U3 Saarlandstraße: Nach Verzögerungen jetzt vollständig barrierefrei

Der barrierefreie Ausbau der U3-Haltestelle Saarlandstraße ist abgeschlossen. Seit Montag, 2. November, sind beide Bahnsteige mit Aufzügen erreichbar. Der erste Aufzug ist bereits seit Dezember 2025 in Betrieb, die Fertigstellung des zweiten verzögerte sich mehrfach. Zugleich wurde die denkmalgeschützte Haltestelle umfassend saniert und ein historischer Eingang aus der Eröffnungszeit wiederhergestellt.

Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit ist die U3-Haltestelle Saarlandstraße vollständig nun barrierefrei. Am 2. November nahm die HOCHBAHN den zweiten Aufzug in Betrieb, der den Bahnsteig in Fahrtrichtung Kellinghusenstraße erschließt. Der Aufzug zum Bahnsteig in Richtung Barmbek steht bereits seit dem 19. Dezember 2025 zur Verfügung. Damit endet ein Umbau, der ursprünglich bereits im Sommer 2025 abgeschlossen sein sollte. Die 1912 eröffnete Haltestelle erwies sich jedoch als aufwendiger zu sanieren als zunächst angenommen.

Die beiden gläsernen Aufzüge führen von der historischen Schalterhalle auf die Bahnsteigebene. Ergänzt werden sie durch ein taktiles Leitsystem für sehbehinderte Menschen. Im Zuge der Arbeiten wurden außerdem die Bahnsteige geringfügig auf 125 Meter verlängert und die historischen Treppenanlagen denkmalgerecht saniert. Für deren Wiederherstellung wurden eigens nach historischem Vorbild gefertigte und gebrannte Fliesen verwendet.

Kriegsschäden und Frost verzögerten den Umbau

Die Bauarbeiten hatten im Mai 2024 begonnen. Während einer sechswöchigen Sperrung der U3 zwischen Barmbek und Kellinghusenstraße vom 27. Mai bis zum 7. Juli 2024 wurden unter anderem die Stahlkonstruktion des ersten Aufzugs eingebaut und Arbeiten an den Bahnsteigen begonnen. Anschließend wurde der Umbau bei laufendem U-Bahn-Betrieb fortgesetzt.

Im April 2025 teilte die Hochbahn mit, dass bei der Sanierung bislang unbekannte Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden seien. Dazu gehörten Verformungen an Stahlbauteilen, Risse im Mauerwerk sowie Feuchtigkeitsschäden an Holzkonstruktionen. Die zusätzlich notwendigen Sanierungsarbeiten führten zu einer ersten Verschiebung der Inbetriebnahme.

Statt wie ursprünglich vorgesehen im Sommer 2025 konnte der erste Aufzug in Richtung Barmbek erst am 19. Dezember 2025 freigegeben werden. Der zweite Aufzug sollte nach den damaligen Planungen im Sommer 2026 folgen. Doch auch dieser Termin ließ sich nicht halten: Niedrige Temperaturen in den Wintermonaten hatten zwischenzeitlich Beton- und Putzarbeiten verhindert und den Bauablauf weiter verzögert.

Im Juni 2026 kündigte die Hochbahn deshalb eine Fertigstellung im Herbst an – letztlich sollte die feierliche Inbetriebnahme am 2. November erfolgen. Damit ist nun auch der Bahnsteig in Fahrtrichtung Kellinghusenstraße stufenlos erreichbar. Bis dahin mussten Fahrgäste, die auf einen Aufzug angewiesen waren und aus Richtung Barmbek kamen, bis Borgweg weiterfahren und dort in einen Gegenzug umsteigen, um die Haltestelle Saarlandstraße barrierefrei zu erreichen.

Historischer Osteingang dauerhaft wieder geöffnet

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten verfügt die Haltestelle außerdem dauerhaft über einen zweiten Zugang an ihrer Ostseite. Dabei handelt es sich um die Wiederherstellung des ursprünglichen Bahnhofszugangs aus dem Jahr 1912.

Die Station wurde damals unter dem Namen Flurstraße eröffnet und besaß zunächst nur einen Mittelbahnsteig mit einem einfachen Zugang an dessen östlichem Ende. Erst beim großzügigen Ausbau des Bahnhofs in den 1920er-Jahren erhielt sie einen zweiten Bahnsteig und das bis heute prägende Empfangsgebäude nach Plänen des Architekten Walther Puritz. Der ursprüngliche Zugang unter der U-Bahn-Brücke wurde damals geschlossen.

Die Wiederöffnung war bereits 2023 Gegenstand einer Initiative in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord. Hintergrund war insbesondere die Entwicklung des Wohngebiets am Alten Güterbahnhof. Fahrgäste aus dem nordöstlichen Umfeld mussten bislang zunächst unter den Gleisen hindurch zum südlichen Haupteingang laufen und anschließend innerhalb der Haltestelle wieder zurückgehen.

Im Juli 2023 sprach sich der Hauptausschuss der Bezirksversammlung dafür aus, eine Wiederöffnung des alten Osteingangs während der Bauzeit und dessen dauerhafte Nutzung zu prüfen. Die Verkehrsbehörde erklärte im Oktober 2023, dass der historische Eingang während des Umbaus ohnehin benötigt werde. Einer dauerhaften Wiederöffnung stand sie grundsätzlich offen gegenüber, vorbehaltlich der erforderlichen Abstimmungen.

Tatsächlich wurde der historische Zugang bereits im Sommer 2024 vorübergehend für die Fahrgäste geöffnet. Während der Sanierung des Haupteingangs ermöglichte er den Zugang zu den Bahnsteigen. Eine provisorische Fußgängerbrücke verband zeitweise die beiden Seiten der Haltestelle, damit die Arbeiten an den Treppenanlagen nacheinander durchgeführt werden konnten.

Im Rahmen der abschließenden Sanierung wurde der Osteingang nun nach historischem Vorbild wiederhergestellt und als dauerhafter zweiter Zugang eingerichtet. Insbesondere für Fahrgäste aus Richtung Alter Güterbahnhof verkürzen sich dadurch die Wege zur U-Bahn. Außerdem hält künftig die Linie 261 direkt vor dem neuen Zugang.

Die sanierte und barrierefrei ausgebaute Haltestelle in Bildern

Die folgende Fotogalerie zeigt die U-Bahnhaltestelle Saarlandstraße nach der Sanierung und dem barrierefreien Ausbau am Nachmittag des 7. Novembers 2026. Einige Restarbeiten stehen noch aus. Die Bilder lassen sich per Klick in der Vollbildansicht öffnen.

Nur noch zwei U3-Haltestellen nicht barrierefrei

Mit dem Abschluss der Arbeiten an der Saarlandstraße sind inzwischen 90 der insgesamt 93 Hamburger U-Bahn-Haltestellen barrierefrei erreichbar. Das entspricht knapp 97 Prozent des Netzes.

Seit Beginn des vom Hamburger Senat finanzierten Ausbauprogramms im Jahr 2012 wurden 50 bestehende Haltestellen nachgerüstet. Hinzu kommen die vier von Beginn an barrierefrei errichteten Haltestellen HafenCity Universität, Überseequartier und Elbbrücken an der U4 sowie Oldenfelde an der U1. Zu Beginn des Programms waren lediglich 36 der damals 89 Haltestellen barrierefrei.

Damit verbleiben nur noch drei Haltestellen ohne vollständigen barrierefreien Zugang. Zwei davon liegen ebenfalls an der U3: Für die Sierichstraße läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren, während sich der barrierefreie Ausbau der Sternschanze in der Planung befindet. Dort steht ein vollständiger Neubau der Haltestelle an.

Die dritte Station ist Kiekut am nordöstlichen Ende der Linie U1 in Schleswig-Holstein: Dort sieht die HOCHBAHN aufgrund der geringen Fahrgastzahlen und der bestehenden barrierefreien Busanbindung keinen Umbau vor.