Mit der Übergabe des Förderbescheids ist der Weg für den Bau einer neuen Bahnstation in Bosbüll frei. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) überreichte der Norddeutschen Eisenbahn Niebüll (neg) gemeinsam mit NAH.SH-Geschäftsführerin Birgit Austen vergangene Woche die Förderzusage über rund 540.000 Euro. Der neue Halt entsteht an der Linie RB 66 zwischen Niebüll und dem dänischen Tønder. Die Bauarbeiten sollen im Oktober beginnen, die Fertigstellung ist für den Sommer 2027 vorgesehen.
Geplant ist ein 50 Meter langer Bahnsteig mit Blindenleitsystem, Wetterschutz, Beleuchtung und digitaler Fahrgastinformation. Hinzu kommen Fahrradabstellplätze und eine barrierefreie Zuwegung über eine Rampe. Die Züge sollen Bosbüll künftig alle zwei Stunden in beide Richtungen bedienen. Nach Niebüll beträgt die Fahrzeit weniger als fünf Minuten, nach Tønder rund 14 Minuten.
„Mit dem Neubau der Bahnstation in Bosbüll stärken wir gezielt die Mobilität im ländlichen Raum“, erklärte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen bei der Übergabe des Förderbescheids. Gute Bahnverbindungen erhöhten die Lebensqualität vor Ort und machten die Region auch wirtschaftlich attraktiver.
Für Bosbüll bedeutet der neue Bahnhalt eine deutliche Verbesserung des öffentlichen Verkehrsangebots. Bislang wird der Ort nur an Schultagen mit drei Busfahrten angebunden. Künftig besteht erstmals an allen Wochentagen eine regelmäßige Verbindung. In Niebüll gibt es Anschlüsse in Richtung Hamburg, Flensburg und Sylt. In Tønder können Fahrgäste mit jeder Fahrt in Richtung Esbjerg umsteigen.
Die Strecke zwischen Niebüll und Tønder war vor knapp 25 Jahren auf Initiative des Landes Schleswig-Holstein für den regelmäßigen Schienenpersonennahverkehr reaktiviert worden. „Ich freue mich, dass die Strecke sich jetzt durch die zusätzliche Station erneut weiterentwickelt“, sagte NAH.SH-Geschäftsführerin Birgit Austen. Bis Dezember 2023 fuhren die dänischen Züge noch umsteigefrei bis Niebüll. Seit der Umstellung der dänischen LINT-Fahrzeuge auf ETCS und der noch ausstehenden ETCS-Ausrüstung des deutschen Streckenabschnitts müssen Fahrgäste in Tønder zwischen dem neg-Triebwagen und dem Zug von GoCollective (vormals Arriva, ab 1. September DSB) umsteigen. Wann wieder durchgehende Züge verkehren können, ist bislang offen.
