Wie sollen die neuen U5-Haltestellen an der Jarrestraße, der Universität und den Arenen am Volkspark künftig heißen? Die HOCHBAHN hat eine öffentliche Namenssuche gestartet. Noch bis zum 8. November 2026 können Interessierte eigene Vorschläge einreichen. Anschließend entscheidet eine Jury über die Auswahl für eine öffentliche Abstimmung. Vergleichbare Beteiligungsverfahren gab es beim U-Bahn-Ausbau bereits mehrfach.
Mit dem Bau der U5 entstehen auf der künftig von Bramfeld bis zum Osdorfer Born führenden Linie insgesamt 24 neue Haltestellen. Für drei davon – Jarrestadt, Universität und Arenen – werden nun die endgültigen Namen gesucht. Die bislang verwendeten Bezeichnungen sind lediglich Arbeitstitel.
Die erste Station liegt unter der Barmbeker Straße im Bereich der Jarrestadt. Mit ihr erhalten künftig rund 16.000 Menschen erstmals einen U-Bahn-Anschluss in unmittelbarer Nähe. Neben dem Arbeitstitel „Jarrestraße“ kommen aufgrund der örtlichen Lage beispielsweise auch Bezeichnungen mit Bezug zur Jarrestadt oder zum Kulturzentrum Kampnagel infrage.
Die zweite Haltestelle entsteht unter der Grindelallee an der Universität Hamburg. Sie soll sowohl den Universitätscampus als auch das Grindelviertel erschließen. Die HOCHBAHN rechnet hier mit täglich bis zu 34.000 Fahrgästen.
Bei der dritten Haltestelle handelt es sich um den künftigen U5-Halt im Farnhornstieg bei den Arenen am Volkspark. Er soll insbesondere das Volksparkstadion und die benachbarten Veranstaltungsstätten sowie angrenzende Wohn- und Gewerbegebiete erschließen. Nach der Fertigstellung sollen Fahrgäste von dort in rund 20 Minuten den Hauptbahnhof erreichen.
Zwei Beteiligungsrunden bis Anfang Dezember
Die Namensfindung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren. Bis einschließlich Sonntag, 8. November, können Interessierte auf dem Beteiligungsportal der HOCHBAHN eigene Vorschläge einreichen. Für jede der drei Haltestellen ist ein eigener Online-Dialog eingerichtet:
Die eingereichten Vorschläge müssen verschiedene Anforderungen erfüllen. Sie sollen möglichst nicht mehr als 20 Zeichen umfassen, leicht verständlich und einprägsam sein sowie sich deutlich von bereits bestehenden Haltestellennamen unterscheiden. Voraussetzung ist außerdem ein geografischer, geschichtlicher oder kultureller Bezug zum jeweiligen Standort.
Auch die Benennung nach historischen Persönlichkeiten ist möglich. Diese müssen allerdings allgemein anerkannt und seit mindestens zwei Jahren verstorben sein. Die Namen müssen zudem deutschsprachig und politisch neutral sein. Rassistische oder sexistische Bezeichnungen sowie Namen mit Bezug zu lediglich vorübergehenden Einrichtungen oder Ereignissen sind ausgeschlossen.
Nach Abschluss der Vorschlagsphase prüft die HOCHBAHN U5 Projekt GmbH die Einreichungen auf ihre Eignung. Am 23. November soll eine Jury mit Vertretern von HOCHBAHN, hvv, Bezirken, Hamburger Behörden und Stadtteilgremien für jede Haltestelle bis zu drei Favoriten auswählen. Anschließend sind erneut die Hamburgerinnen und Hamburger gefragt: In einer öffentlichen Online-Abstimmung können sie bis zum 6. Dezember für die endgültigen Haltestellennamen stimmen.
Namenswettbewerbe haben bei der HOCHBAHN Tradition
Dass Bürgerinnen und Bürger Vorschläge für die Namen neuer Haltestellen einreichen dürfen, ist nicht neu. Bereits bei drei früheren Ausbauprojekten setzte die HOCHBAHN auf vergleichbare Verfahren: 2019 suchte die HOCHBAHN für die beiden Haltestellen des U4-Projekts Horner Geest Namen. Während die Haltestelle Stoltenstraße ihren Namen behielt wurde aus dem Arbeitstitel Dannerallee der finale Name Horner Geest.
Auch bei der U5 Ost konnten die Bürger mitbestimmen, und zwar 2021 bei den Haltestellen Bramfeld, Steilshoop, Barmbek Nord und City Nord (Stadtpark). Vor zwei Jahren wurde schließlich über den Namen der künftigen südlichen U4-Endhaltestelle Moldauhafen abgestimmt. Vorgeschlagen waren auch die Namen Prager Ufer und Grasbrook.
Mit der nun gestarteten Namenssuche können die Hamburgerinnen und Hamburger ein weiteres Mal mitentscheiden, welche Bezeichnungen künftig auf den Haltestellenschildern, Netzplänen und Zugzielanzeigen zu lesen sein werden.
Grafik Titelbild: HOCHBAHN
