Die Planungen für eine neue Haltestelle Fuhlsbüttler Straße zwischen Barmbek und Habichtstraße haben einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Der Planfeststellungsbeschluss für das Projekt liegt vor – der Bau ist damit genehmigt. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2029 geplant.
Die zuständige Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation hat den Plan am 27. März 2026 festgestellt. Damit ist ein mehrjähriges Genehmigungsverfahren abgeschlossen: Seit November 2024 hatte die Planfeststellungsbehörde die eingereichten Unterlagen geprüft, gesetzliche Vorgaben kontrolliert sowie private und öffentliche Belange gegeneinander abgewogen. Mit dem Beschluss ist nun der rechtliche Rahmen geschaffen, um das Projekt umzusetzen.
Die neue Haltestelle soll auf der Linie U3 im Stadtteil Barmbek-Nord entstehen und den bislang vergleichsweise großen Abstand zwischen den bestehenden Stationen deutlich verkleinern. Künftig wird der Abstand zur Haltestelle Barmbek rund 1.150 Meter betragen, zur Haltestelle Habichtstraße etwa 650 Meter.

Die Haltestelle entsteht westlich der Fuhlsbüttler Straße und erschließt sowohl bestehende Wohnquartiere als auch Einrichtungen wie die Grundschule Genslerstraße. Vorgesehen sind zwei Zugänge.


Der Hauptzugang befindet sich am südlichen Ende nahe der Fuhlsbüttler Straße und erhält Aufzüge. Zur Anbindung der angrenzenden Wohngebiete entsteht außerdem ein Zugang am westlichen Ende, der zugleich eine neue Querung des Bahndamms ermöglicht. Nach Angaben der HOCHBAHN sollen durch den Neubau rund 10.000 Menschen einen besseren Zugang zum U-Bahn-Netz erhalten. Die Quartiere nördlich der Genslerstraße und südlich des Hardorffswegs werden erstmals direkt an das U-Bahn-Netz angebunden.

Die Haltestelle wird oberirdisch in Dammlage mit Seitenbahnsteigen gebaut. Dabei können die bestehende Gleisführung und die U-Bahn-Brücke über die namensgebende Fuhlsbüttler Straße unverändert bleiben. Bei der Gestaltung setzt die HOCHBAHN zudem auf ökologische und städtebauliche Aspekte: Eine nach oben offene Bahnsteighalle sowie verglaste Seitenwände und Dachfenster sollen für viel Tageslicht sorgen. Begrünte Dächer, Regenwasserspeicherung im Sinne des „Schwammstadt“-Prinzips und eine Photovoltaikanlage sind ebenfalls Teil des Konzepts. Gleichzeitig sollen eingehauste Bahnsteige die Lärmbelastung für die Nachbarschaft reduzieren.

Auch das Umfeld der Haltestelle soll angepasst werden. Geplant sind unter anderem zusätzliche Fahrradstellplätze, neue Mobilitätsangebote wie hvv switch-Punkte sowie Verbesserungen für den Fußverkehr, etwa bei der Querung der Fuhlsbüttler Straße. Teile des Hardorffswegs könnten zudem neu organisiert werden, um den Verkehr zu beruhigen. Ob eine Bushaltestelle näher an die neue Haltestelle verlegt wird, ist noch nicht bekannt. Dies erwägt die HOCHBAHN – Ausgang bisher offen.
Mit dem Bau sind jedoch auch Eingriffe in die Umgebung verbunden. So sind unter anderem Arbeiten an Straßen sowie an Ver- und Entsorgungsleitungen vorgesehen. Auch der bestehende Baum- und Gehölzbestand wird teilweise beeinträchtigt, wofür Ausgleichsmaßnahmen und Ersatzpflanzungen geplant sind. Während der Bauzeit kann es zudem zu Belastungen wie Lärm oder temporären Flächennutzungen kommen. Für den Bau der Haltestelle rechnet die HOCHBAHN aktuell mit Kosten von rund 39 Millionen Euro.
Der Planfeststellungsbeschluss liegt ab dem 7. April für zwei Wochen öffentlich aus und kann auch online eingesehen werden. Für Betroffene gilt er nach Ablauf dieser Frist als zugestellt. Mit dem Beschluss kann die HOCHBAHN nun erste Aufträge vergeben: Bauvorbereitende Maßnahmen sollen bereits im Sommer 2026 beginnen, der eigentliche Baustart ist für Anfang 2027 vorgesehen. Während der Bauarbeiten wird es auch zu einer mehrmonatigen Streckensperrung kommen. Die Haltestelle soll im Frühjahr 2029 in Betrieb genommen werden.
Titelbild und Grafiken: HOCHBAHN
