Vergangene Woche lud die HOCHBAHN wieder zur jährlichen U5-Sommertour – dieses Mal wurden die drei Baustellen für die Tunnelstationen Barmbek Nord, Steilshoop und Bramfeld besucht. Im kommenden Jahr soll die Tunnelvortriebsmaschine im Bereich Sengelmannstraße die Arbeit aufnehmen – die Baugruben für die Haltestellenbauwerke und Notausstiege müssen bis zur Durchfahrt des Tunnelbohrers fertig ausgehoben sein. Insgesamt seien rund 250 Menschen täglich auf den Baustellen der U5 Ost tätig – im Zeitraum von 7 bis 20 Uhr.
Bramfeld
Zunächst ging es in die Baugrube der künftigen Haltestelle Bramfeld, die in Deckelbauweise unter dem Bramfelder Dorfplatz entsteht. Der Baustellenbereich hat eine Länge von rund 250 Metern. Damit der Verkehr weiterfließen kann, wird halbseitig in Deckelbauweise gebaut. Die Baugrube reicht bereits rund 15 Meter in die Tiefe – später werden es 25 Meter sein. Zunächst erfolgt ein klassischer Trockenaushub, ehe die Baugrube geflutet wird, um den Rest unter Wasser auszuheben. Nur so lässt sich der Baugrubenboden herstellen.
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Unterhalb der „Ebene -2“ erfolgt anschließend der Nassaushub bis zu einer Tiefe von ca. 25 Metern.
Auf der Baustellenfläche am Bramfelder Dorfplatz steht weiterhin der im vergangenen Jahr gefundene Findling, der zwischenzeitlich auf den Namen „Bramfels“ getauft wurde. U5 Ost-Projektleiter Johannes Kirstein erklärte, dass das Projekt derzeit im Zeitplan liege – Findlinge dieses Ausmaßes den Tunnelvortrieb aber schlimmstenfalls um Monate verzögern könnten. Das Risiko ließe sich nicht ausschließen.
Steilshoop
Per Busshuttle ging es weiter zur Baustelle für die Haltestelle Steilshoop, die – anders als die anderen beiden Haltestellen – komplett in offener Bauweise errichtet werden kann. Die Bauarbeiten konnten deshalb später beginnen als an den anderen Stationen. Nach Angaben der HOCHBAHN verkürzt die offene Bauweise die Bauzeit um rund ein Jahr. Die offene Baugrube hat eine Größe von etwa 200 x 30 Metern und wird 20 Meter tief ausgehoben. Der Untergrund sei in Steilshoop auch günstig, nämlich trocken und sandig. Dadurch verlaufe der Aushub wesentlich einfacher und schneller.
Mit dem Bau der U5 wird ein jahrzehntealtes Versprechen eingelöst: Schon bei der Entstehung der Großwohnsiedlung Steilshoop in den 1970er-Jahren war ein Schnellbahnanschluss vorgesehen. Lange Zeit wurden am EKZ Steilshoop auch Bauvorleistungen vermutet – eine urbane Legende, die sich nicht bestätigte. Die alten Pläne zahlen sich heute aber aus: Über dem künftigen Tunnel steht ein Hochhaus, dessen Konstruktion auf eine mögliche U-Bahn vorbereitet wurde. Die Tunnelbohrmaschine wird durch eine damals vorgesehene Querung im Gebäudebereich fahren.






Ein für die HOCHBAHN wichtiger Punkt ist, die Anwohner und Gewerbetreibenden „mitzunehmen“. So gibt es in den Bauzäunen Sichtfenster, durch die der Baufortschritt verfolgt werden könnte. Die Wege durch bzw. um das Baustellenumfeld werden barrierearm oder barrierefrei gestaltet und zusätzliche Schilder verbessern die Orientierung. Außerdem gibt es im EKZ Steilshoop ein kleines U5-Büro, in dem regelmäßig Sprechstunden angeboten werden. Außerdem ist die U5-Baustellenführung im Frühjahr von der City Nord nach Steilshoop umgezogen.
Barmbek Nord
Zum Abschluss ging es weiter zur Baustelle Barmbek Nord, die im Bereich Fuhlsbüttler Straße / Hebebrandstraße / Nordheimstraße entsteht. Durch die Lage an einer wichtigen Kreuzung ist hier die Deckelbauweise unverzichtbar. Der Straßenraum macht laut Angaben der HOCHBAHN nur rund ein Fünftel der gesamten unterirdischen Baugrubenfläche aus.
Unter den Betondeckeln wird bzw. wurde weitergearbeitet: Kleinere Baumaschinen transportieren das Erdreich zu den wenigen Öffnungen, an denen größere Bagger es nach oben holen können.
Die Baugrube für den Bahnsteig hat eine Länge von 175 Metern, ist bis zu 40 Meter breit und wird später 28 Meter tief. Weitere Baugruben grenzen in der Fuhlsbüttler Straße für die Zugangsbauwerke an. Während in Bramfeld der Trockenaushub noch nicht abgeschlossen ist, sind hier bereits alle Docks für den Nassaushub geflutet.




Die Tunnelvortriebsmaschine wird die Haltestelle Barmbek Nord zuerst erreichen. Sie wird dann – wie an den folgenden Stationen auch – durch die Baugrube hindurchgezogen und am anderen Ende wieder angesetzt. Erst nach Passage der Tunnelvortriebsmaschine kann der Roh- und Innenausbau der Station beginnen.
Tunnelvortrieb startet 2027
Im Herbst 2027 soll der Tunnelvortrieb vom Startschacht nordöstlich der Haltestelle Sengelmannstraße in Richtung Bramfeld starten. Die Ankunft im Zielschacht in der Bramfelder Heukoppel wird im Jahr 2030 erwartet. Die Tunnelvortriebsmaschine wird etwa 100 Meter lang sein. Das Schneidrad wird einen Durchmesser von rund elf Metern haben, da eine Tunnelröhre für zwei nebeneinander liegende Gleise gebaut wird.
Auf den weiteren U5-Abschnitten werden dagegen kleinere Maschinen für Eingleisröhren zum Einsatz kommen. Aktuell rechnet die HOCHBAHN mit dem Einsatz von zehn kleinen Tunnelvortriebsmaschinen gleichzeitig bei den übrigen U5-Bauabschnitten. Auch wenn die hier eingesetzte Tunnelbohrmaschine im U5-Projekt nicht noch einmal zum Einsatz kommt, legt die HOCHBAHN Wert auf eine Wiederverwendbarkeit.
U5 Ost: Der weitere Zeitplan
Die HOCHBAHN geht derzeit von folgendem weiteren Zeitplan aus – alle Angaben ohne Gewähr:
2026
- Fertigstellung des Rohbaus der Haltestelle City Nord (Stadtpark)
- Fertigstellung des zweiten Bahnsteigs Sengelmannstraße und Rückverschwenkung der U1
2027
- Beginn des Tunnelvortriebs Sengelmannstraße -> Bramfeld
- Technische Ausrüstung des Abschnitts Sengelmannstraße <> City Nord
- Beginn des Probebetriebs zwischen Sengelmannstraße <> City Nord (Technik – noch keine Probefahrten)
2028
- erste Testfahrten mit den vollautomatischen DT6-A-Fahrzeugen auf dem Abschnitt Sengelmannstraße <> City Nord
- Tunnelvortrieb läuft weiter
2029
- Aufnahme des Fahrgastbetriebs zwischen Sengelmannstraße <> City Nord
- Tunnelvortrieb läuft weiter
- Rohbauarbeiten, architektonischer und technischer Ausbau der Haltestellen nach Durchfahrt der Tunnelvortriebsmaschine
2030
- Ankunft der Tunnelvortriebsmaschine in Bramfeld (Heukoppel)
- Rohbauarbeiten, architektonischer und technischer Ausbau der Haltestellen
2031
- Rohbauarbeiten, architektonischer und technischer Ausbau der Haltestellen
- Gleisbau
- Fertigstellung / Ausrüstung der Notausstiege
2032
- technische Ausrüstung der Strecke und Probebetrieb
2033
- Aufnahme des Fahrgastbetriebs zwischen (City Nord -) Sengelmannstraße und Bramfeld
- zugleich Aufnahme des Fahrgastbetriebs zwischen City Nord und Borgweg (U5 Mitte)
Hinweise
- Probebetrieb ab 2027: Vor den ersten Probefahrten sind bereits technische Tests, wie z.B. an der Leit- und Sicherungstechnik und den Bahnsteigtüren nötig
- Diese Übersicht kann nicht alle Details abbilden, da die Zeitpläne für jede Haltestelle unterschiedlich sind.
Die Linie U5 soll bis 2040 komplett in Betrieb gehen und 24 Haltestellen entlang ihrer 29 Kilometer langen Strecke bis zum Osdorfer Born erhalten. An sieben von ihnen kann ins bestehende Schnellbahnnetz umgestiegen werden. Sie soll besonders die Metrobuslinien 4, 5, 6 und 17 entlasten und rund 345.000 Fahrgäste täglich befördern. Damit ist die Prognose noch einmal seit Februar 2026 um 30.000 Fahrgäste täglich angehoben worden.
