DT3

Von den dreiteiligen DT3-Fahrzeugen wurden 1966 und von 1968 bis 1971 insgesamt 127 Einheiten von Linke-Hofmann-Busch und Kiepe gebaut. Seit Oktober 2015 werden die verbliebenen Einheiten ausgemustert und verschrottet, zehn Züge wurden für den Betrieb bis in die 2020er-Jahre noch einmal saniert.

Entwicklung

1966 bestellte die HOCHBAHN bei den Firmen LHB und Kiepe, welche bereits die DT2-Fahrzeuge bauten, den Prototypen dessen Nachfolgermodells. Gegenüber dem Vorgängermodell wurde ein verkürzter Mittelwagen hinzugefügt, ansonsten glichen sich die Fahrzeuge optisch. Die elektronische Ausrüstung erfolgte durch Kiepe, sie war nach einer Anpassung der DT1-Fahrzeuge mit der der DT1 kompatibel. Durch einen „Allradantrieb“ wird eine höhere Beschleunigung als beim DT2 erreicht.

Statt einer 2+2-Bestuhlung bei den DT2 und dem Prototyp wurde für die Serienfahrzeuge eine 2+1-Bestuhlung mit breiteren Sitzen und Mittelgängen gewählt. Insgesamt 126 weitere Serienfahrzeuge folgten.

Die Fahrzeuge erhielten die Wagennummern 9600/01/02 bis 9981/82/83, wobei die xx99-Wagennummern ausgelassen wurden. Seit 1988 tragen sie die Nummern 801 bis 932 (mit Lücken).

Technisches

Dieser Absatz beschreibt die Fahrzeuge im heutigen Zustand.

Ein DT3 ist 39,52m über Kupplung lang und 2,48m breit und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 80km/h bei einer Beschleunigung von durchschnittlich 0,8m/s². Die Steuerung erfolgt über ein Starkstrom-Nockenschaltwerk und elektromagnetische Schütze. Sie besitzen eine fremderregte generatorische E-Bremse als Hauptbremse, verbunden mit einer Druckluftfederspeicherbremse als Zusatz- und Feststellbremse. Ein Schleuder- und Gleitschutz wurde nachgerüstet.

Jeder Wagen verfügt über zwei außenlaufende Doppelschiebetüren, welche von Hand geöffnet werden müssen. Geschlossen werden die Türen mittels Druckluft, dabei ertönt seit 2014 ein Warnton von Band. Zehn ertüchtigte DT3-Einheiten (siehe unten) besitzen zusätzliche Warnleuchten. In jedem Türbereich ist eine Türsprechstelle vorhanden.

Bis in die 1980er-Jahre konnten die Türen jederzeit geöffnet werden, seit dem Umbau auf Türdauerverschluss waren die Fahrzeuge nicht mehr im Zugverband mit DT1 einsetzbar. Davon wurde allerdings ohnehin kaum Gebrauch gemacht.

Die Fahrzeuge werden durch Abwärme beim Anfahren und Bremsen geheizt, die Wärmezufuhr wird durch Thermostaten geregelt. Die Innenraumbeleuchtung wird durch Dämmerungsschalter automatisch gesteuert.

Die DT3-Fahrzeuge besitzen einen Fahrschalter auf der linken, sowie einen Bremsschalter auf der rechten Seite des Fahrpultes. In der Mitte befindet sich das Fahrerpult, auf welchem die u.A. die Tür- und ELA-Steuerung untergebracht ist. Links des Pultes befindet sich der Monitor für die Zugabfertigung sowie das Zugfunkgerät, rechts des Pultes das davon unabhängige Eingabegerät für die Zugzielanzeige.

Die Fahrzeuge sind mechanisch nur mit älteren Fahrzeugen ohne Einsatz einer Hilfskupplung kuppelbar. Für das Kuppeln mit einem DT4 oder DT5 muss die im DT3 mitgeführte Übergangskupplung verwendet werden.

Drehstrom-Versuchszüge

Die letztgebaute Einheit 9981/82/83 (später 931) wurde 1979 zu einem Drehstrom-Versuchszug umgebaut, der Prototyp 9600/01/02 (später 932) folgte 1982. Dabei erhielten die Probezüge die Bezeichnung DT3-DAT 1 bzw. 2. Hintergrund war, dass die neuartige Drehstromantriebstechnik für die nächste U-Bahn-Generation erprobt werden sollte.

Sie waren stromsparender und besaßen eine einteilige Frontscheibe (statt dreiteilig), sowie quadratische Spitzen- und Schlusslichter. Die Inneneinrichtung wurde komfortabler gestaltet als bei den übrigen DT3. Der Fahrerstand des DT3-DAT 1 erhielt beim Umbau Türen nach Außen, bislang war der Zutritt nur über den Fahrgastraum möglich. Der DT3-DAT 2 bekam diese nicht, dafür später aber eine Matrix-Zugzielanzeige der Firma Annax.

Beide Züge wurden separat als Kurzzug bis 1989 im Fahrgastbetrieb erprobt, die Erkenntnisse flossen in die Entwicklung des Nachfolgetyps DT4 ein.

DT3 931 stand von 1995 bis 1999 der Landesfeuerwehrschule Hamburg zur Verfügung und wurde im Januar 2000 verschrottet. DT3 932 wurde 1989 abgestellt und 1995 verschrottet.

LZB-Versuchszüge

Nach ersten Automatikversuchen mit einzelnen DT2-Zügen wurden insgesamt sechs DT3-Züge im Jahr 1981 mit LZB-Technik ausgerüstet. Dies waren die Wagen 9963/64/65 bis 9978/79/80 (später 921 – 926). Die LZB-Technik wurde in den Wagen 1 eingebaut, dort musste der Fahrgastraum ein wenig verkleinert werden. Im Rahmen des Umbaus wurden auch kleine Änderungen an der Fahrzeugfront vorgenommen.

DT3-LZB 921 kurz vor seiner Abstellung Anfang Dezember 2016 in Barmbek. Die Front entspricht weitgehend dem Ursprungszustand mit Ausnahme der quadratischen Spitzen- und Schlusslichter.

Die DT3-LZB wurden nach der Erprobung auf dem betriebseigenen Versuchsgleis zunächst auf der U1 mit anderen DT3 eingesetzt, Voraussetzung hierfür war der Umbau auf Türdauerverschluss. Vom 31. Oktober 1982 bis 8. Januar 1985 kamen die LZB-Züge dann zwischen Volksdorf und Großhansdorf im automatischen Betrieb zum Einsatz.

Innenraum des DT3-LZB 926 am 2. April 2016 nach erfolgter Modernisierung im Jahr 2001 mit Fenstern zwischen den Wagen.
Zu den Fahrerräumen bestand bis zuletzt kein Sichtkontakt. Die LZB-Technik befand sich im anderen Endwagen (-3), wo statt zwei 2+1-Sitzgruppen Querbänke verbaut wurden.

Nach dem Ende der Versuchsfahrten wurde die zusätzliche Technik abgeschaltet, aber teilweise in den Fahrzeugen belassen. Sie kamen fortan wieder mit den übrigen DT3-Einheiten gemischt zum Einsatz. Sie erhielten 2001 ebenfalls Fenster zwischen den Wagen und bereits 1995 eine optische Auffrischung, jedoch keine neuen Fronten, wie die DT3-E. Die DT3-LZB zählen dennoch zu den insgesamt 68 modernisierten Fahrzeugen.

Die Fahrzeuge wurden zwischen Mai und Dezember 2016 abgestellt und 2017 verschrottet.

Ertüchtigung zum DT3E

62 DT3-Einheiten erhielten eine grundlegende Modernisierung für den Weiterbetrieb der Fahrzeuge im neuen Jahrtausend. Im Jahr 1992 wurde DT3 822 dem DT4 optisch angeglichen, seitdem dominierte die Farbe lila/rosa. Ein Jahr später folgte ein probeweiser Einbau von Fenstern zwischen den Wagen.

Das 1995 mit Einheit 833 begonnene Modernisierungsprogramm umfasste zudem den Austausch der Fahrzeugfront sowie den Einbau von Fenstern zwischen Fahrer- und Fahrgastraum. Neu sind ebenfalls elektronisch statt handbetriebene Zugzielanzeigen (Fahrtzielbänder). Der Probeumbau 822 wurde im Mai 2001 als letztes Fahrzeug den übrigen DT3-E angepasst.

Der Innenraum des Wagen 873-3 im Jahr 2016. Die Farbgebung wurde an die der ersten DT4-Serien angelehnt.

1999 erhielten die DT3-E Notrufsprechstellen. Diese wurden erst zum Beginn des Winterfahrplans 1999/2000 in Betrieb genommen, Züge mit aktiven Türsprechstellen waren mit den anderen DT3 nicht mehr kuppelbar.

Die Einheiten 833 und 846 wurden zwischenzeitlich mit Bildschirmen für Fahrgastfernsehen ausgestattet, nach den Tests wurden diese wieder ausgebaut. Zu einem serienmäßigen Einbau kam es nicht.

Im Laufe der Zeit erhielten die Fahrzeuge 805, 810, 811, 816, 820, 822, 847, 864, 868, 891 und 910 DILAX-Fahrgastzählsysteme über den Türen.

In den Jahren 2007 bis 2010 wurde der Großteil der DT3-E optisch an die DT4.5 bzw DT4.6 angeglichen, seitdem dominieren die Farben blau und silber.

DT3 821 im heutigen „Farbkleid“.
Die blauen Sitze und silbernen Haltestangen sind dem DT4.5/4.6 nachempfunden.

Ertüchtigung zum DT3-ETG-N

In den Jahren 2016 bis 2019 wurden von der Firma Fahrzeugwerke Miraustraße zehn DT3-E-Fahrzeuge eine weitere Modernisierung durchgeführt. Danach werden die Fahrzeuge intern als DT3-ETG-N bezeichnet.

DT3-ETG-N 835 erreicht am Nachmittag des 9. Mai 2019 die Haltestelle Kellinghusenstraße. Den Fahrzeugen sieht man ihr Alter von ca. 50 Jahren nicht an.

Neben umfassenden Maßnahmen am Wagenkasten inkl. Dächer der Fahrzeuge wurde die Umgestaltung analog DT4.5/4.6 nachgeholt, soweit diese seinerzeit nicht mehr durchgeführt wurde. Die Türsteuerung wurde ebenfalls verändert: Der Türwarnton wird nicht mehr über die ELA abgespielt, sondern über eigene Warntongeber. Darüber hinaus wurden nach Münchener Vorbild im Türbereich jeweils eine rote Warnleuchte angebracht. Weitere Details enthält die im Juni 2015 veröffentlichte Ausschreibung (extern: TED).

Durch diese Veränderungen bei der Zugabfertigung sind die Züge im Fahrgastverkehr nur untereinander gekuppelt einsetzbar. Bemerkenswert war der Zustand bei der Rückkehr aus Hennigsdorf: Keinem Fahrzeug sah man sein Alter von ca. 50 Jahren an, sie sahen aus wie Neubauten.

Einsatz heute

Die Züge vom Typ DT3 kommen nur noch als Reservefahrzeuge sowie auf Verstärkerzügen zur Hauptverkehrszeit auf den Linien U1 und U3 zum Einsatz:

U1Nur zwei Zugpaare in der morgendlichen HVZ als Verstärkerzüge
U2Kein planmäßiger Einsatz.
U3Nur zwei Züge in der morgendlichen HVZ als Verstärkerzüge
U4Kein planmäßiger Einsatz.
Einsatzverbot auf der Neubaustrecke Jungfernstieg <-> Elbbrücken.

Ausmusterung der DT3

Die nicht modernisierten DT3-Einheiten wurden bis 2000 abgestellt und anschließend verschrottet. Mit Fahrzeug 909 wurde eine nicht modernisierte Einheit von der Verschrottung ausgenommen, sie könnte eines Tages Museumsfahrzeug werden. Derzeit ist sie betriebsunfähig hinterstellt. Die DT3-E (inkl. DT3-LZB) werden seit Oktober 2015 abgestellt und seit 2017 verschrottet.

Insgesamt 48 der 68 DT3-E Fahrzeuge waren zur Verschrottung vorgesehen. Davon sind bereits 39 Fahrzeuge nach Lübeck abtransportiert worden. Dies geschah in vier Losen:

  • Ende März / Anfang April 2017: 9 Stück
  • Ende Juni / Anfang Juli 2017: 9 Stück
  • März 2018: 9 Stück
  • April 2019: 12 Stück

Wann der Abtransport der letzten 9 Fahrzeuge ansteht, ist unklar. Da mittelfristig nur die 10 Einheiten vom Typ DT3-ETG-N in Betrieb bleiben sollen ist vor dem Hintergrund der DT5-Nachbestellungen im Jahr 2019 die Zukunft der 10 übrigen DT3-E-Fahrzeuge derzeit unklar.

Weiterführende Links

Letzte Aktualisierung: 04.05.2020