Vergangene Woche präsentierte die HOCHBAHN ihre Infrastrukturmaßnahmen und -planungen für das Jahr 2026. Neben der U4-Verlängerung stehen zwei Großprojekte im U-Bahn-Bereich mit mehrmonatigen Streckensperrungen sowie die Fertigstellung zweier Busumsteigeanlagen an. Der E-Bus-Betriebshof Meiendorf soll fertiggestellt und ein Neubau in Langenfelde begonnen werden. Ein Überblick.
Aktuelles von der U4-Verlängerung auf die Horner Geest


Die U4-Verlängerung von der Horner Rennbahn auf die Horner Geest befinde sich weiter im „Zeit- und Kostenplan“, also jedenfalls dem zuletzt genannten. Ursprünglich war eine Inbetriebnahme für Dezember 2026 vorgesehen. Inzwischen nennt die HOCHBAHN Ende 2027 – spricht jedoch weiterhin von einem planmäßigen Verlauf. Das passiert dieses Jahr an der Neubaustrecke:
- Anfang 2026: Start von ersten Gleisbauarbeiten
- Frühsommer 2026: Fertigstellung des Tunnels unter der Manshardtstraße
- Herbst 2026: Abschluss der kompletten Rohbauarbeiten
U3: Brücken Mundsburg 2026
Vom 11. Mai bis 5. Juli steht die erste von zwei Großbaumaßnahmen im Bestandsnetz der U-Bahn an: Dann wird die U3 zwischen Mundsburg und Barmbek gesperrt und durch Busse ersetzt. Im Rahmen dieses Großprojekts investiert die HOCHBAHN ca. 28 Millionen Euro in die Instandsetzung von 8 Stahlbrücken, 4 Steinviadukten (jeweils aus den Jahren 1907 bis 1912), Erneuerung von 5.800 Schwellen und in die Instandsetzung der Haltestellen Mundsburg, Hamburger Straße und Dehnhaide.

Bei der letzten Streckensperrung dieser Art wurden die beiden U3-Teilbetriebe in Barmbek durchgebunden, sodass es umsteigefreie Verbindungen z.B. zwischen Habichtstraße und Saarlandstraße gab. Ob das auch dieses Mal geplant ist, wird sich zeigen: Die Details zum Ersatzverkehr befinden sich derzeit in der finalen Planung und werden laut HOCHBAHN rechtzeitig vorab kommuniziert.
U1: Projekt Ohlsdorf 2026
Schon eine Woche später geht es mit der zweiten Großbaumaßnahme weiter: Vom 13. Juli bis 14. Oktober fahren Busse statt U-Bahnen zwischen Fuhlsbüttel Nord und Lattenkamp. Die Haltestelle Ohlsdorf wird stadteinwärts bis zum 28. Oktober ohne Halt durchfahren. Hier investiert die HOCHBAHN ca. 23 Millionen Euro in den Neubau des U-Bahnsteigs Ohlsdorf, die Sanierung der Brücke „Alster“ (nahe U Klein Borstel) und in den Neubau der direkt an der Haltestelle Ohlsdorf befindlichen Brücke Alsterdorfer Straße. Hierfür haben erste vorbereitende Maßnahmen (Baumfällungen) bereits begonnen.
Derzeit werde noch geprüft, ob wie bei früheren Sperrungen dieses Streckenabschnitts wieder Expressbusse zwischen Lattenkamp und Fuhlsbüttel Nord angeboten werden können, um die Reisezeitverluste zu reduzieren.

Die neue Brücke wird vor Ort montiert, sodass es zu Sperrungen im Bereich der Verkehrsinsel an der Alsterdorfer Straße / Im Grünen Grunde / Rathenaustraße kommen wird. Die Brückenarbeiten werden keinen Einfluss auf den direkt daneben verlaufenden S-Bahnverkehr haben. Dort stehen erst im Jahr 2027 wieder umfangreiche Arbeiten an Eisenbahnüberführungen an. Konkret ist an der Alsterdorfer Straße folgender Bauablauf geplant:
- März 2026: Einrichtung der Verkehrsführung und Baustellenflächen, erste Arbeiten an den seitlichen Tragelementen der Brücke
- Mitte April 2026: Anlieferung der neuen Brücke in Einzelteilen. Vormontage bis Sommer vor Ort auf der kleinen Grünfläche. Die Brücke wird eine Länge von 42 Metern haben und ist rund 10 Meter breit. Der Bereich der Verkehrsinsel ist bis Herbst gesperrt, die Alsterdorfer Straße bleibt aber befahrbar. Ausnahmen: Kurze nächtliche Vollsperrungen sowie vom 17.-22.7., 14.-16.8., 9.-14.10. und 23.-25.10.
- Ab Mitte Juli: Ausbau von Technik, Schotter und Gleisen. Die alte Brücke wird ausgehoben, zerteilt und abtransportiert. Die seitlichen Stützwände werden umfassend instandgesetzt.
- Mitte August: Einheben der neuen Brücke und Fertigstellung der seitlichen Stützwände, anschließend werden Technik, Schotter und Gleise wieder auf der Brücke verlegt.
Der Bahnsteig der Haltestelle Ohlsdorf wird komplett neu gebaut und auf ganzer Länge vollerhöht und ein umfangreiches Entwässerungssystem verbaut. Während der Sperrung sind die Bäckerei und der Imbiss auf dem Bahnsteig nachvollziehbarerweise geschlossen. An der Brücke Alster werden ebenfalls Technik, Schotter und Gleise bauzeitlich entfernt und wieder eingebaut. Konkret stehen Abdichtungsarbeiten auf der Brücke, die Sanierung des Mauerwerks und der Unterseite aus Stahlbeton an. Diese Maßnahmen werden während der Vollsperrung durchgeführt.
Im Windschatten dieser Betriebsunterbrechung soll auch der zweite Bahnsteig der Haltestelle Sengelmannstraße fertiggestellt und „wieder“ angeschlossen werden. Damit nutzt die U1 ab Herbst in beide Richtungen ihre künftigen Gleise/Bahnsteige.
Wie bereits an anderer Stelle angemerkt, brechen in den Schleswig-Holsteinischen Sommerferien für Pendler aus Richtung Kaltenkirchen / Henstedt-Ulzburg harte Zeiten an: Während der gesamten Sommerferien ruht parallel der Zugverkehr auf der A2 zwischen Norderstedt Mitte und Ulzburg Süd – auch hier fahren Busse statt Bahnen.
Neubau der Busanlage Rahlstedt
Der Neubau der Busanlage Rahlstedt schreitet mit großen Schritten voran: Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2026 geplant. Aufgrund der 2027 plus X in Betrieb gehenden Linie S4 (die DB InfraGO nennt inzwischen keine Eröffnungstermine mehr) werden mindestens 2.000 zusätzliche Fahrgäste täglich erwartet. Um die steigende Nachfrage bedienen zu können werden seit Mai 2024 rund neun Millionen Euro investiert.


Oben: Visualisierung der neuen Busanlage Rahlstedt.
Foto und Visualisierung: HOCHBAHN
In Vorbereitung auf die 2027 plus X in Betrieb gehende Linie S4 – die DB InfraGO nennt seit letztem Jahr keine Eröffnungstermine mehr – wird die Busanlage für mindestens 2.000 Fahrgäste mehr pro Tag komplett neugebaut.
Neubau des ZOB Harburg
Auch der Neubau des Harburger ZOBs läuft weiter. Seit Sommer 2024 werden alle Buslinien über den „benachbarten“ S-Bahnhof Harburg Rathaus umgeleitet. Inzwischen wurde mit der Erstellung der neuen Dachkonstruktion begonnen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant. Die HOCHBAHN erwartet am um zusätzliche Abfahrtsbereiche erweiterten ZOB künftig 40.000 Fahrgäste täglich – und bis zu 150 Busabfahrten stündlich.


Oben: Visualisierung des neuen ZOB Harburg
Foto und Visualisierung: HOCHBAHN
Neubau des E-Bus-Betriebshof Meiendorf
Ebenfalls noch im Jahr 2026 soll der erste reine E-Bus-Betriebshof der HOCHBAHN im Nordosten der Stadt fertiggestellt werden.

Er soll künftig 130 Elektrobusse beheimaten, die – nach derzeitigem Stand – auf den Linien 17, 24, 116, 167, 168/368, 171, 174 und 375 eingesetzt werden sollen. Der Busbetriebshof zeichne sich durch seine Nachhaltigkeit aus: Die Dächer sind begrünt und verfügen über Photovoltaikanlagen, außerdem werden Regenwasser und Abwärme genutzt.
Die Fertigstellung ist für den Spätsommer 2026 geplant, dann soll auch ein Probebetrieb starten, ehe die reguläre Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 erfolgen soll.
Neubau des Bus-Betriebshofs Langenfelde
Auch bei bestehenden Bus-Betriebshöfen stehen größere Maßnahmen an: Der Bus-Betriebshof Langenfelde soll ab März 2026 ebenfalls einen Neubau erhalten. In diesem Zuge soll die Busleitstelle aus der Steinstraße nach Langenfelde umziehen und die Infrastruktur für bis zu 200 E-Busse geschaffen werden.


Die Busleitstelle ist das Herzstück des Busbetriebs, aus der die Einsätze aller Buslinien gesteuert, Fahrpläne überwacht und der Verkehr im Stadtgebiet koordiniert werden. Noch befindet sich die Busleitstelle neben der U-Bahn-Leitstelle im HOCHBAHN-Haus in der Steinstraße 20. Die freiwerdenden Räumlichkeiten sollen für die Leitstelle der in Bau befindlichen Linie U5 genutzt werden. So konzentriert sich der Standort Steinstraße künftig auf den U-Bahn-Betrieb, während Langenfelde zum zentralen Standort des Busbetriebs, einschließlich Leitstelle, Verwaltung und Busfahrschule wird.
Auch beim Neubau in Langenfelde sollen Dächer begrünt und mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet werden. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 geplant.
Titelbild: Visualisierung der neuen Brücke Alsterdorfer Straße – Quelle: HOCHBAHN
