Streiks vom Tisch: HOCHBAHN und ver.di einigen sich

Am Montagabend gab es den entscheidenden Durchbruch: Nach intensiven und teils festgefahrenen Verhandlungen haben sich die Gewerkschaft ver.di und die HOCHBAHN auf einen neuen Tarifabschluss verständigt. Der Kompromiss sieht spürbare Gehaltssteigerungen für die Beschäftigten vor – die nun noch zustimmen müssen.

Im Zentrum der Einigung steht eine zweistufige Entgelterhöhung mit einer Laufzeit von 24 Monaten. Die Gewerkschaft forderte ursprünglich eine Laufzeit von 12 Monaten, während die HOCHBAHN 30 Monate anbot. Vor allen Dingen in diesem Punkt lagen die Parteien bis zuletzt weit auseinander. Rückwirkend zum 1. Januar 2026 sollen die Gehälter zunächst um 3 Prozent steigen, mindestens jedoch um 130 Euro. Für die Mitarbeitenden im Fahrdienst, der größten Beschäftigungsgruppe, fällt das Plus sogar etwas höher aus: Je nach Eingruppierung liegt es zwischen rund 3,66 und 3,97 Prozent. Zum 1. Januar 2027 folgt eine weitere Erhöhung um 2,4 Prozent, mindestens jedoch um 110 Euro. Auch hier profitieren die Beschäftigten im Fahrdienst leicht überdurchschnittlich mit Zugewinnen zwischen etwa 2,99 und 3,23 Prozent.

Insgesamt ergibt sich daraus für viele Beschäftigte ein Plus von mindestens rund sieben Prozent. Nach Angaben der HOCHBAHN entspricht das für den Fahrdienst ab 2027 einem jährlichen Bruttozuwachs von gut 3.100 Euro. Auszubildende und dual Studierende sollen ebenfalls profitieren und in beiden Stufen jeweils 55 Euro mehr erhalten.

Neben den reinen Entgelten wurden auch weitere tarifliche Komponenten angepasst. So steigt die Jahressonderzahlung zunächst von bislang 90 Prozent auf 92,5 Prozent eines Monatsgehalts im Jahr 2026. Bis 2032 soll diese schrittweise auf 100 Prozent angehoben werden. Für Auszubildende soll die Sonderzahlung im selben Zeitraum auf 1.000 Euro steigen. Zudem wurde vereinbart, dass der Arbeitgeber künftig die Hälfte der Kosten für das Deutschlandticket übernimmt. Ergänzt wird das Paket durch Verbesserungen bei Freistellungsregelungen, etwa für ehrenamtliches Engagement, sowie Anpassungen bei der Ausbildungsvergütung.

Die HOCHBAHN spricht von einem Ergebnis „an der Grenze des finanziell Machbaren“ und betont die Verantwortung des Unternehmens in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die Gewerkschaft ver.di hingegen betont in ihrer Pressemeldung, dass eine lange Laufzeit des Tarifvertrags verhindert werden konnte, ebenso aus ihrer Sicht nachteilige Forderungen des Arbeitgebers. Insgesamt acht Verhandlungsrunden waren nötig, begleitet von mehreren ganztägigen Streiks, die die Geduld der Hamburgerinnen und Hamburger herausforderten.

Von dem Abschluss nicht betroffen ist die vhh.mobility, dort laufen noch die Tarifverhandlungen. Sie wurden zuletzt vertagt – es geht erst nach einer mehrwöchigen Pause im April weiter. Ganz vom Tisch sind Streiks im Hamburger Nahverkehr daher noch nicht.