Kurzmeldungen: start wird DB, Pünktlichkeitsstatistik 2025 und mehr

Diese Woche brachte diverse kleinere Meldungen mit sich, auf die zum Wochenende zurückgeblickt werden soll. Die Regionalverkehre start Deutschland werden in die DB Regio integriert, der hvv legt die Pünktlichkeitsstatistik für 2025 vor, eine parlamentarische Anfrage lieferte Ausfallzahlen für die ersten Wintertage, die Vorbereitungen für das Projekt „Ohlsdorf 2026“ starten, die NAH.SH hat ab sofort eine Doppelspitze, Info-Veranstaltungen für die „Qualitätsoffensive“ auf der Hannoveraner Strecke haben begonnen, die U2 fährt nach einer Entgleisung wieder auf ganzer Linie und die Bauarbeiten an den Brücken Holstenstraße haben begonnen.

start wird in die DB Regio integriert

Die DB hat Medienberichte bestätigt, nach denen am Dienstag die Entscheidung gefallen ist, dass die Regionalverkehre start Deutschland GmbH in die DB Regio AG integriert wird. Im Oktober 2025 war bekannt geworden, dass die DB diese Integration prüft. Veränderte Rahmenbedingungen im Schienenpersonennahverkehr haben den Ausschlag gegeben. Die betriebenen Verkehre sollen stabiler, wirtschaftlicher und zukunftsfähiger werden.

Die Integration umfasst alle Netze der Regionalverkehre start Deutschland und soll zum 1. August 2026 abgeschlossen werden. Bereits jetzt hilft die DB Regio stellenweise gezielt aus.

Entgegen mancher Medienberichte werden die Fahrzeuge allerdings nicht „erröten“: Viele Aufgabenträger, so auch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, stellen den Unternehmen Fahrzeuge zur Verfügung, die ein Landesdesign tragen. Auf der Strecke nach Cuxhaven bleibt es dabei beim gewohnten Erscheinungsbild der Züge – nur künftig mit einem anderen Logo.

Start Deutschland wurde 2016 als Tochtergesellschaft der DB Regio AG gegründet und positionierte sich seitdem als modernes, flexibles Unternehmen mit Start-Up-Atmosphäre, das sich gezielt um SPNV-Netze bewirbt, die der DB-Konzern zuvor verloren hatte. 

hvv Pünktlichkeitsstatistik 2025: U-Bahn verbessert sich, S-Bahn verschlechtert sich

Licht und Schatten brachte die hvv Pünktlichkeitsstatistik für 2025: Während die U-Bahnen pünktlicher wurden, ist die S-Bahn im letzten Jahr unpünktlicher geworden. Auf hvv.de/monitor veröffentlicht der hvv nun monatlich auch die Pünktlichkeitswerte für die Busse der HOCHBAHN (weitere Unternehmen sollen folgen) und den Regionalverkehr in und um Hamburg.

Die U-Bahn konnte die Pünktlichkeitsquote im vergangenen Jahr von 97,6 % in 2024 minimal auf 98,0 % steigern. Dabei liegt sie deutlich über ihrer Zielvorgabe von 96,0 %. Auch die Ausfälle gingen zurück: 99,85 % der Fahrten konnten angeboten werden (2023: 99,54 %, 2024 mit Streiktagen: 98,96 %).

Die S-Bahn hat seit 2020 erstmals wieder die Zielvorgabe von 94,0 % bei der Pünktlichkeit verfehlt. Zuletzt hatte die Pünktlichkeitsquote bei 95,8 % gelegen. Im Vergangenen Jahr waren nur noch 93,6 % aller S-Bahnen pünktlich. Maßgeblich seien dafür besonders die seit Ende Juli bestehende Sperrung im Bereich Holstenstraße, aber auch vermehrte Störungen an der Infrastruktur und Baumaßnahmen im Netz.

Wenn man die Jahrespünktlichkeit der S-Bahn für das Jahr 2025 in zwei Teilen betrachtet, gibt sich ein etwas genaueres Bild: In den ersten sieben Monaten des Jahres dürfte die Pünktlichkeit bei 94,8 % liegen, in den Monaten August bis Dezember waren nur noch 92,1 % der Züge pünktlich. Den Tiefpunkt bildete der November mit nur 90,9 %, wohingegen der Dezember mit 93,9 % der bisher beste Monat mit der besonderen Betriebslage war.

Die S-Bahn Hamburg, die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende und der hvv befänden sich bereits in Gesprächen, wie die Betriebslage zeitnah stabilisiert und wieder verbessert werden kann.

Für Januar dürften die Zuverlässigkeits- und Pünktlichkeitswerte aufgrund des Winterwetters wohl noch weiter sinken, wie auch folgende Meldung nahelegt:

1400 Ausfälle in nur vier Tagen

… so in etwa lautete die reißerische NDR-Meldung über eine Schriftliche Kleine Anfrage der AfD-Abgeordneten Dirk Nockemann und Tobias Reich. Gemeint sind dabei aber Gesamt- und Teilausfälle. Der Senat musste darin u.a. aufschlüsseln, wie viele Fahrten witterungsbedingt ausfielen. Dabei wurden (bisher?) nur die Tage vom 2. bis 5. Januar betrachtet – also gerade einmal das erste Drittel mit Tagen witterungsbedingter Störungen.

2. Januar3. Januar4. Januar5. Januargesamt
Teilausfälle S13371429155
Gesamtausfälle S189536625233
Teilausfälle S21keinBetrieb23
Gesamtausfälle S272keinBetrieb50122
Teilausfälle S3192461362
Gesamtausfälle S312125029
Teilausfälle S591365896281
Gesamtausfälle S5855513973352
Teilausfälle S711101628
Gesamtausfälle S715781001194
Teilausfälle Summe155132106136529
Gesamtausfälle Summe273198310149930

Besonders fällt die Linie S5 auf, die nur noch zwischen Neugraben und Stade verkehrte. Auch auf der S1 gab es erhebliche Störungen, der 5 Minuten-Takt ist ausgefallen.

Für die U-Bahn liegen keine so ausdifferenzierten Werte vor, hier wird von nur 44 witterungsbedingten Meldungen berichtet. Dabei handelte es sich nicht um Linieneinstellungen, sondern um wenige Zugausfälle und einzelne Verspätungen bis 17 Minuten.

Vorbereitungen für Projekt „Ohlsdorf 2026“ starten

Die HOCHBAHN beginnt mit den Bauvorbereitungen für das Projekt „Ohlsdorf 2026“. Für das im Frühjahr beginnende Großprojekt stehen zunächst Baumfällungen im Bereich der Alsterdorfer Straße an: 25 Bäume müssen gefällt werden, um Stützwände am Bahndamm zu errichten, Logistikflächen einzurichten und die neue Brücke über die Alsterdorfer Straße vor Ort zu montieren. Nach Abschluss der Bauarbeiten sind Ersatzpflanzungen vorgesehen.

Im Rahmen des Projekts Ohlsdorf 2026 erneuert die HOCHBAHN den Bahnsteig der Haltestelle Ohlsdorf und ersetzt die Brücke über die Alsterdorfer Straße. Die Sperrung wird außerdem für Bauarbeiten an der neuen Linie U5 im Bereich Sengelmannstraße genutzt. Voraussichtlich vom 16. Juli bis 14. Oktober verkehren keine Züge zwischen Fuhlsbüttel Nord und Lattenkamp, bis zum 28. Oktober fahren die Züge in Ohlsdorf stadteinwärts ohne Halt durch.

NAH.SH mit neuer Geschäftsführerin

Bereits seit dem 16. Januar verstärkt Birgit Austen die NAH.SH als kaufmännische Geschäftsführerin. Damit wird die Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH nun von einer Doppelspitze geführt. Bisher war Dr. Arne Beck alleiniger Geschäftsführer. Damit wird ein Beschluss aus dem Frühjahr 2025 umgesetzt, aufgrund der Komplexität und Vielfältigkeit der Themen der NAH.SH, die Geschäftsführung auf zwei Köpfe zu verteilen.

Austen kommt vom Kieler Institut für Weltwirtschaft, wo sie zuletzt als Geschäftsführende Administrative Direktorin tätig war. Sie wird bei der NAH.SH die Bereiche Fahrgastmarkt und Verbundsentwicklung übernehmen und so u.a. für die Themen Tarif, Vertrieb, Fahrgastinformation, Kommunikation und Finanzierung übernehmen. Außerdem wird sie Vorständin der Landesanstalt Schienenfahrzeuge Schleswig-Holstein (ZUG.SH), wo sie Interimsvorstand Bernhard Wewers ablöst. Beck konzentriere sich laut NAH.SH nun v.a. auf Infrastrukturprojekte und Verkehrsverträge und ist Sprecher der Geschäftsführung.

Info-Veranstaltungen für „Qualitätsoffensive“ gestartet

Seit dieser Woche finden Infoveranstaltungen der DB InfraGO für die sogenannte Qualitätsoffensive statt. Vom 1. Mai bis 10. Juli finden auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover umfangreiche Bauarbeiten statt, die erhebliche Auswirkungen auf den Regional- und Fernverkehr haben werden. Dabei werden auf der Strecke zwischen Lüneburg und Uelzen u.a. neue elektronische Stellwerke entstehen. Außerdem werden Arbeiten an Gleisen, Weichen, Oberleitungen und an mehreren Bahnhöfen durchgeführt.

Geplant sind folgende Infoveranstaltungen, die jeweils von 17 bis 19 Uhr stattfinden:

  • Di, 20.01.2026: Landkreis Celle: CD-Kaserne, Hannoversche Straße 30b, 29221 Celle
  • Do, 22.01.2026: Region Hannover: Leonardo Hotel am Flughafen, Petzelstraße 60, 30669 Hannover
  • Di, 27.01.2026: Landkreis Lüneburg: Ritterakademie, Am Graalwall 12, 21335 Lüneburg
  • Do, 05.02.2026: Landkreis Harburg: Stadthalle Winsen (Luhe), Luhdorfer Straße 29, 21423 Winsen (Luhe)
  • Do, 12.02.2026: Landkreis Uelzen: Jabelmannhalle, Eschemannstraße 5-9, 29525 Uelzen

Laut metronom verkehren zwischen Hamburg und Lüneburg weiterhin die Züge der Linie RE 3. Die Linie RB 31 verkehrt jedoch nur zwischen Hamburg und Winsen (Luhe). Die Linie RB 41 verkehrt werktags nur von und bis Scheeßel. Zwischen Lüneburg, Uelzen und Hannover wird ein umfangreicher Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Weitere Informationen hierzu hat der metronom bereits auf seiner Website veröffentlicht. 2029 wird die Strecke dann generalsaniert.

U2 verkehrt seit Donnerstag wieder auf ganzer Linie

Nach einer Entgleisung am Dienstagnachmittag konnte zu Betriebsbeginn am Donnerstagmorgen der Zugverkehr der Linie U2 zwischen Billstedt und Mümmelmannsberg wieder aufgenommen werden. Der entgleiste Zug konnte bisher nicht geborgen werden, hierfür könnte wohl zu einem späteren Zeitpunkt eine Streckensperrung nötig werden…

Bauarbeiten an der Holstenstraße starten

Nachdem im Juli Mängel an der Eisenbahnüberführung Holstenstraße und dem dazugehörigen Kreuzungsbauwerk festgestellt wurden hat nun die Instandsetzung begonnen. Das Bauwerk, auf denen die S-Bahnen von der Holstenstraße nach Altona fahren besteht aus fünf aufeinanderfolgenden Brückenabschnitten.

Bereits im Januar hat die DB InfraGO begonnen, Teile des Oberbaus wie Schienen, Schwellen und das Schotterbetts zu entfernen. Ab Ende Februar werden fünf Stahlbetonbrücken mit einer Gesamtlänge von rund 165 Metern und einem Gesamtgewicht von rund 1850 Tonnen zurückgebaut. Der Rückbau soll rund vier Monate dauern. In der zweiten Jahreshälfte sollen Hilfsbrücken eingebaut werden, damit die S-Bahnen wieder regulär fahren können.

Die Arbeiten an der Holstenstraße werden mit den Arbeiten an der Sternbrücke abgestimmt, um die Auswirkungen für die Fahrgäste zu minimieren.