DB und GDL einigen sich auf neuen Tarifvertrag

Während die Mitarbeiter der HOCHBAHN und vhh.mobility heute wie viele Kolleginnen und Kollegen anderer Nahverkehrsbetriebe bundesweit für mehr Geld und/oder bessere Arbeitsbedingungen streiken und demonstrieren, konnte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sich mit der Deutschen Bahn auf einen neuen Tarifvertrag einigen. Die Friedenspflicht wäre morgen abgelaufen – und Streiks wahrscheinlich gewesen.

Die Tarifvertragsparteien konnten sich auf einen neuen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten einigen – das erste Mal seit 2018 ohne Streiks. Die Einigung umfasst folgende Punkte:

  • 5 Prozent mehr Gehalt – 2,5 % zum 01.08.2026, weitere 2,5 % zum 01.08.2027
  • Einführung einer neuen achten Entgeltstufe zum 01.08.2026 für Mitarbeitende, die mindestens 35 Jahre im Unternehmen sind
  • Gezielte Erhöhung von Entgelt und Zulagen für operative Personale zum 01.12.2026
  • 700 Euro Einmalzahlung im April 2026
  • 24 Monate Laufzeit (01.01.2026 – 31.12.2027), anschließend dreimonatige Verhandlungsphase mit Friedenspflicht bis 31.03.2028
  • Kompromisse zur gemeinsamen Handhabung des Tarifeinheitsgesetzes (bis 31.12.2030)
    • Unabhängiges, notarielles Zählverfahren zur Bestimmung der gewerkschaftlichen Mehrheiten in den Betrieben
    • Bestimmte tarifvertragliche  Regelungen können ab 01.01.2027 (Entgelttabelle) bzw. 01.01.2028 (Zulagen, Arbeitszeitvolumen) für Gewerkschaftsmitglieder auch in den Betrieben der drei Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Anwendung kommen, in denen die jeweils andere Gewerkschaft die Mehrheit hat. Nicht davon umfasst sind insbesondere Regelungen, die die konkrete Einsatzplanung betreffen, um die Personaldisposition in den Betrieben einheitlich zu gewährleisten.

Der von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ausgehandelte Tarifvertrag hat noch eine Laufzeit bis Ende 2027, sodass bis dahin bei der DB keine Streiks zu erwarten sind. Gute Nachrichten – während Hamburgs Nahverkehr heute in weiten Teilen still steht 🙂

Titelbild: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben