Die Deutsche Bahn bündelt in den Hamburger Sommerferien umfangreiche Bauarbeiten im Bahnknoten Hamburg. Von Dienstag, 14. Juli, bis Sonntag, 30. August, werden mehrere große Infrastrukturmaßnahmen auf der Verbindungsbahn, im Umfeld des künftigen Fern- und Regionalbahnhofs Altona sowie an mehreren Brücken und Stellwerken zusammengelegt. Für Fahrgäste bedeutet das über mehrere Wochen deutliche Einschränkungen im Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr. Gegenüber der ursprünglichen Pläne musste die Sperrpause um 10 Tage verlängert werden.
Im Mittelpunkt steht der Neubau der Sternbrücke, der nun auf die Zielgerade geht. Parallel arbeitet die DB unter anderem an den Eisenbahnbrücken Schanzenstraße und Holstenstraße, nimmt das neue elektronische Stellwerk Altona in Betrieb und setzt Arbeiten am Stellwerk Eidelstedt fort. Die Maßnahmen sollen die Leistungsfähigkeit der Verbindungsbahn zwischen Hauptbahnhof und Altona sichern und die technischen Voraussetzungen für die Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona schaffen.
Auch der Straßenverkehr ist betroffen. Die Kreuzung an der Sternbrücke, also Stresemannstraße/Max-Brauer-Allee, wird vom 16. Juli bis zum 31. August vollgesperrt. Für den Kfz-Verkehr sollen mehrere Ausweichstrecken freigehalten werden. Die Stresemannstraße und die Max-Brauer-Allee sollen wie vorgesehen am 31. August beziehungsweise am 2. September wieder freigegeben werden.
Mehrere Bauprojekte in einem Baufenster
Bei der Sternbrücke wird zunächst die bestehende Brücke zurückgebaut, in Einzelteile zerlegt und abtransportiert. Anschließend wird die neue Brücke von der Montagefläche zur Bahnstrecke gebracht und eingehoben. Der Einhub ist eines der zentralen Elemente der Sommersperrung und soll Ende Juli erfolgen.
An der seit gut einem Jahr gesperrten Eisenbahnüberführung Holstenstraße (S-Bahngleis Holstenstraße – Altona) bereitet die DB die Widerlager vor, damit anschließend Hilfsbrücken eingehoben werden können. Im Bereich der Schanzenstraße entstehen drei neue Stützwände. Sie sollen Bahndämme und Bauwerke stabilisieren und damit die Strecke dauerhaft sichern.
Für die Verlegung des Bahnhofs Hamburg-Altona werden zudem das neue elektronische Stellwerk Altona in Betrieb genommen und das Kreuzungsbauwerk Langenfelde zurückgebaut. Dazu kommen Arbeiten an Leit- und Sicherungstechnik sowie an Oberleitungen. Parallel laufen weitere Arbeiten am elektronischen Stellwerk Eidelstedt.
Die DB begründet die Bündelung damit, dass mehrere Eingriffe gleichzeitig vorgenommen werden können. Dadurch können die Auswirkungen zwar nicht vermieden, aber insgesamt auf einen gemeinsamen Zeitraum konzentriert werden. Für Fahrgäste und Anwohner bleiben die Einschränkungen dennoch erheblich.
Verbindungsbahn bleibt 10 Tage länger gesperrt
Ursprünglich sollte die Verbindungsbahn bereits am 20. August wieder freigegeben werden, doch steht bereits jetzt fest: Es wird 10 Tage länger dauern – der eigentliche Zeitplan für den Rückbau und Einhub ändert sich nicht, sondern nur den für die Inbetriebnahme und Arbeiten nach dem Einhub.
Hintergrund sind Anpassungen an der Oberleitungsanlage. Wegen statischer Anforderungen müssen zusätzliche Oberleitungsmaste errichtet und dafür weitere Gründungsarbeiten ausgeführt werden. Diese Arbeiten können nur im gesperrten Gleisbereich stattfinden. Hinzu kommen Abweichungen zwischen den Ergebnissen der Voruntersuchungen und den tatsächlich vorgefundenen Baugrundverhältnissen. Wegen der engen Gleisabstände ist während dieser Arbeiten allerdings auch kein S-Bahn-Verkehr möglich.
DB-Projektleiterin Janna Widmaier bezeichnete den Einhub der Sternbrücke und die damit verbundenen Arbeiten als eine der anspruchsvollsten Infrastrukturmaßnahmen im Hamburger Bahnknoten. Man habe versucht, die zusätzlichen Arbeiten innerhalb der ursprünglich geplanten Zeit umzusetzen, benötige nun aber mehr Zeit. Die DB bittet Fahrgäste, Anwohnende und weitere Betroffene um Verständnis.
Durch die längere Bauzeit kommt es im Umfeld der Sternbrücke bis einschließlich 30. August zu nächtlichen Arbeiten. Der Anspruch betroffener Anwohnender auf Ersatzwohnraum verlängert sich entsprechend.
Fahrplanänderungen im Fernverkehr
ACHTUNG! Durch die Verlängerung der Sperrung der Verbindungsbahn sind die Verkehrskonzepte derzeit noch in Überarbeitung. In diesem Beitrag ist der alte Stand ohne verlängerte Sperrpause abgebildet.
Vom 18. Juli bis zum 15. August kommt es zu umfangreichen Fahrplanänderungen im Fernverkehr im Großraum Hamburg:
- In Altona und Dammtor entfallen in diesem Zeitraum sämtliche Fernverkehrshalte.
- In Neumünster und Kiel entfällt die Mehrheit der Fernverkehrshalte.
- In Hamburg Hauptbahnhof, Itzehoe, Heide, Husum, Niebüll und Westerland entfallen ebenfalls einzelne Fernverkehrshalte.
- Ersatzweise hält ein Teil der Fernverkehrszüge in Harburg, Bergedorf beziehungsweise Pinneberg.
- Einzelne Züge in Richtung Berlin und Süddeutschland entfallen vorübergehend.
Für Kiel bleibt im Fernverkehr während der Sommersperrung eine Grundanbindung bestehen. Nach Angaben der DB fahren zwei ICE-Zugpaare pro Tag: ICE 776 kommt gegen Mittag und ICE 770 am Abend in Kiel an, ICE 579 verlässt Kiel am Vormittag sowie ICE 773 am frühen Nachmittag. Ein zusätzliches Ersatzverkehrsangebot per Bus vom Kreuzfahrtterminal Kiel zum Hamburger ZOB wird an besonders nachfragestarken Reisetagen angestrebt.
Zusätzliche Einschränkungen gibt es in den ersten Tagen der Sperrung auf der Strecke Richtung Kiel und Westerland. Wegen weiterer Bauarbeiten zwischen Hamburg und Elmshorn sind vom 19. Juli, 10 Uhr, bis zum 22. Juli, 13 Uhr, keine Fernverkehrsfahrten von und nach Westerland sowie Kiel möglich.
Regionalverkehr Schleswig-Holstein: Züge wenden teils in Pinneberg
ACHTUNG! Durch die Verlängerung der Sperrung der Verbindungsbahn sind die Verkehrskonzepte derzeit noch in Überarbeitung. In diesem Beitrag ist der alte Stand ohne verlängerte Sperrpause abgebildet.
Auch im Regionalverkehr von und nach Schleswig-Holstein kommt es zu umfangreichen Änderungen in verschiedenen Bauphasen. Die nachfolgenden Auflistungen geben nur einen Überblick und können bei 9 verschiedenen Verkehrskonzepten allein bei der DB Regio nicht alles abbilden. Fahrgäste werden gebeten vor der Fahrt ihre Verbindung über die elektronischen Auskunftssysteme zu prüfen.
Fahrplanänderungen bei der DB Regio im Überblick
- Vom 18. Juli bis zum 20. August wenden die Linien RE 7 Hamburg Hbf – Flensburg/Kiel Hbf, RE 70 Hamburg Hbf – Kiel Hbf sowie RE 6 Hamburg-Altona – Westerland mehrheitlich in Pinneberg.
- Teilweise gibt es Bauphasen mit ganztägigen Ausfällen und Ersatzverkehr, insbesondere auf der Linie RE 70.
- Betroffen sind phasenweise die Abschnitte Hamburg – Pinneberg, Hamburg – Elmshorn und Hamburg – Neumünster.
- Der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH) finanziert zusätzliches Servicepersonal am Bahnhof Pinneberg, um umsteigende Reisende zu unterstützen.
- An den Wochenenden fährt die Linie S5 bis Pinneberg.
- Zusätzlich wird samstags und sonntags der 10-Minuten-Takt der S3 auf den Abschnitt Elbgaustraße – Pinneberg erweitert.
Zusätzliche Einschränkungen gibt es auf dem RE 7 zwischen Neumünster – Flensburg:
- Wegen weiterer Baumaßnahmen ist von Freitag, 17. Juli, ab etwa 20 Uhr, bis einschließlich Sonntag, 19. Juli, ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Neumünster und Flensburg erforderlich.
- Am gesamten Wochenende entfallen die Züge der Linie RE7 in diesem Abschnitt.
- Es verkehren Direktbusse zwischen Neumünster und Flensburg mit Halt in Schleswig.
- Zusätzlich fahren Busse mit allen Zwischenhalten.
Fahrplanänderungen bei der nordbahn im Überblick
- Auch auf den Linien RB 63 und RB 82, die in Neumünster beginnen und enden, kommt es in diesem Zeitraum zu Einschränkungen, Ausfällen und Ersatzverkehr.
- Auf der Strecke zwischen Hamburg und Itzehoe beziehungsweise Wrist verkehren die Linien RB 61 und RB 71 in den unterschiedlichen Bauphasen nur auf Teilstrecken.
- Im längsten Zeitraum, vom 22. Juli bis zum 12. August um 22 Uhr, beginnen und enden alle Zugfahrten der nordbahn in Pinneberg.
- Am Sonnabend, 18. Juli, kann der Bahnhof Altona noch angefahren werden.
- Von Sonntag, 19. Juli, bis Mittwoch, 22. Juli, fährt die RB 61 nur zwischen Itzehoe und Pinneberg. Im selben Zeitraum fährt die RB 71 nur zwischen Wrist und Elmshorn.
- Am Donnerstag, 13. August, und Freitag, 14. August, fahren die nordbahnen wieder bis beziehungsweise ab Altona.
- Am Sonnabend, 15. August, soll das reguläre Fahrplanangebot gefahren werden.
- Am Sonntag, 16. August, fahren die nordbahn-Züge erneut nur ab beziehungsweise bis Pinneberg.
- Die Zugfahrten der Linie RB 60 entfallen zwischen dem 20. Juli und dem 12. August.
- Im Gesamtzeitraum werden montags bis freitags auf den meisten Verbindungen verlängerte Züge eingesetzt, um zusätzliche Kapazitäten anzubieten.
- Für ausfallende Zugfahrten wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
- Zwischen Pinneberg und Hamburg sollen Fahrgäste die S-Bahn nutzen. Außerhalb der Betriebszeiten der S-Bahn werden Ersatzbusse eingesetzt.
S-Bahn: Sperrung zwischen Sternschanze und Altona
ACHTUNG! Durch die Verlängerung der Sperrung der Verbindungsbahn sind die Verkehrskonzepte derzeit noch in Überarbeitung. In diesem Beitrag ist der alte Stand ohne verlängerte Sperrpause abgebildet.
Auch die S-Bahn ist von den Bauarbeiten betroffen. Die Einschränkungen konzentrieren sich vor allem auf den Abschnitt zwischen Sternschanze und Altona sowie auf die Linienführung der Bergedorfer S-Bahn (S2/S7). Von Freitag, 17. Juli bis Freitag, 14. August verkehren keine Züge zwischen Sternschanze und Altona bzw. Diebsteich. Es wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Es kommt zu Umleitungen im S-Bahnverkehr:
- Die Linie S2 verkehrt nur zwischen Sternschanze und Bergedorf. Vom 10. August bis 14. August verkehrt die Linie S2 nur zwischen Berliner Tor und Bergedorf.
- Die Linie S5 wird in beiden Richtungen über die City-S-Bahn (Altona – Jungfernstieg – Hauptbahnhof) umgeleitet.
- Die Linie S7 verkehrt unter der Liniennummer S2 zwischen Sternschanze und Aumühle.
Parallel laufen Bauarbeiten an der Berlinertordammbrücke, sodass Fahrgäste der Linie S1 am Berliner Tor zur Weiterfahrt jeweils bahnsteiggleich umsteigen müssen. Alle Züge der Linie S1 verkehren dort von Gleis 1 und 2.
Vollsperrung an der Sternbrücke bis Ende August
Neben dem Bahnverkehr ist auch der Straßenverkehr rund um die Sternbrücke betroffen. Die Kreuzung Stresemannstraße/Max-Brauer-Allee bleibt vom 16. Juli bis zum 31. August vollständig gesperrt. Die Sperrung dauert damit länger als die eigentliche Bahnsperrung, weil nach dem Einhub der neuen Brücke auch Straßenbauarbeiten erforderlich sind.
Um die Auswirkungen zu begrenzen, sollen wichtige Ausweichrouten von anderen Baustellen freigehalten beziehungsweise bestehende Baustellen vorübergehend zurückgebaut werden. Betroffen sind unter anderem die Elbchaussee, die Fruchtallee sowie die Achse Holstenstraße/Reeperbahn. Außerdem wurden im Vorfeld neun Lichtsignalanlagen mit Sonderprogrammen ergänzt. Rund um die Sternbrücke sollen LED-Countdown-Tafeln auf Beginn und Ende der Sperrung hinweisen. Im Westen und Osten der Stadt werden zudem großflächige Hinweisschilder aufgestellt. Nach Angaben der Stadt sind im genannten Zeitraum keine Sperrungen auf A1 oder A7 vorgesehen.
Während der Vollsperrung stehen drei Ausweichstrecken zur Verfügung:
- Elbchaussee – Palmaille – Sankt Pauli Hafenstraße
- Holstenstraße – Reeperbahn/Simon-von-Utrecht-Straße
- Fruchtallee – Schäferskamp – Schröderstiftstraße – Edmund-Siemers-Allee
Die Ausweichstrecken können grundsätzlich aus westlicher und östlicher Richtung genutzt werden. Zu beachten ist allerdings, dass die Simon-von-Utrecht-Straße als Einbahnstraße nur in Fahrtrichtung Osten nach Westen befahrbar ist.
Schranke gegen Durchgangsverkehr in Wohnquartieren
Zum Schutz der umliegenden Wohnquartiere sollen zusätzliche Verkehrsmaßnahmen umgesetzt werden. In der Oelkersallee und der Eifflerstraße werden Einbahnstraßen ausgewiesen. An der Kreuzung Eimsbütteler Chaussee/Waterloostraße kommen Schranken mit Kennzeichenerkennung zum Einsatz, um Durchgangsverkehr zu unterbinden. Für Busse und den Radverkehr bleibt die Strecke befahrbar.
Auch mehrere Buslinien werden umgeleitet. Die Linien 3, X3 und 15 fahren während der Sperrung über Schulterblatt, Eimsbüttler Chaussee und Doormannsweg. Dafür werden vier Ersatzhaltestellen eingerichtet.
