U3 Habichtstraße: Baurecht für zweiten Zugang

Die U3-Haltestelle Habichtstraße erhält einen zweiten Zugang zur Dieselstraße. Wie die HOCHBAHN heute mitteilte, liegt für das Vorhaben inzwischen der Planfeststellungsbeschluss vor. Die zuständige Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation hatte diesen bereits am 4. September erlassen. Rund 4.700 Anwohnerinnen und Anwohner sollen durch den neuen Zugang künftig einen kürzeren Fußweg zur U-Bahn erhalten, davon gelten etwa 1.600 Anwohnende als erstmals ans Schnellbahnnetz angeschlossen. Die Bauarbeiten sollen Anfang 2027 beginnen.

Mit dem zusätzlichen Zugang reagiert die HOCHBAHN auf die wachsende Wohnbebauung im Umfeld der Haltestelle. Mehrere Quartiersentwicklungen sind bereits abgeschlossen, weitere befinden sich in Umsetzung oder Planung. Insgesamt entstehen mehrere hundert neue Wohnungen. Vor allem aus Richtung Dieselstraße soll die U3 dadurch künftig schneller zu Fuß erreichbar sein.

Für das Projekt sind nach Angaben der Verkehrsbehörde Investitionen von rund 15,35 Millionen Euro vorgesehen. Damit die Arbeiten 2027 beginnen können, wurden die dafür notwendigen finanziellen Verpflichtungen bereits in diesem Jahr abgesichert.

Neuer Zugang entsteht im Bahndamm

Der zweite Zugang soll am östlichen Ende des Mittelbahnsteigs entstehen und die Haltestelle unmittelbar zur Dieselstraße sowie zu den angrenzenden Wohnquartieren öffnen. Vorgesehen ist ein neuer Treppenabgang vom Bahnsteig in ein zusätzliches Zugangsgebäude im Bahndamm. Diese Schalterhalle entsteht unmittelbar am westlichen Widerlager der U-Bahn-Brücke über die Dieselstraße und erhält neben der Treppenanlage Technikräume, einen Fahrkartenautomaten und Rolltore. Erreichbar wird sie sowohl über den Weg in der nördlich angrenzenden Parkanlage als auch von der Südseite der Haltestelle. Das Bahnsteigdach soll bis zum neuen Treppenabgang verlängert werden.

Für den Umbau sind auch umfangreiche Änderungen an den bestehenden Bahnanlagen notwendig. Die Bahnsteigkante am südlichen Gleis 1 (Streckengleis Richtung Wandsbek-Gartenstadt) wird abgebrochen, der Mittelbahnsteig verbreitert und das Gleis um rund 1,8 Meter nach Süden verschoben. Anschließend wird die Bahnsteigkante auf einer Länge von etwa 180 Metern neu hergestellt. Mit der veränderten Gleislage muss auch der Bahndamm verbreitert und die denkmalgeschützte Brücke über die Dieselstraße angepasst werden. Die südliche Trogbrücke wird dafür in die neue Gleisachse verschoben; auch die Widerlager werden entsprechend erweitert.

Da der Fuß des Bahndamms unverändert bleiben soll, entstehen entlang des verschobenen Gleises teilweise steilere Böschungen. Diese werden mit sogenannter bewehrter Erde gesichert, bei der einzelne Erdschichten durch Geogitter stabilisiert werden. Die Böschungen sollen anschließend neu begrünt werden. In der Planung sind zudem Flächen berücksichtigt, auf denen später eine Bike-and-Ride-Anlage entstehen könnte.

Auch Eingriffe in den Baum- und Gehölzbestand sind Bestandteil der Planung. Als Ausgleich sieht der Planfeststellungsbeschluss Neupflanzungen und – soweit erforderlich – Ersatzzahlungen vor. Das verlängerte Bahnsteigdach soll begrünt werden.

Bauarbeiten werden mit weiteren U3-Projekten gebündelt

Mit dem Planfeststellungsbeschluss kann die HOCHBAHN nun die weiteren Vorbereitungen für die Umsetzung treffen. An ihrem bisher kommunizierten Zeitplan hält sie fest: Die Arbeiten sollen nach aktuellem Stand Anfang 2027 beginnen.

Fest steht bereits, dass der Umbau an der Habichtstraße gemeinsam mit dem Neubau der U3-Haltestelle Fuhlsbüttler Straße und der Grundinstandsetzung des Viadukts Barmbek umgesetzt werden soll. Durch die Bündelung sollen wiederholte Sperrungen vermieden und die Einschränkungen für Fahrgäste möglichst konzentriert werden. In der zweiten Jahreshälfte 2027 ist deshalb mit Beeinträchtigungen auf der U3 zwischen Barmbek und Wandsbek-Gartenstadt zu rechnen. Die reine Bauzeit für den zweiten Zugang an der Habichtstraße wird im Planfeststellungsbeschluss mit rund sechs Monaten beziffert. Genauere Angaben zum Sperr- und Betriebskonzept will die HOCHBAHN zu einem späteren Zeitpunkt machen.

Auch für die neue Haltestelle Fuhlsbüttler Straße ist der Baustart Anfang 2027 vorgesehen. Sie entsteht zwischen Barmbek und Habichtstraße und soll im Frühjahr 2029 in Betrieb genommen werden. Für dieses Projekt liegt der Planfeststellungsbeschluss bereits seit Ende März vor.

Der Planfeststellungsbeschluss für den neuen Zugang an der Haltestelle Habichtstraße und die dazugehörigen Unterlagen werden seit heute öffentlich ausgelegt. Bis einschließlich 28. September können sie im Bezirksamt Hamburg-Nord sowie online eingesehen werden.