliegeralarm, der Hammerbrooker Feuersturmnacht fiel der gesamte Stadtteil zum Opfer. Dabei wurde auch die Rothenburgsorter Hochbahn nahezu komplett zerstört. Der Bahnhof Spaldingstraße wurde leicht beschädigt, wohingegen die Bahnhöfe Süderstraße und Brückenstraße zerstört und Rothenburgsort verwüstet wurden. Übrig blieb nur die Wagenhalle in Rothenburgsort mit einigen Wagen…

Die Rothenburgsorter Hochbahn wurde stark zerstört. Die Schäden waren zu groß, um diese defizitäre Linie wiederaufzubauen
Die Rothenburgsorter Hochbahn wurde stark zerstört. Die Schäden waren zu groß, um diese defizitäre Linie wiederaufzubauen. Foto: Archiv HOCHBAHN

Etwa im Jahr 1948 begannen die Demontagearbeiten, um die gewonnenen Teile im restlichen Netz zu verbauen, wie auf dem Ostring. Der Komplettabriss war um 1951, die Erlöse aus der Stahl-Verschrottung wurden für neue Straßenbahnzüge verwendet.

Inhaltsübersicht

Mein Dank gilt Karsten Leiding, der die Rothenburgsorter U-Bahn genauer unter die Lupe genommen hat und seine Rechercheergebnisse und viele Informationen auf seiner Internetseite gleismann.de präsentiert, welche mir auch größtenteils die Informationen lieferten. Darüber hinaus ist hamburger-untergrundbahn.de zu nennen, wo ebenfalls viele Informationen nachzulesen sind sowie André Loop von hochbahnbuch.de. Schließlich bedanke ich mich auch beim HOCHBAHN-Archiv für die Unterstützung in Sachen historischer Bilder! Ohne die alten Fotos hätten diese Seiten nicht entstehen können.

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