Seit heute fährt die Linie U1 wieder durchgehend zwischen Fuhlsbüttel Nord und Lattenkamp. Nach rund 13 Wochen Sperrung hat die HOCHBAHN die zentrale Bauphase ihres Großprojekts „Ohlsdorf 2026“ abgeschlossen. Dabei wurden unter anderem der Bahnsteig in Ohlsdorf und die U-Bahn-Brücke über die Alsterdorfer Straße neu gebaut. An der Sengelmannstraße wurden mit einem zweiten Bahnsteig und einem neuen Kreuzungsbauwerk wichtige Voraussetzungen für die künftige Verknüpfung mit der U5 geschaffen. Zwei zusätzliche Weichenverbindungen und neue Signale sorgen außerdem für einen besseren Betriebsablauf im Störungsfall.
Gegenüber der ursprünglichen Planung kann die U1 bereits heute in Ohlsdorf wieder in beiden Richtungen halten – eigentlich sollte stadteinwärts noch bis zum 28. Oktober der Halt entfallen. Diese Einschränkung ist nicht mehr erforderlich. Nach Angaben der HOCHBAHN konnten die Arbeiten schneller als geplant abgeschlossen werden. Damit wird der reguläre Betrieb auf dem gesamten Streckenabschnitt unmittelbar wieder aufgenommen.
Bahnsteig und Brücke in Ohlsdorf vollständig erneuert
Ein Schwerpunkt der 13-wöchigen Sperrung lag auf der Erneuerung der mehr als 100 Jahre alten Infrastruktur in Ohlsdorf. Der bisherige U-Bahn-Bahnsteig wurde vollständig abgebrochen und neu gebaut. Dabei erneuerte die HOCHBAHN insgesamt 263 Meter Bahnsteigkanten.
Die mehr als 100 Jahre alte U-Bahnbrücke über die Alsterdorfer Straße wurde außerdem durch einen Neubau ersetzt. Für das rund 45 Meter lange neue Ersatzbauwerk wurden nach Angaben der HOCHBAHN 270 Tonnen Stahl und 350 Kubikmeter Beton verbaut.
Die folgende Galerie zeigt die Haltestelle Ohlsdorf am heutigen Wiedereröffnungstag. Die Bilder lassen sich per Klick in der Vollbild-Ansicht öffnen.














Darüber hinaus nutzte die HOCHBAHN die Sperrung für zahlreiche weitere Erneuerungsarbeiten entlang der Strecke. Insgesamt wurden 1.400 Meter Fahrschienen und 1.400 Schwellen erneuert sowie 900 Meter Stromschienen ausgetauscht. Hinzu kamen der Austausch von 700 Kubikmetern Schotter und der Einbau von zwei neuen Weichenverbindungen – eine in Ohlsdorf und eine zwischen Sengelmannstraße und Alsterdorf. Außerdem wurde eine weitere U-Bahn-Brücke über die Alster im Bereich Klein Borstel saniert.
Durch die Bündelung der verschiedenen Maßnahmen konnten zahlreiche Arbeiten während derselben Betriebsunterbrechung parallel durchgeführt werden. Insgesamt investierte die HOCHBAHN nach eigenen Angaben rund 23 Millionen Euro in die Erneuerung der Infrastruktur rund um Ohlsdorf.
Projektleiterin Janina Brickwedde erklärte, insbesondere die Vielzahl der gleichzeitig auszuführenden Arbeiten auf engem Raum und die Abstimmung zwischen den beteiligten Projektteams seien eine besondere Herausforderung gewesen. Dass die Maßnahmen innerhalb der vorgesehenen Sperrzeit abgeschlossen werden konnten und die U1 die Haltestelle Ohlsdorf unmittelbar wieder regulär bedienen könne, sei ein Erfolg des gesamten Projektteams.
Sengelmannstraße: U1 fährt jetzt über zwei Bahnsteige
Neben der Erneuerung der bestehenden Infrastruktur waren während der Sperrung auch umfangreiche Bauarbeiten für die künftige U5 möglich. An der Sengelmannstraße hat die HOCHBAHN U5 Projekt GmbH den zweiten Bahnsteig fertiggestellt. Dadurch ändert sich mit der Wiederaufnahme des U1-Betriebs auch die Gleisbelegung der Haltestelle.
Bislang nutzte die U1 in beiden Fahrtrichtungen den bestehenden Mittelbahnsteig. Ab sofort halten die Züge in den beiden Fahrtrichtungen an unterschiedlichen Bahnsteigen, jeweils an deren außen liegenden Gleisen. Die beiden innen liegenden Gleise sind für die künftige U5 vorgesehen. Sobald diese in Betrieb genommen wird, sollen Fahrgäste an der Sengelmannstraße bahnsteiggleich zwischen beiden U-Bahn-Linien umsteigen können.
Auch das Kreuzungsbauwerk östlich der Haltestelle ist inzwischen fertiggestellt. Die U1-Züge in Richtung Ohlsdorf fahren nun über eine neue, im Bogen verlaufende und rund fünf Meter hohe Brücke. Sie führt unmittelbar über den darunterliegenden Trog der künftigen U5.
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Damit sind zwei wesentliche Bauwerke für die spätere Verknüpfung der U1 mit der neuen U-Bahn-Linie bereits hergestellt, auch wenn die U5 selbst noch ein paar Jahre auf sich warten lässt…
Umfangreicher Ersatzverkehr endet
Während der rund 13-wöchigen Betriebsunterbrechung organisierte die HOCHBAHN einen umfangreichen Ersatzverkehr mit Direkt- und Ersatzbussen. Nach Unternehmensangaben handelte es sich um einen der größten Ersatzverkehre der vergangenen Jahre.
In der Hauptverkehrszeit waren dafür mehr als 40 Gelenkbusse und rund 100 Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz. Tagsüber verkehrten die Busse grundsätzlich im 5-Minuten-Takt, in den Spitzenzeiten wurde das Angebot auf einen Takt von zwei bis drei Minuten verdichtet. Nach Angaben der HOCHBAHN trugen verschiedene Maßnahmen zur Beschleunigung und Betriebsorganisation dazu bei, den Ersatzverkehr stabil abzuwickeln. Ganz störungsfrei lief das jedoch nicht: Nach Ferienende sorgten ein erhöhtes Verkehrs- und Fahrgastaufkommen sowie ein Wasserrohrbruch im Bereich Ohlsdorf für Komfort- und Pünktlichkeitseinbußen.
Weitere U5-Bauarbeiten: Einbahnstraße auf der Steilshooper Allee
Während die U5-Bauarbeiten an der Sengelmannstraße einen wichtigen Meilenstein erreicht haben, gehen die Arbeiten am ersten U5-Abschnitt weiter. Für den Bau eines Notausstiegs wird die Steilshooper Allee zwischen Alfred-Mahlau-Weg und Eichenlohweg vom 19. Oktober, ca. 6 Uhr, bis zum 31. Oktober, ca. 18 Uhr, zur Einbahnstraße in Richtung City Nord. Nach Angaben der HOCHBAHN muss dort ein Spezialgerät zur Verankerung der Bodenplatte eingesetzt werden, das teilweise in den Straßenraum hineinragt. Der Verkehr in Richtung Bramfeld wird deshalb über den Ring 2 und die Bramfelder Chaussee umgeleitet. Fuß- und Radwege werden um das Baufeld herumgeführt. Die Arbeiten finden während der verkehrsärmeren Herbstferien statt, um die Auswirkungen auf den Verkehr möglichst gering zu halten.
