Aktuelle Kurzmeldungen (17.04.2026)

Während die S-Bahn Hamburg in den vergangenen Tagen einen Jubiläumszug im Miniatur-Wunderland-Design auf die Strecke geschickt hat, konnte die AKN Fördermittel für die Planung des neuen Halts „Henstedt-Ulzburg West“ sichern. Der Ausbau der Marschbahn wurde zudem mit einem Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,32 als wirtschaftlich und damit grundsätzlich förderfähig eingestuft. Zum 1. Mai starten nicht nur das vergünstigte hvv Deutschlandticket für Seniorinnen und Senioren, sondern auch die erste Phase der „Qualitätsoffensive“ im Bahnverkehr zwischen Uelzen und Hamburg. Auf die neuen Alstom-Coradia-Max-Züge muss die LNVG hingegen weiter warten. In Bargteheide sorgt der geplante Ausbau der S4 derweil bei einer Informationsveranstaltung für Kritik und offene Fragen – insbesondere zum künftigen Betriebskonzept und Zeitplan.

S4: Widerstand in Bargteheide – Inbetriebnahme erst 2030-35?

Die shz (€) berichtet über eine S4-Infoveranstaltung am Donnerstagabend in Bargteheide. Dort formiert sich Widerstand und nicht immer scheinen alle Beteiligten über die gleichen Dinge zu sprechen.

Laut shz rücke der seit Jahren geforderte Regionalexpress-Halt in weite Ferne. Seit dem Einsatz der modernen KISS-Doppelstocktriebwagen auf den Linien RE 8 und RE 80 können diese Linien nicht einmal mehr außerplanmäßig in Bargteheide halten, da die Bahnsteige zu tief sind. Die NAH.SH möchte mit Blick auf die Fahrzeiten die RE-Züge weiterhin durchfahren lassen. Die „technischen Gründe“, die die NAH.SH anführt, dürften sich eigentlich mit der Modernisierung des Bahnhofs erledigen…

Diffus wird es bei den Plänen, die die InfraGO vorgestellt hatte. Neben zwei Kilometern Lärmschutzwänden und speziellen Dämmschutzmatten unter den Gleisen entstehen zwei neue 220 Meter lange Bahnsteige mit Wetterschutz und barrierefreien Zugängen. Die S4 solle zunächst alle 30, später alle 20 Minuten nach Hamburg fahren – nach Bad Oldesloe wie gehabt nur stündlich. Weshalb zunächst nur ein Halbstundentakt realisiert werden soll, bleibt unklar. Während tagsüber mehr Züge fahren werden, wird künftig zum Berufsverkehr eine Fahrt stündlich fehlen.

Die DB InfraGO rechnet mit einem Baubeginn in Bargteheide Ende 2027. Besonders brisant: Die Fertigstellung der gesamten Strecke sei laut shz-Bericht für den Zeitraum zwischen 2030 und 2035 anvisiert. Zuletzt hatte die DB InfraGO trotz der Verschiebungen bei der Generalsanierung der Strecke Hamburg – Lübeck stets betont, dass die S4 bereits ab 2027 bis Rahlstedt und ab 2029 bis Bad Oldesloe fahren würde. Mit einem Blick auf die bisherigen Bauaktivitäten auf Hamburger Gebiet und die fehlenden Planfeststellungsbeschlüsse für den Bereich Luetkensallee (Hamburg) – Ahrensburg-Gartenholz fehlt schon länger der Glaube an einer pünktlichen Fertigstellung. Aber auch ein Dreivierteljahr nach der Bekanntgabe, man wolle die (für den S-Bahnbau notwendige) Streckensperrung um ein Jahr verschieben, will man bei der DB von neuen Zeitplänen eigentlich nichts wissen.

Für Bargteheides Bürgermeisterin Gabriele Hettwer zeichnet sich ein zweiseitiges Bild: Positiv sei hervorzuheben, dass die Gleisanlage auf der Westseite des Bahnhofs gebaut wird und die Stadt so zehn bis zwölf Millionen Euro einsparen könnte. Doch es gebe den bitteren Beigeschmack, die Regionalbahn zu verlieren.

Neue Regionalzüge für Expresskreuz Bremen-Niedersachsen verzögern sich weiter

Die Einführung neuer Doppelstockzüge für das Expresskreuz Bremen-Niedersachsen verzögert sich erneut. Nach Angaben des Herstellers Alstom soll der Einsatz der neuen Coradia-Max-Züge nun schrittweise erst im Jahr 2027 erfolgen. Damit verschiebt sich die Auslieferung bereits zum sechsten Mal. Als Gründe werden unter anderem frühere Materialengpässe genannt.

Die neuen Fahrzeuge sind für die Regionalexpresslinien RE 1 (Hannover – Norddeich Mole), RE 8 (Hannover – Bremerhaven-Lehe) und RE 9 (Osnabrück – Bremerhaven-Lehe) vorgesehen. Eigentlich sollten die 35 Triebzüge längst vollständig ausgeliefert werden. Seit dem Start des neuen Verkehrsvertrages im Dezember 2024 sind umfassende Ersatzkonzepte nötig. Zuletzt wollte Alstom dieses Jahr noch alle Züge ausliefern. Nun hat die LNVG den Betreiber DB Regio beauftragt, auch für das erste Halbjahr 2027 ein Ersatzkonzept auszuarbeiten.

Die LNVG prüft nun rechtliche Schritte, während Alstom betont, weiterhin eng und vertragskonform mit allen Partnern zusammenzuarbeiten. Es wird damit immer wahrscheinlicher, dass auch die für Anfang 2027 angekündigte Auslieferung der Neufahrzeuge für die NAH.SH (Netze Mitte und Südwest) verschoben werden dürfte – auch wenn offiziell noch niemand darüber sprechen mag.

25 Jahre MiWuLa: S-Bahn Hamburg präsentiert Jubiläumszug

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Miniatur Wunderland ist seit Anfang April ein besonders gestalteter S-Bahn-Zug in Hamburg im Einsatz. Der farbenfrohe Jubiläumszug verkehrt seit seiner Präsentation regulär auf den Linien S1 und S2/S7 und wurde gemeinsam von S-Bahn-Geschäftsführer Jan Schröder sowie den Wunderland-Gründern Gerrit Braun und Frederik Braun vorgestellt.

Präsentation des großen und kleinen Werbezuges: Links und rechts die Gründer des MiWuLa Frederik und Gerrit Braun sowie der Vorsitzende der Geschäftsführung der S-Bahn Hamburg Jan Schröder. – Foto: Felix Johannes Werner / Deutsche Bahn AG
Der Werbezug in 1:87 im Miniatur Wunderland – Foto: Miniatur Wunderland

Besonderes Highlight: Der (laut Pressemeldung) rund „380 Tonnen schwere Zug“* hat ein identisch gestaltetes Pendant im Miniatur Wunderland selbst – im Maßstab 1:87. Das Modell wurde originalgetreu nachgebaut und fährt dort zwischen mehr als 1.200 Zügen auf der weltweit größten Modelleisenbahnanlage. Damit verbindet das Projekt symbolisch die „große“ Bahnwelt mit ihrer Miniaturversion.

Optisch fällt der Zug durch 26 bunt gestaltete Fenster auf, die typische Hamburger Figuren darstellen – etwa Franzbrötchen-Liebhaber oder Elbstrand-Besucher. Die Gestaltung soll die Vielfalt der Stadt widerspiegeln und gleichzeitig für das Jubiläumsjahr des Miniatur Wunderlands werben. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2001 hat die Ausstellung mehr als 26 Millionen Besucherinnen und Besucher angezogen und zählt zu den bekanntesten Attraktionen Hamburgs.

*kurioses Randdetail: Offenbar weiß die S-Bahn Hamburg nicht, wie schwer ihre eigenen Züge sind: Der beklebte Triebzug hat ein Leergewicht von 100 Tonnen und nicht von 380 Tonnen…

Nächster Halt: Henstedt-Ulzburg West – Fördermittel für Planung bewilligt

Die Gemeinde Henstedt-Ulzburg soll eine dritte Bahnstation erhalten: Für das Projekt „Henstedt-Ulzburg West“ hat das Land Schleswig-Holstein nun Fördermittel in Höhe von rund 214.000 Euro für die Planung bewilligt. Der entsprechende Bescheid wurde von Verkehrsstaatssekretärin Susanne Henckel an die AKN Eisenbahn übergeben, die Planung und Bau der Station übernehmen wird.

Die neue Station soll westlich der Lindenstraße an der Strecke zwischen Henstedt-Ulzburg und Elmshorn entstehen und voraussichtlich 2028 in Betrieb gehen. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro und sollen vollständig aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes finanziert werden. Bereits 2027 könnten die Bauarbeiten beginnen. Geplant sind unter anderem ein barrierefreier Außenbahnsteig, Wetterschutz sowie digitale Fahrgastinformationen.

Mit der zusätzlichen Station soll die Anbindung der Gemeinde deutlich verbessert werden. Insbesondere Pendlerinnen und Pendler profitieren von kürzeren Wegen und einer besseren Erreichbarkeit, unter anderem mit einer stündlichen Anbindung an die Linie A3. Prognosen gehen von rund 180 Ein- und Aussteigenden pro Werktag aus.

Das Projekt ist Teil des Infrastrukturprogramms InfraSpot.SH, mit dem das Land den Ausbau des Schienennetzes beschleunigen will. Insgesamt sind 13 zusätzliche Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 900 Millionen Euro geplant, um den öffentlichen Nahverkehr attraktiver und leistungsfähiger zu machen.

Marschbahn-Ausbau: Zweigleisiger Ausbau ist wirtschaftlich

Der geplante zweigleisige Ausbau der Marschbahn zwischen Niebüll und Westerland geht in die parlamentarische Befassung. Grundlage ist der Bericht der Bundesregierung zur Vorplanung der DB InfraGO, der dem Bundestag zur weiteren Entscheidung vorgelegt wurde. Die Gesamtkosten des Vorhabens liegen bei rund 426,37 Millionen Euro.

Die Strecke Niebüll–Westerland ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 als Projekt des vordringlichen Bedarfs eingeordnet und gilt zudem als überlasteter Schienenweg nach Eisenbahnregulierungsgesetz. Geplant ist insbesondere der zweigleisige Ausbau der Abschnitte Niebüll–Klanxbüll sowie Morsum–Tinnum. Der Abschnitt Klanxbüll–Morsum ist bereits zweigleisig ausgebaut, der kurze Bereich Tinnum–Westerland bleibt eingleisig.

Für den Abschnitt Niebüll–Klanxbüll ist zudem eine Erhöhung der Streckengeschwindigkeit von 100 auf 140 km/h vorgesehen. Insgesamt soll der Ausbau dazu beitragen, die bestehende Nachfrage auf der Verbindung zur Insel Sylt stabiler abzuwickeln und zusätzliche Verkehre zu ermöglichen.

Im Rahmen einer 2026 vorgenommenen Neubewertung der Wirtschaftlichkeit ergibt sich ein Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) von 1,32. Damit liegt das Projekt über der Schwelle der Wirtschaftlichkeit und wird auf Basis der Vorplanung als grundsätzlich förderfähig eingestuft.

Im nächsten Schritt befasst sich der Bundestag mit dem Vorhaben. Eine Entscheidung könnte noch vor der Sommerpause erfolgen, anschließend wäre die konkrete Finanzierung durch den Bund zu klären.

Ab 1. Mai: Vergünstigtes hvv Deutschlandticket für Senioren

Ab dem 1. Mai können Seniorinnen und Senioren ab 67 Jahren mit Wohnsitz in Hamburg ein vergünstigtes hvv Deutschlandticket nutzen. Die Stadt senkt den monatlichen Preis von bislang 63 auf 49 Euro und entlastet ältere Fahrgäste damit um 168 Euro im Jahr. Bereits bestehende Abonnements werden automatisch umgestellt, Kundinnen und Kunden werden dazu informiert.

Neukundinnen und -kunden können das Ticket ab dem 27. April über die hvv switch-App buchen, wo ein besonders schneller und flexibler Einstieg auch während eines laufenden Monats möglich ist. Alternativ kann das Deutschlandticket online als Chipkarte bestellt werden, die per Post zugestellt wird. Auch der Kauf in hvv-Servicestellen bleibt möglich.

Mit dem neuen Angebot erweitert Hamburg seine bestehenden Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr. Neben kostenlosen Tickets für Schülerinnen und Schüler sowie rabattierten Angeboten für Auszubildende, Studierende und Menschen mit geringem Einkommen soll nun auch die Mobilität älterer Menschen gezielt gestärkt werden. Ziel ist es, bezahlbare und nachhaltige Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen zu sichern und die gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

Qualitätsoffensive startet: Fahrplanänderungen zwischen Uelzen und Hamburg

Ebenfalls zum 1. Mai startet die Qualitätsoffensive der Deutsche Bahn auf der Strecke Hamburg–Hannover. Bis zum 10. Juli kommt es dadurch zu umfangreichen Fahrplanänderungen, die in zwei Phasen umgesetzt werden. Hintergrund sind unter anderem Verzögerungen bei Bauarbeiten auf der Strecke Hamburg–Berlin.

Im ersten Zeitraum vom 1. Mai bis 13. Juni profitieren Fahrgäste zwischen Uelzen und Hamburg zunächst von zusätzlichen Direktverbindungen: Täglich verkehren sechs durchgehende Züge der metronom-Linie RE3/RB31 zwischen beiden Städten. Ergänzt wird das Angebot durch einzelne Nachtverbindungen sowie einen Zwei-Stunden-Pendelverkehr zwischen Lüneburg und Uelzen mit Anschluss Richtung Hamburg.

Ab dem 14. Juni bis zum 10. Juli greift dann das ursprüngliche Baukonzept: Auf dem Abschnitt Hannover–Uelzen–Lüneburg fahren keine Nahverkehrszüge mehr. Bereits zuvor bleibt auch die Strecke Uelzen–Celle–Hannover der Linien RE2 und RE3 vollständig gesperrt.

Auf der Verbindung Bremen–Hamburg (RE4/RB41) kommt es lediglich zu kleineren Anpassungen: Mitte Mai werden zusätzliche Fahrten zwischen Hamburg-Harburg und Hamburg Hauptbahnhof angeboten, um Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr auszugleichen.

Aktualisierte Fahrpläne sind in den elektronischen Auskunftssystemen abrufbar.