Zum Start in die Woche blickt DT5 Online auf die Meldungen der letzten Woche zurück. Die Planungen für die U5-„Verlängerung“ von den Arenen bis nach Lurup und Osdorf nimmt Fahrt auf. Außerdem wurde angekündigt, dass Senioren ab Mai in den Genuss vergünstigter Deutschlandtickets kommen sollen. An der U3-Haltestelle Saarlandstraße wurde der erste von zwei Aufzügen in Betrieb genommen. Schließlich blicken wir auch über den Tellerrand zu den nördlichen Nachbarn: Am Freitag wurde Dänemarks erster Batteriezug in Betrieb genommen.
Digitale Angebote steigern Zufriedenheit der HOCHBAHN-Kundschaft
Letzte Woche hat die HOCHBAHN die Ergebnisse ihres aktuellen Kundenerlebnismonitors vorgestellt. Besonders die digitalen Services wie die Live-Standortanzeige der Busse, der digitale Ticketkauf und der Störungsticker in der hvv App und der hvv switch-App kommen bei den Fahrgästen sehr gut an. Auch das Deutschlandticket und die Beratung in den von der HOCHBAHN betriebenen hvv-Servicestellen werden durchweg positiv bewertet.
Für den fünften Kundenerlebnismonitor wurden rund 3000 Fahrgäste zu etwa 100 Leistungsmerkmalen befragt. Insgesamt sind 94 Prozent der Befragten zumindest zufrieden mit den Leistungen der HOCHBAHN. Mit einem Durchschnittswert von 2,36 auf einer Skala von 1 bis 5 erreichte das Verkehrsunternehmen das beste Ergebnis seit Beginn der Erhebung 2021 und verbesserte sich bundesweit auf Platz sechs.
Christina Becker, Marketingchefin bei der HOCHBAHN, erklärte, dass insbesondere beim Zustand der Fahrzeuge und der Zuverlässigkeit die Kundinnen und Kunden deutlich zufriedener seien als noch vor einem Jahr. Zwar liegen die Bewertungen für Sicherheitsgefühl und Störungsinformationen unter dem Gesamtdurchschnitt, doch auch hier zeigen sich Fortschritte, vor allem im U-Bahn-Bereich und abends im Busverkehr. Die HOCHBAHN wertet dies als Bestätigung ihres aktuellen Kurses.
U5 soll bis nach Lurup und Osdorf verlängert werden
Die Planungen für eine Verlängerung der U5 in den Hamburger Westen sind gestartet. Die Linie soll künftig über die Arenen im Volkspark hinaus bis nach Lurup und Osdorf führen und etwa vier Kilometer länger werden. Geplant sind zwei neue Haltestellen – jeweils eine pro Stadtteil. Damit erhalten beide Quartiere erstmals einen direkten Schnellbahnanschluss. Grundlage ist der Senatsbeschluss vom 23. September 2025, der die bisherigen Schnellbahnplanungen (Anschluss per S-Bahnlinie S6) änderte und die HOCHBAHN mit der Verlängerung der U5 beauftragte. DT5 Online berichtete.

Untersucht werden verschiedene Varianten für Strecke und Haltestellenlagen. Dabei kann auf die Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung (MBU) aus dem Jahr 2019 aufbauen. Die HOCHBAHN U5 Projekt GmbH rechnet damit, im Frühjahr 2026 eine Vorzugsvariante vorstellen zu können; die Vorplanung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Erst dann werden die Kosten absehbar sein. Klar sei allerdings bereits: Durch die Verlängerung werde sich der für die Bundesförderung wichtige Nutzen-Kosten-Faktor weiter erhöhen. Parallel ist wie gewohnt eine frühe Bürgerbeteiligung vorgesehen: Bereits im Januar 2026 sollen Veranstaltungen in Lurup und Osdorf stattfinden.
U3 Saarlandstraße: Erster Aufzug in Betrieb genommen
Ein weiterer Schritt zur Barrierefreiheit: Der erste von zwei Aufzügen an der U3-Haltestelle Saarlandstraße wurde am vergangenen Freitag in Betrieb genommen. Damit ist die Haltestelle in Fahrtrichtung Barmbek barrierefrei zugänglich. Der Aufzug führt von der historischen Schalterhalle direkt auf den Bahnsteig und ist in transparenter, gläserner Bauweise gestaltet.
Der zweite Aufzug zum Bahnsteig Richtung Borgweg soll im Sommer 2026 folgen. Dann ist die Haltestelle vollständig barrierefrei. Nutzerinnen und Nutzer aus Richtung Barmbek können bis Borgweg durchfahren und von dort barrierefrei zurück zur Saarlandstraße gelangen.
Deutschlandticket: Vergünstigungen für Seniorinnen und Senioren angekündigt
Das hvv Deutschlandticket bleibt in Hamburg sehr gefragt: Mehr als jede zweite Hamburgerin und jeder zweite Hamburger besitzt mittlerweile ein Deutschlandticket, die Zahl der Abonnentinnen und Abonnenten stieg beim hvv seit 2019 um 63 Prozent. Der hvv hebt hervor, dass es bemerkenswert sei, dass die Zahlen trotz der Fahrgastrückgänge während der Corona-Pandemie und des seitdem verbreiteten Arbeitens im Homeoffice deutlich gestiegen sind. Rund 20 Prozent der Fahrten werden vom Pkw verlagert – ein wichtiger Beitrag für die Mobilitätswende und den Klimaschutz.
Viele Gruppen profitieren bereits von Vergünstigungen: Über 200.000 Schülerinnen und Schüler fahren kostenlos, Auszubildende, Studierende und mehr als 330.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten Sonderkonditionen, dazu kommt ein Sozialrabatt. Ab 1. Mai 2026 können auch Seniorinnen und Senioren ab 67 Jahren das Ticket für 49 Euro statt 63 Euro nutzen und sparen so 168 Euro pro Jahr. Alle betroffenen Seniorinnen und Senioren werden rechtzeitig informiert.
Hamburg investiert weiter kräftig in den ÖPNV: Für das Deutschlandticket werden strukturell 130 Mio. Euro bereitgestellt, inklusive Subventionen summieren sich die Förderungen künftig auf rund 200 Mio. Euro pro Jahr. Allein in den Jahren 2025 und 2026 fließen rund 1 Mrd. Euro in den Schnellbahnausbau, darunter 135 Mio. Euro für neue S-Bahn-Fahrzeuge. Von 2027 bis 2030 sollen weitere rund 2,8 Mrd. Euro in den Ausbau, darunter 1,5 Mrd. Euro in die U5, investiert werden. Laut Finanzsenator Dr. Andreas Dressel (SPD) ist dies ein großer, aber machbarer Schritt, der Hamburg bundesweit zu einer der Städte mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für den ÖPNV macht.
Blick über den Tellerrand: Dänemarks erster Batteriezug in Betrieb
Vor zwei Jahren startete Schleswig-Holstein in das Batteriezug-Zeitalter, um die „alten“ Dieseltriebwagen zu ersetzen, auch in anderen Teilen von Deutschland ist der Einsatz von solchen Zügen geplant oder bereits gestartet. Nun setzt ein weiteres Land auf Technologie: Am Freitag weihte der dänische König Frederik X. den ersten dänischen Batteriezug der Midtjyske Jernbaner feierlich ein. Mit den sieben neuen Siemens Mireo Plus B-Batteriezügen werden damit die letzten ikonischen Lynette-Triebwagen aus den 1980er-Jahren abgelöst, ebenso jüngere Siemens Desiro-Triebwagen.


Die Siemens Mireo Plus B-Fahrzeuge werden an Oberleitungsinseln entlang der Linien 92 (Holstebro – Skjern) und 93 (Lemvigbahn) während der Wende- und Pausenzeiten geladen. Die Reichweite der Züge wird mit mindestens 80 Kilometern angegeben. Der dänische Netzbetreiber Banedanmark erprobt im Rahmen des Projekts zudem zwei unterschiedliche Konzepte für künftige Ladeinfrastrukturen: Zum Einsatz kommen dabei einerseits klassische Oberleitungsanlagen mit Fahrdraht, andererseits eine aufgehängte Stromschiene als alternatives Ladesystem.
Während das dänische Kernnetz laufend elektrifiziert wird, setzen die lokalen Regionalzuganbieter auf die neue Akkutechnik. Die Region Sjælland hat für den Betreiber Lokaltog 24 zweiteilige FLIRT Akku-Züge bestellt, die ab 2028 zum Einsatz kommen sollen.
Quelle Titelbild: HOCHBAHN
