S-Bahn

Das Liniennetz und seine Geschichte

Das Liniennetz der Hamburger S-Bahn umfasst 144,3 km (113,3 km mit Stromschiene und 31 km unter Fahrdraht) und ist weitgehend unabhängig von anderen Verkehren. Zwischen Neugraben und Stade teilt sich die S3 die bestehende Strecke mit dem Regional- und Güterverkehr, zwischen Eidelstedt und dem Hamburger Hauptbahnhof verkehren morgens zwei Züge der AKN-Linie A1 auf S-Bahn-Gleisen.

Zwischen dem S-Bahn-Netz und dem „DB-Netz“ bestehen einige Verbindungen. Der einzige Übergang für den Fahrgastverkehr besteht zwischen Neugraben und Stade, wo von Stromschiene auf Oberleitung gewechselt wird. Weitere Anschlüsse befinden sich in Ohlsdorf (Güterumgehungsbahn), Hauptbahnhof und Altona (jeweils Gleis 4 <-> 5), bei Bahrenfeld, Eidelstedt, Aumühle und bei Wilhelmsburg.

Von den 69 Bahnhöfen befinden sich 11 im Tunnel. Insgesamt werden sechs Linien betrieben, hiervon verkehren zwei nur zur Hauptverkehrszeit. Die einzelnen Linien werden nicht häufiger als alle zehn Minuten bedient, durch Linienüberlagerungen entstehen dichtere Zugfolgen (2 bis 3 Züge pro zehn Minuten).

Neben zwei Stammstrecken Altona – Hauptbahnhof (Citytunnel und Verbindungsbahn) besteht das Netz aus zwei West- und drei Ostästen. Eine Übersicht über die sechs S-Bahn-Linien und deren Regellaufwege gibt die folgende Tabelle, bei der mögliche Start- und Zielbahnhöfe fett hervorgehoben sind.

S1Wedel – Rissen – Sülldorf – Iserbrook – Blankenese – Hochkamp – Klein Flottbek – Othmarschen – Bahrenfeld – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Landwehr – Hasselbrook – Wandsbeker Chaussee – Friedrichsberg – Barmbek – Alte Wöhr – Rübenkamp – Ohlsdorf. Dort Zugteilung: Erster Zugteil nach Hamburg Airport. Zweiter Zugteil: … – Kornweg – Hoheneichen – Wellingsbüttel – Poppenbüttel

Zur HVZ verstärkt durch die S11 Blankenese – Altona – Sternschanze – Hauptbahnhof – Poppenbüttel.
S21Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Rothenburgsort – Tiefstack – Billwerder-Moorfleet – Mittlerer Landweg – Allermöhe – Nettelnburg – Bergedorf – Reinbek – Wohltorf – Aumühle.

Zur HVZ verstärkt durch die S2 Altona – Landungsbrücken – Hauptbahnhof – Bergedorf.
S3Pinneberg – Thesdorf – Halstenbek – Krupunder – Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Hammerbrook – Elbbrücken – Veddel – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben – (Systemwechselstelle) – Fischbek – Neu Wulmstorf – Buxtehude – Neukloster – Horneburg – Dollern – Agathenburg – Stade.
S31Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof und dann
– sonntags und in Tagesrandlage wie S1 weiter bis Berliner Tor
– montags bis samstags tagsüber wie S3 weiter bis Harburg Rathaus
– montags bis freitags zur HVZ wie S3 weiter bis Neugraben

Bis 2002 gab es noch zwei weitere S-Bahn-Linien, welche allerdings keine Gleichstrom-S-Bahnen waren, sondern lokbespannte Nahverkehrszüge. Dies betrifft die heutige Linie RB81 zwischen Hamburg und Ahrensburg (seinerzeit S4) und die RB71 zwischen Altona und Elmshorn (seinerzeit S5).

Als „zu S3“ wurden die lokbespannten Nahverkehrszüge der heutigen Linien RB31 bis Maschen und RB41 bis Hittfeld, sowie als „zu S21“ der RE1 bis Friedrichsruh mit in den HVV-/S-Bahn-Tarif einbezogen.

Die Anfänge auf die elektrische S-Bahn gehen auf das Jahr 1907 zurück. Am 1. Oktober 1907 begann der Betrieb der Elektrotriebzüge zwischen Ohlsdorf – Dammtor – Altona. Ab 1904 wurde die Strecke mit einer Oberleitung (Einphasenwechselstrom, 6,3kV Spannung, 25 Hz Frequenz) elektrifiziert. Ab dem 29. Januar 1908 wurde die noch als „Hamburg-Alonaer Stadt- und Vorortbahn“ zwischen Blankenese und Ohlsdorf ausschließlich mit Elektrotriebwagen betrieben. Seit 1924 fahren die Züge weiter auf die 1918 eröffnete Alstertalbahn bis Poppenbüttel.

Der Begriff „S-Bahn“ wurde im Jahr 1934 von der Reichsbahn auch für Hamburg übernommen, der Begriff wurde 1930 in Berlin eingeführt. Dabei wurden fortan auch die zum örtlichen Vororttarif verkehrenden, aber nicht elektrifizierten Zugverbindungen (nach Wedel, Elmshorn, Friedrichsruh und Harburg) als S-Bahnen bezeichnet.

Nachdem sich bei der Berliner S-Bahn die Stromaufnahme aus der Stromschiene bewährte, beschloss die Reichsbahn 1937 dieses System für Hamburg zu übernehmen, allerdings mit einer höheren Spannung für eine bessere Anfahrbeschleunigung. Die Auslieferung des ersten Gleichstromzuges (ab 1940 ET/EM 171, ab 1968 BR 471/871) erfolgte noch 1939, am 22. April 1940 begann der Gleichstrombetrieb zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel – parallel zu den Wechselstromzügen.

Kriegsbedingt ruhte der Gleichstromausbau noch bis 1950. Ausgestattet wurde die heutige S1 bis Wedel (1954) und die noch im Mischbetrieb mit dem Fernverkehr bediente Strecke nach Bergedorf. Damit wurde eine zweite Linie Altona – Bergedorf eingeführt, die 1965 bis Elbgaustraße verlängert wurde. Hierfür wurde die AKN zurückgezogen.

Seit dem 2. Januar 1967 wurden Liniennummern bei der S-Bahn eingeführt. Dies waren:

LinieStrecke und Betriebsart
S1Poppenbüttel -Wedel (Gleichstrom-S-Bahn auf eigenen Gleisen)
S2Elbgaustraße – Bergedorf (Gleichstrom S-Bahn, teils Mischbetrieb)
S3Hauptbahnhof – Harburg – Neugraben (Lokbespannter Nahverkehrszug)
S4Hauptbahnhof – Ahrensburg (Lokbespannter Nahverkehrszug)
S5Altona (HVZ) – Pinneberg – Elmshorn (Lokbespannter Nahverkehrszug)
S6Bergedorf – Aumühle – Friedrichsruh (Lokbespannter Nahverkehrszug), ab 1969 durch S2 ersetzt

In der Folgezeit wurde die Gleichstrom-S-Bahn auf eigenen Gleisen bis Pinneberg und im Mischbetrieb bis Aumühle verlängert. Ab 1967 wurde die City-S-Bahn Hauptbahnhof – Jungfernstieg – Altona gebaut. 1975 wurde der erste Abschnitt Hauptbahnhof – Landungsbrücken fertig und bis zur Durchbindung 1979 von der Linie S10 bedient (Landungsbrücken – Barmbek).

Nach der Fertigstellung wurde das Netz neu geordnet: Fortan fuhr die S1 von Wedel über Jungfernstieg nach Poppenbüttel und die S2 von Aumühle nach Pinneberg (ab 1981 über Altona). 1983 wurde die Gleichstrom-S-Bahn S3 vom Hauptbahnhof über Wilhelmsburg nach Harburg Rathaus eröffnet, 1984 der Abschnitt bis Neugraben. Die S3 verkehrte fortan von Pinneberg bis Neugraben, die Bahnhöfe Wilhelmsburg und Veddel wurden durch Neubauten ersetzt, die Stationen Unterelbe, Tempowerk und Hausbruch an der Niederelbebahn geschlossen. Die in den HVV-Tarif einbezogenen Strecken nach Hittfeld bzw Maschen wurden später als „zu S3“ bezeichnet.

Nach der Wiedervereinigung wurden S- und Fernbahn nach Aumühle von einander getrennt. Hierfür musste 1994 der Gleichstrombetrieb ab Bergedorf eingestellt werden. 1997 wurde die S21 bis Reinbek eröffnet, 2002 folgte die Wiedereröffnung bis Aumühle.

Seit dem Winterfahrplan 2007/08 fahren extra mit Dachstromabnehmern ausgerüstete Triebzüge der Baureihe 474 (neu 474.3) über Neugraben ins Wechselstromnetz bis Stade. Hierbei müssen sie sich die Strecke mit dem RE5 und dem Güterverkehr teilen. Im Dezember 2008 wurde die S1-Stichstrecke zum Flughafen eröffnet. Seitdem werden die Züge in Ohlsdorf geteilt: Der vordere Zugteil fährt zum Hamburg Airport, der hintere nach Poppenbüttel.

Die Bahnsteige der Hamburger S-Bahn sind für aus zwei Einheiten bestehende Vollzüge (ca. 132m) gebaut. An die Bahnsteige der Linie S1 zwischen Altona und Hasselbrook (und Barmbek), der S3 zwischen Pinneberg und Neugraben sowie der S21 zwischen Elbgaustraße und Bergedorf passen aus drei Einheiten bestehende Langzüge (ca. 198m).

Planmäßig kommen ausschließlich Vollzüge zum Einsatz, zur HVZ werden einzelne Züge auf der S3 zwischen Neugraben und Elbgaustraße zu Langzügen verstärkt. Kurzzüge sind nur noch in Tagesrandlage und an Sonntagen auf der S3 zwischen Neugraben und Stade im Einsatz.

Ursprünglich für Ende 2020 war die Inbetriebnahme eines neuen Haltepunktes „Ottensen“ zwischen Altona und Bahrenfeld geplant. Darüber hinaus befinden sich die Elektrifizierung der AKN-Strecke Eidelstedt – Kaltenkirchen (S21) sowie der Ausbau der Strecke Hamburg – Ahrensburg (4-gleisig) – Bargteheide (3-gleisig) in Planung, um von Altona bis Bad Oldesloe eine neue S4 einrichten zu können. Beide Neubauvorhaben werden als Wechselstrom-S-Bahnen geplant. Darüber hinaus soll die Schnellbahnanbindung des Osdorfer Borns nicht mit einer U5 sondern einer S-Bahn realisiert werden, der zeitliche Horizont noch nicht absehbar.

Fahrzeuge und Links

Insgesamt sechs verschiedene Fahrzeuggenerationen kamen bei der Hamburger S-Bahn zum Einsatz, wenn man von den lokbespannten S-Bahnen absieht. Im März 2020 kommen noch Fahrzeuge der Baureihen 472, 474 und 490 wie folgt zum Einsatz:

S1BR 472: Erster Zug Poppenbüttel – Blankenese
BR 474: Alle übrigen Fahrten
S11BR 472: 8-9/12 Umläufe
BR 474: 3-4/12 Umläufe
S2BR 490: Alle Fahrten
S21BR 474: 1 Umlauf
BR 490: Alle übrigen Fahrten
S3BR 474: Alle Fahrten außer
BR 490: 2 Umläufe
S31BR 490: Alle Fahrten

Die Züge beziehen ihren Strom aus einer 1200V-Stromschiene bzw. im Abschnitt Systemwechselstelle Neugraben – Stade aus der Oberleitung (15kV 16,7 Hz).

Die S-Bahn besitzt jeweils einen Triebzug der Baureihen 471 und 470, welche durch den Verein Historische S-Bahn Hamburg e.V. betreut werden. Weitere Altfahrzeuge befinden sich nicht im Netz der S-Bahn. Die Info-Seiten hierzu folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Wechselstrom-S-Bahn ET 99
1907 – 1955 im Einsatz

bisher keine Infoseiten

Baureihe 471
1940 – 2001 im Einsatz

bisher keine Infoseiten

Baureihe 470
1959 – 2002 im Einsatz

bisher keine Infoseiten

Letzte Aktualisierung: 04.05.2020