Aktuelle Kurzmeldungen (29.05.2026)

Auch heute gibt es einen Rückblick auf verschiedene Meldungen der letzten Tage: Die HOCHBAHN trennt sich von ihrem Vorstandsvorsitzenden Robert Henrich, wie am Dienstag überraschend bekannt wurde. Bei der U-Bahn steht am morgigen Samstag eine U4-Tunneltour für die Öffentlichkeit an, außerdem wird die bestehende U3-Sperrung an diesem und zwei weiteren Wochenenden bis Berliner Tor ausgeweitet.

Im Busbereich gibt es Fortschritte an den Busanlagen in Rahlstedt und Harburg zu vermelden. Dort sind die Stahlbauten weit fortgeschritten bzw. abgeschlossen.

Auch bei der AKN kommt es an diesem Wochenende zu einer Streckensperrung – erneut ist die A2 zwischen Norderstedt und Kaltenkirchen unterbrochen. Vom Regionalverkehr gibt es einiges zu berichten: Die Fahrgastzahlen der Linie X85 zwischen Lübeck und Puttgarden steigen – ab nächste Woche kommt an den Wochenenden bis zum 4. Oktober ein spezieller Fahrradbus zum Einsatz. In Adendorf (Strecke Lübeck – Lüneburg) halten erstmals seit 1979 wieder Züge. Ab morgen sind samstags wieder die Uerdinger Schienenbusse in der Schleiregion im Einsatz – zum regulären Nahverkehrstarif. Beim Fehmarnbelt-Tunnel kommt es (leider wie erwartet) zu Verzögerungen, zuerst soll der Straßentunnel in Betrieb gehen. Schließlich hat der Bundestag dem Ausbau der Marschbahn zugestimmt – ein wichtiger Meilenstein, um die Planungen fortsetzen zu können.

HOCHBAHN

HOCHBAHN trennt sich von Vorstandsvorsitzenden Robert Henrich

Bei der Hamburger Hochbahn kommt es zu einem überraschenden Wechsel an der Unternehmensspitze: Vorstandsvorsitzender Robert Henrich wurde von seinen Aufgaben freigestellt. Das teilte die HOCHBAHN am Dienstagnachmittag mit. Eigentlich sollte Henrich am Vormittag noch Pläne zur neuen U5 vorstellen, fehlte jedoch bereits kurzfristig beim Pressetermin. Nach Angaben des Unternehmens hatte er zuvor mitgeteilt, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.

Henrich steht seit Januar 2024 an der Spitze des Unternehmens. Medienberichten zufolge soll das Verhältnis zwischen ihm und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) zuletzt belastet gewesen sein. Innerhalb der Hamburger Verkehrslandschaft gab es demnach zudem wiederholt Spannungen im Zusammenhang mit Digitalprojekten, wie z.B. dem autonomen Fahren. Es soll es nach Informationen des NDR auch Differenzen zwischen Henrich und hvv-Chefin Anna-Theresa Korbutt über die Ausrichtung der geplanten gemeinsamen „MAX“-App gegeben haben. Offizielle Gründe für die sofortige Freistellung nannten weder HOCHBAHN noch Verkehrsbehörde. Beide Seiten betonten hingegen die Zusammenarbeit und würdigten die jeweils geleistete Arbeit.

Aus der Opposition kommt deutliche Kritik: Während die Linke die sofortige Freistellung als Hinweis auf interne Spannungen wertet, spricht die CDU von einem „Schlag ins Gesicht eines verdienten Managers“ und sieht strukturelle Probleme in der Verkehrspolitik. Die künftige Nachfolge an der HOCHBAHN-Spitze steht damit vor einer Phase großer Aufgaben, während zentrale Projekte wie der Ausbau der U5 und die Weiterentwicklung digitaler Mobilitätsangebote weiterlaufen.

U-Bahn Hamburg

Morgen: U4-Tunneltour für über 4000 Interessierte

Die HOCHBAHN lädt am morgigen Samstag, 30. Mai 2026, über 4000 Interessierte zu einer besonderen Begehung der U4-Baustelle in Richtung Horner Geest ein. Zwischen 11 und 17 Uhr können Besucherinnen und Besucher einen rund 600 Meter langen Abschnitt des künftigen Tunnels zwischen den Haltestellen Stoltenstraße und Horner Geest begehen. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung notwendig – die Tunneltour ist aber bereits ausgebucht.

Die Bauarbeiten an der U4-Verlängerung liegen nach Angaben des Unternehmens im (aktualisierten) Zeit- und Kostenplan. Mit der Inbetriebnahme Ende 2027 sollen rund 13.000 Menschen erstmals einen direkten fußläufigen Anschluss an das U-Bahn-Netz erhalten.

>> Zahlreiche Eindrücke von der U4-Tunneltour für die Medien gibt es hier <<

U3-Sperrung am Wochenende ausgeweitet

Im Zuge der laufenden Arbeiten am Großprojekt „Brücken Mundsburg 2026“ kommt es am kommenden Wochenende zu weiteren Einschränkungen im Zugverkehr der Linie U3. Von Freitag, 29. Mai, ca. 21:30 Uhr bis Sonntag, 31. Mai, Betriebsschluss wird die bestehende Streckensperrung zwischen Barmbek und Mundsburg bis Berliner Tor erweitert.

Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Sanierung von insgesamt zwölf Brücken zwischen Mundsburg und Barmbek. Der Abschnitt zählt zu den ältesten im Hamburger U-Bahn-Netz und wird derzeit grundlegend instandgesetzt. Neben Brückenbauarbeiten werden auch Gleise, Weichen sowie mehrere Haltestellen modernisiert. Während der Sperrung ist ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, zudem stehen alternative Verbindungen im hvv Netz zur Verfügung.

Die Bauarbeiten erfolgen in mehreren Etappen und ziehen sich noch bis in den Sommer hinein. Fahrgäste müssen sich daher auch an weiteren Wochenenden (12.-14. Juni und 26.-28. Juni) auf Sperrungen und Umleitungen einstellen.

Busverkehr Hamburg

Neue Busanlage Rahlstedt erreicht nächste Etappe

Die neue Busanlage am Bahnhof Rahlstedt nimmt weiter Gestalt an: Mitte Mai wurde der Stahlbau der drei markanten Dachkonstruktionen abgeschlossen. Damit ist die tragende Struktur der Anlage vollständig errichtet und das Projekt befindet sich nach Angaben der HOCHBAHN im Endspurt. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme sind weiterhin für den Sommer 2026 vorgesehen.

Derzeit laufen vor allem die Arbeiten an den Dachflächen. Neben einer hellen Unterverkleidung erhalten diese auch Begrünung und Photovoltaikanlagen. Parallel dazu wird der neue Fußgängertunnel weiter ausgebaut, der künftig die Busanlage direkt mit dem Schnellbahnbereich verbinden soll. Mit Blick auf die geplante S4 entsteht in Rahlstedt damit ein zentraler Umsteigepunkt zwischen Bus und Bahn.

Die Busanlage Rahlstedt im Mai 2026 – gut erkennbar sind die PV-Anlagen auf den Dächern. Foto: HOCHBAHN
Die Busanlage Rahlstedt im Mai 2026 – der Stahlbau ist abgeschlossen. Foto: HOCHBAHN

In den kommenden Monaten stehen unter anderem der Innenausbau des Tunnels sowie Straßen- und Pflasterarbeiten an. Die Bauarbeiten erfolgen weiterhin unter laufendem Busbetrieb. Mit der neuen Anlage soll der Busverkehr im Hamburger Osten langfristig neu organisiert und leistungsfähiger aufgestellt werden.

Neues Dach für den ZOB Harburg nimmt Gestalt an

Nicht nur die Busanlage Rahlstedt hat einen wichtigen Meilenstein erreicht, sondern auch der Neubau des ZOB in Harburg: Die Tragstruktur für die neue Dachkonstruktion ist inzwischen weitestgehend fertiggestellt. Damit ist der Stahlbau der neuen Anlage nun deutlich sichtbar und das Projekt geht in die nächste Bauphase über. Die bauliche Fertigstellung der neuen Harburger Busanlage ist weiterhin für Ende 2026 vorgesehen.

Die insgesamt 23 Stahlstützen der Konstruktion tragen künftig das rund 5.200 Quadratmeter große Dach der Anlage. In den kommenden Monaten folgen nun die Dacharbeiten, die technische Ausstattung sowie die Verkleidung der Anlage. Geplant sind außerdem eine Dachbegrünung und Photovoltaikmodule. Für den Bau kommt nach Angaben der HOCHBAHN CO₂-reduzierter Stahl zum Einsatz.

Die Busanlage Harburg im Mai 2026 – die Dachkonstruktion ist weitgehend fertiggestellt. Foto: HOCHBAHN
Die Busanlage Harburg im Mai 2026 – hier fahren künftig bis zu 150 Busse pro Stunde. Foto: HOCHBAHN

Mit dem Neubau soll die Kapazität des ZOB Harburg deutlich steigen. Künftig werden dort bis zu 150 Busse pro Stunde an insgesamt 25 Linien im Tages- und Nachtverkehr abgefertigt. Die neue Anlage erhält zudem einen zusätzlichen Bussteig in der Hannoverschen Straße. Mit einer Abfahrtslänge von künftig 283 Metern wird der neue ZOB Harburg rund 73 Prozent mehr Kapazität als die bisherige Anlage bieten. Rund 40.000 Fahrgäste werden den Verkehrsknoten künftig nutzen.

Die Wiederinbetriebnahme des Busbetriebs soll nach Abschluss der Arbeiten schrittweise und abgestimmt auf die umliegenden Straßenbaumaßnahmen des LSBG (Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer) erfolgen.

Regional- und Fernverkehr

A2-Sperrung am Wochenende

Die AKN arbeitet weiter an der Infrastruktur entlang der Linie A2. Bereits seit Dienstag ist der Zugverkehr daher zwischen Kaltenkirchen und Kaltenkirchen Süd unterbrochen. Die Sperrung dauert noch bis Dienstag, 2. Juni, ca. 4 Uhr an. Über das Wochenende – von Samstag, 30. Mai, 3 Uhr bis Montag, 1. Juni, 3 Uhr wird die Sperrung auf den Abschnitt Kaltenkirchen – Norderstedt Mitte ausgeweitet. Es fahren Busse statt Bahnen. Die Fahrzeiten verlängern sich um etwa 20 bis 30 Minuten.

X85-Ersatzbusse zwischen Lübeck und Puttgarden mit steigenden Fahrgastzahlen

Seit der Sperrung der Bahnstrecke nach Fehmarn rollen auf der Linie X85 statt Zügen hochwertige Doppelstockbusse zwischen Lübeck und Puttgarden – und das offenbar mit Erfolg: Wie das Land Schleswig-Holstein und die NAH.SH mitteilten, steigen die Fahrgastzahlen auf dem langfristig angelegten Ersatzverkehr kontinuierlich an. Besonders deutlich zeigt sich das in Oldenburg in Holstein: Dort haben sich die Ein- und Aussteigerzahlen gegenüber dem Jahr 2019 nahezu verdoppelt.

Der X85 ersetzt seit August 2022 den Zugverkehr nördlich von Neustadt während der Bauarbeiten für die Fehmarnbelt-Hinterlandanbindung. Anders als klassische Schienenersatzverkehre wurde das Angebot jedoch langfristig geplant und deutlich ausgeweitet. Die Busse verkehren stündlich und damit doppelt so häufig wie die frühere RB 85 auf Teilen der Strecke. Trotz Busbetrieb verlängert sich die Fahrzeit zwischen Lübeck und Puttgarden laut NAH.SH nur um rund 15 Minuten. Möglich wird das unter anderem durch die direkte Führung über die Autobahn.

LINT-Triebwagen der DB Regio im Bahnhof Puttgarden kurz vor Ende des Zugbetriebs im Sommer 2022
Doppelstockreisebus der Linie X85 an der Haltestelle in Großenbrode – Foto: NAH.SH

Für den Betrieb wurden entlang der Strecke zudem neue Haltestellen gebaut und regionale Busanschlüsse angepasst. Die eingesetzten Doppelstockbusse bieten unter anderem WLAN, Steckdosen, Fahrradmitnahme und große Mehrzweckbereiche. Nach Einschätzung der NAH.SH zeige sich damit, dass ein hochwertig geplanter Ersatzverkehr durchaus als attraktive Alternative wahrgenommen werden kann.

Mit dem X85-Fahrradbus auf die Insel Fehmarn

Ab dem 6. Juni 2026 wird das Angebot des Schienenersatzverkehrs X85 zwischen Lübeck und Fehmarn erneut erweitert. An Wochenenden ist dann zusätzlich der sogenannte X85-F unterwegs – ein spezieller Fahrradbus mit Anhänger, der Platz für bis zu zwölf Fahrräder bietet, darunter auch E-Bikes. Das Angebot läuft bis zum 4. Oktober und richtet sich insbesondere an Radreisende in der Sommersaison.

Der X85-F fährt samstags und sonntags jeweils dreimal täglich zwischen Lübeck Hauptbahnhof und Fehmarn-Burg. Unterwegs werden unter anderem Lensahn und Oldenburg in Holstein bedient, die Fahrt dauert rund zwei Stunden. Während der laufenden Bauarbeiten im Zuge der Fehmarnbelt-Hinterlandanbindung ersetzt der reguläre X85 weiterhin den Zugverkehr auf der Strecke und verkehrt im Stundentakt. Der neue Fahrradbus ergänzt dieses Angebot um zusätzliche Kapazitäten für Radfahrende.

Im gesamten X85-Angebot gilt der Schleswig-Holstein-Tarif, auch das Deutschlandticket wird anerkannt. Für Fahrräder ist jedoch eine zusätzliche Fahrkarte erforderlich. Betreiber und Aufgabenträger wollen mit dem erweiterten Angebot die touristische Nachfrage in der Region gezielt aufnehmen und gleichzeitig den Schienenersatzverkehr flexibler gestalten.

Adendorf: Erstmals seit 1979 halten wieder Züge

Am 18. Mai ist die neue Verkehrsstation Adendorf entlang der Strecke Lübeck – Lüneburg in Betrieb gegangen. Damit halten erstmals seit 1979 wieder Reisezüge in der Gemeinde nördlich von Lüneburg. Für den neuen Haltepunkt investierten das Land Niedersachsen, die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und die Deutsche Bahn rund 3,5 Millionen Euro.

Die neue Station wurde barrierefrei gebaut und verfügt unter anderem über einen 145 Meter langen Bahnsteig, moderne Fahrgastinformationen sowie Wetterschutzanlagen. Bedient wird der Halt von der Linie RE 83 von erixx Holstein. Aufgrund von Bauarbeiten an der Eisenbahnbrücke „Bleckeder Landstraße“ verkehren die Züge derzeit allerdings nur zwischen Lübeck und Adendorf. Zwischen Adendorf und Lüneburg bleibt bis zum 10. Juli weiterhin ein Ersatzverkehr eingerichtet.

Mit dem neuen Bahnhof soll insbesondere die Anbindung für Pendlerinnen und Pendler sowie Schülerinnen und Schüler verbessert werden. Nach Angaben der LNVG seien zusätzliche Stationen an bestehenden Strecken nur dort sinnvoll realisierbar, wo Infrastruktur, Fahrzeiten und Fahrgastpotenzial zusammenpassen – Voraussetzungen, die in Adendorf erfüllt worden seien.

Sommerfahrten mit Uerdinger Schienenbussen kehren zurück

Zwischen dem 30. Mai und dem 12. September sind an den Sonnabenden erneut historische Schienenbusse in der Schleiregion unterwegs. Die Angelner Dampfeisenbahn bietet auf der Strecke Kappeln – Süderbrarup – Flensburg wieder touristische Sonderfahrten an. Neben den Endbahnhöfen werden auch Scheggerott, Wagersrott, Süderbrarup, Sörup und Husby bedient. Der Fahrplan ist dabei so ausgelegt, dass Tagesausflüge nach Kappeln oder Flensburg möglich sind.

Zum Einsatz kommen historische Uerdinger Schienenbusse, die vielerorts bereits seit Jahrzehnten aus dem regulären Betrieb verschwunden sind. Die Fahrten verbinden nostalgisches Reiseerlebnis und regulären Nahverkehr: Für die Mitfahrt sind keine besonderen Fahrausweise nötig. Anerkannt werden unter anderem das Deutschlandticket, das Schleswig-Holstein-Ticket sowie weitere Fahrkarten des Schleswig-Holstein-Tarifs. Die historischen Fahrzeuge sind zudem in die bestehenden Nahverkehrsangebote eingebunden, sodass Anschlüsse zu Regionalzügen, Buslinien und dem On-Demand-Angebot NAH.SHUTTLE bestehen.

Zusätzlich sollen während des Brarup-Markts vom 24. bis 28. Juli weitere Sonderfahrten zwischen Kappeln und Süderbrarup angeboten werden. Dann pendeln die historischen Fahrzeuge nachmittags bis nachts im Zweistundentakt über die Strecke. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt die touristischen Verkehre der Angelner Dampfeisenbahn bereits seit 2021 finanziell. Die NAH.SH sieht darin ein gelungenes Beispiel dafür, wie touristische Angebote und öffentlicher Nahverkehr sinnvoll miteinander verbunden werden können.

Fehmarnbelt-Tunnel: Straßentunnel soll vor Bahntunnel in Betrieb gehen

Nach dem Absenken des ersten Tunnelelements Anfang Mai laufen die Arbeiten am Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark weiter auf Hochtouren. Derzeit analysiert die Projektgesellschaft Femern A/S nach eigenen Angaben zunächst den erfolgreichen Einbau des ersten Elements, bevor die nächsten Abschnitte in die Ostsee abgesenkt werden. Insgesamt sollen 89 Tunnelelemente verbaut werden, darunter auch spezielle Techniksegmente für die Energieversorgung und Wartung des Tunnels. Parallel dazu läuft in der Fabrik bei Rødbyhavn weiterhin die Produktion weiterer Elemente.

Während der Bau auf dänischer Seite sichtbar voranschreitet, zeichnet sich bei der Inbetriebnahme inzwischen eine zeitliche Staffelung ab: Nach Angaben der dänischen Projektgesellschaft soll zunächst der Straßentunnel eröffnet werden, während die Bahnverbindung erst später folgen soll. Hintergrund sind Verzögerungen bei der deutschen Hinterlandanbindung, insbesondere beim Ausbau der Bahnstrecken und dem geplanten Fehmarnsundtunnel. Es liegt für weite Teile der Strecke noch kein Planfeststellungsbeschluss vor. Ursprünglich sollte die feste Fehmarnbeltquerung bereits 2029 fertiggestellt werden, mittlerweile geht das Projekt von einer Verzögerung um mindestens zwei Jahre aus. Der Eisenbahnverkehr dürfte wohl erst nach Fertigstellung des Fehmarnsundtunnels aufgenommen werden – eine provisorische Lösung mit Nutzung der bestehenden Fehmarnsundbrücke wurde im vergangenen Jahr verworfen.

Kritik kommt unter anderem vom Fahrgastverband PRO BAHN. Der Verband sieht die geplante spätere Inbetriebnahme der Bahnverbindung als problematisches Signal für die Verkehrswende und verweist auf die weiterhin langsam voranschreitende deutsche Schienenanbindung. Gleichzeitig betonen die Projektverantwortlichen die Bedeutung des Tunnels für den internationalen Verkehr zwischen Skandinavien und Mitteleuropa. Künftig soll die Fahrt durch den Tunnel nur noch rund zehn Minuten mit dem Auto beziehungsweise sieben Minuten mit der Bahn dauern.

Bundestag stimmt Ausbau der Marschbahn zu

Der geplante zweigleisige Ausbau der Marschbahn nach Sylt hat eine weitere wichtige Hürde genommen: Nachdem sich bereits die Verkehrspolitiker des Bundestags für das Vorhaben ausgesprochen hatten, stimmte vergangene Woche auch das Parlament den Ausbauplänen zu. Konkret soll die Strecke zwischen Niebüll und Klanxbüll sowie zwischen Morsum und Tinnum auf Sylt zweigleisig ausgebaut werden. Der dazwischenliegende Abschnitt verfügt bereits heute über zwei Gleise.

Mit dem Ausbau sollen die Kapazitäten auf der stark belasteten Strecke erhöht und der Betrieb stabiler werden. Auf dem Abschnitt zwischen Niebüll und Klanxbüll soll zudem die zulässige Geschwindigkeit von derzeit 100 auf künftig 140 km/h erhöht werden. Insgesamt umfasst das Projekt rund 19 Kilometer zusätzliche Gleise. Die Kosten werden derzeit auf rund 426 Millionen Euro geschätzt.

Bis zum eigentlichen Baustart wird es allerdings noch dauern: Die Bauarbeiten sollen nach aktuellem Stand im Sommer 2032 beginnen und sich über gut sieben Jahre erstrecken. Offen ist weiterhin die Finanzierung des Projekts. Zwar gilt der Ausbau politisch weitgehend als unumstritten, im aktuellen Finanzplan des Bundes sind jedoch bislang keine entsprechenden Mittel hinterlegt. Mit der Zustimmung des Bundestags beginnt nun die weitere Planung für das Planfeststellungsverfahren.