Aktualisiert (30.05.2026) • Bevor am Samstag über 4.000 Hamburgerinnen und Hamburger den rund 600 Meter langen U4-Streckentunnel zwischen den künftigen Haltestellen Stoltenstraße und Horner Geest zu Fuß erkunden können, lud die HOCHBAHN heute Medienvertreter zur traditionellen U4-Tunneltour ein. Während zwischen Horner Rennbahn und Stoltenstraße der Gleisbau bereits im Februar begonnen hat, startet ab kommender Woche nun auch der Ausbau dieses Tunnelabschnitts.
Nach Angaben der HOCHBAHN liegt das Projekt U4 Horner Geest weiterhin im aktualisierten Zeit- und Kostenrahmen – trotz der zahlreichen geopolitischen Krisen und Preissteigerungen seit Baubeginn. Wegen Problemen mit dem Baugrund musste die ursprünglich für Ende 2026 vorgesehene Eröffnung allerdings um ein Jahr auf Ende 2027 verschoben werden. An diesem Termin werde sich nach aktuellem Stand nichts mehr ändern, da der „überraschungsreichste“ Teil des Projekts – der Tunnelbau – inzwischen weitgehend abgeschlossen sei.
Neben dem begonnenen Gleisbau laufen bereits Arbeiten am technischen Ausbau sowie an den Bahnsteigen. Bis Ende des Jahres sollen sämtliche Rohbauarbeiten abgeschlossen sein. Dazu gehören auch das Kreuzungsbauwerk Horner Rennbahn sowie die Kehr- und Abstellanlage am Streckenende.
Am Samstag können Interessierte ab 11 Uhr den Tunnel zwischen den beiden neuen Haltestellen auf ganzer Länge begehen. Für Kurzentschlossene gibt es allerdings schlechte Nachrichten: Restplätze stehen nicht mehr zur Verfügung.
Die folgenden Galerien zeigen kommentierte Eindrücke vom Baustellenrundgang für die Medien und von der öffentlichen Veranstaltung am Samstag. Die Bilder lassen sich per Klick in der Vollbildansicht öffnen.
Strecke Horner Rennbahn – Stoltenstraße
Derzeit laufen noch Arbeiten im Bereich des Anschlusses ans Kreuzungsbauwerk. Zwischen den Haltestellen Horner Rennbahn und Stoltenstraße liegt eine Logistiköffnung, die u.a. für das Einheben von Fahrschienen, Schotter und Schwellen dient. Sie wird später geschlossen. In diesem Bereich ist die Baugrube schon zu weiten Teilen aufgefüllt.
Logistiköffnung zwischen Horner Rennbahn und StoltenstraßeBlick vom Bahnsteigende Stoltenstraße in Richtung Horner Rennbahn. Im Februar begann hier der Gleisbau.
Haltestelle Stoltenstraße
Im Bereich der Haltestelle Stoltenstraße wird derzeit noch die Baugrube verfüllt. Die Zugänge sind bereits fertiggestellt und eingehaust. In der künftigen Haltestelle läuft bereits der technische Ausbau.
Blick auf die Zugänge der Haltestelle Stoltenstraße, die Baugrube ist bereits verfüllt.Etwas weiter südöstlich ist man noch nicht so weit. Der grüne Kran im Hintergrund steht an der Logistiköffnung – dazu weiter unten mehr.Die Fahrtreppen sind bereits eingebaut.An den beiden westlichen Zugängen werden Aufzüge für den barrierefreien Zugang zum Bahnsteig sorgen.Blick in die künftige Haltestelle Stoltenstraße mit ihren Seitenbahnsteigen. Sie liegt etwa 7 Meter tief.Bis hierhin liegen bereits Gleise. Ab Montag folgt der weitere Ausbau.Die Schienen werden noch nicht verschweißt, sondern zunächst nur gelascht.An den Bahnsteigbereich schließen sich noch einige Technikräume an.Blick in Richtung Streckentunnel zur Haltestelle Horner GeestAuf dem Tunnelboden werden etwa 32mm dicke Untergleismatten verlegt, um Vibrationen und Schall gemeinsam mit dem eigentlichen Gleisbau zu absorbieren.
Streckentunnel Stoltenstraße – Horner Geest
Der Streckentunnel war am Donnerstag für die Medien noch nicht auf ganzer Länge zugänglich, da noch eine letzte Wand im Weg stand. Am Samstag soll aber ein durchgängiger Spaziergang möglich sein. Daher endete der Rundgang durch den Streckentunnel an der östlichen zweiten Versorgungsöffnung.
Blick durch den Streckentunnel in Richtung Horner GeestEntlang der Strecke führt ein breiter Rettungsweg. In ihm wird zugleich Technik versteckt.Für die Öffentlichkeit wurde auf halber Strecke am Samstag ein Versorgungshalt eingerichtet.Neben Getränken lockten auch kleine Franzbrötchen und Schoko-Cookies.Hier befindet sich eine zweite Öffnung für die Baulogistik. Sie ist kürzer als die westliche (10 Meter), sodass hier keine Schienen, sondern nur Schwellen und Schotter usw. in den Tunnel gehoben werden können.Blick zurück in Richtung Stoltenstraße.Gut zu erkennen: Wirklich tief liegt der Tunnel nicht. Das 10 Meter lange Stück Tunneldecke wird später ergänzt.Bis Samstag muss diese Mauer noch abgetragen werden – jedenfalls teilweise.Tunnelwand und der Bewehrungsstahl für die Tunneldecke im DetailFür die Medien ging es auf Straßenniveau weiter. Hier laufen die Abbrucharbeiten der Spundwände und das Verfüllen der Baugrube noch.Blick in Richtung Horner Geest: Auch hier muss noch die Spundwand abgebrochen werden. 2 Meter Baufreiheit unterhalb des Geländeniveaus sind gefordert.Ein Wandstück auf Reisen: Sie wird in „Kleinteile“ zersägt und dann abtransportiert. Das spart Zeit und verursacht weniger Lärm.Am Samstag war der Tunnel dann auf ganzer Länge begehbar.Hinter der Wand fehlt noch ein Stück Tunnel, an den Seiten ist noch die Baugrubenwand zu sehen. Entsprechend ist der Boden auch 1,5m tiefer.Es schließt sich das Haltestellenbauwerk Horner Geest an. Hier fällt der Höhenunterschied besonders gut auf.Einfahrt der Haltestelle Horner Rennbahn. Rechts werden Technikräume untergebracht. Noch endet der Rettungsweg links sehr abrupt.
Haltestelle Horner Geest
An der Haltestelle Horner Geest hat sich unterirdisch gar nicht so viel seit dem letzten Tag der offenen Baustelle zum Richtfest im vergangenen Jahr getan. Auch hier läuft der technische Ausbau, der Bahnsteig wird bereits gefliest. An der Oberfläche sind die Arbeiten am fortgeschrittensten: Es wird bereits die neue Straße asphaltiert…
Die Arbeiten an der Oberfläche sind weit fortgeschritten.Auch hier sind die Zugänge bereits fertig und eingehaust.Die Fahrtreppen sind schon oder noch eingehaust.Die Treppen sind noch nicht gebaut, stattdessen führen Hilfstreppen auf die Baustelle.Letztes Jahr konnten sich die Besucher an einer Wand verewigen – noch ist das zu sehen.Die Haltestelle liegt etwas tiefer und besitzt damit eine Zwischenebene.Blick durch die Schalterhalle in Richtung Westen.Die Haltestelle liegt tiefer als nötig, um perspektivisch nach Jenfeld weiterbauen zu können. Hier müsste eine Tunnelbohrmaschine zum Einsatz kommen. Eine Machbarkeitsstudie gibt es noch nicht.Der Bahnsteig wird bereits gefliest. Später sollen Projektionen die sonst kahlen Wände zieren, wie das umgesetzt wird, ist aber noch offen.Am Samstag war auch ein Blick aus der Gleisperspektive möglich. Hier ist der Fluchtraum unter dem Bahnsteig wieder gut zu erkennen.Blick vom Bahnsteig auf die Schalterhalle West.Von der Straßenebene ist das fehlende Tunnelstück direkt neben der Haltestelle noch gut zu erkennen.Über der Haltestelle wurde bereits die Straße neu angelegt – inklusive Bushaltestelle.
An die Haltestelle Horner Geest schließt sich künftig eine Kehr- und Abstellanlage an. Die Lage der Haltestelle wurde dabei bereits so gewählt, dass ein späterer Weiterbau nach Jenfeld grundsätzlich möglich bleibt. Konkrete Planungen existieren dafür derzeit allerdings nicht: Eine Machbarkeitsstudie wurde bislang nicht beauftragt, zudem genießen andere Großprojekte wie die U5 oder die geplante U4-Verlängerung zum Moldauhafen aktuell Priorität.