Die Planungen für die U5 West von den Arenen nach Lurup und Osdorf haben einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht: Gestern stellte der Hamburger Senat die Vorzugsvariante für den westlichsten U5-Abschnitt vorgestellt. Wo die Ausgänge liegen sollen können die Bürgerinnen und Bürger vor Ort in den kommenden Wochen mitentscheiden.
Die Strecke soll künftig von der geplanten U5-Haltestelle „Arenen“ in einem leichten Bogen nach Westen führen. Die erste neue Station entsteht mit dem Arbeitstitel „Lurup Mitte“ im Bereich Lüttkamp – direkt am Lurup Center. Von dort fährt die U5 weiter Richtung Osdorfer Born, wo die Endhaltestelle in der Straße Kroonhorst unmittelbar am Born Center vorgesehen ist. Beide Standorte waren bereits im Rahmen der Bürgerbeteiligung vielfach favorisiert worden. Eine Verlängerung weiter bis Schenefeld in Schleswig-Holstein ist mit dieser Haltestellenlage möglich, wenngleich derzeit nicht geplant.


Mit der U5-West sollen rund 64.000 Einwohnerinnen und Einwohner erstmals einen direkten Anschluss an das Hamburger Schnellbahnnetz erhalten. Nach Angaben der HOCHBAHN verkürzen sich zahlreiche Fahrzeiten deutlich: Vom Osdorfer Born zum Hauptbahnhof soll die Fahrt künftig rund 22 statt bislang 36 Minuten dauern, zum UKE sogar nur noch etwa 13 statt bisher 44 Minuten.
Im Rahmen der Machbarkeitsuntersuchung wurden insgesamt vier Varianten geprüft. Zwei Trassenführungen über Lurup Süd beziehungsweise die Elbgaustraße wurden verworfen, da mögliche Auswirkungen auf die empfindlichen Forschungseinrichtungen von DESY, European XFEL und Innovationspark Altona ausgeschlossen werden mussten. Auch im Bereich Osdorf wurden unterschiedliche Haltestellenlagen untersucht. Die nun bevorzugte Ost-West-Lage in der Kroonhorst setzte sich gegenüber einer Variante in der Bornheide durch, da sie eine kürzere und betrieblich günstigere Streckenführung ermöglicht.
Nach Angaben der Stadt befindet sich die Vorzugsvariante nun in der Vorplanung. Bis Ende 2026 soll diese abgeschlossen werden, anschließend folgen Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie das Planfeststellungsverfahren. Ziel bleibt weiterhin eine Inbetriebnahme der U5-Verlängerung um das Jahr 2040. Die HOCHBAHN erhielt erst vergangenes Jahr den Planungsauftrag für diesen Streckenabschnitt. Die 2019 abgeschlossene Machbarkeitsuntersuchung empfahl eine Anbindung per S-Bahn. Mit einer Fertigstellung sei aber erst ca. 2050 zu rechnen gewesen, außerdem könnte eine S6 nur alle 10 Minuten verkehren. Außerdem ist der U-Bahnbau kostengünstiger.
Bis zum Jahresende will die HOCHBAHN U5 Projekt GmbH die Vorplanung für die U5-West abschließen. Im Rahmen der Planungen sollen sich auch weiter die Bürgerinnen und Bürger einbringen können. Noch im Juni soll es in Lurup (18. Juni) und Osdorf (22. Juni) Veranstaltungen geben, in denen es vor allem um die Lage und die Ausgestaltung der Haltestellenzugänge gehen wird. Die Bürgerinnen und Bürger können sich auch über die Plattform www.schneller-durch-hamburg.de in die weiteren Planungen einbringen.
Die U5 soll künftig auf rund 29 Kilometern Bramfeld, die Innenstadt und Osdorf miteinander verbinden. Insgesamt sind 24 Haltestellen vorgesehen, sieben davon mit Umstiegsmöglichkeiten zu bestehenden U- und S-Bahn-Linien. Mit der nun beschlossenen Westverlängerung rechnet die HOCHBAHN künftig mit rund 345.000 Fahrgästen täglich auf der gesamten Linie.
Grafiken: HOCHBAHN
