Holstenstraße: Einbau der Hilfsbrücken startet

Seit Freitagmorgen ist die S-Bahn-Strecke zwischen Altona bzw. Diebsteich und Sternschanze über das gesamte Wochenende bis Sonntag, 1. November, Betriebsschluss gesperrt. Wegen der Bauarbeiten an der Holstenstraße kommt es zu weiteren Fahrplanänderungen gegenüber dem Fahrplankonzept der letzten beiden Wochen. Dabei sorgt insbesondere die ungewöhnliche Linienführung der S1 für Verwirrung: Sie ist dieses Wochenende die einzige S-Bahn-Linie auf der ihr sonst fremden Verbindungsbahn. Auf ihrem regulären Linienweg zwischen Blankenese und Hauptbahnhof entfällt am Freitag der 5-Minuten-Takt. Die S5 verkehrt abweichend über Jungfernstieg und Altona. Ab Montag gibt es weitere Einschränkungen auf dem Bergedorfer Ast.

S5 wird über den Citytunnel umgeleitet

Die Linie S5 verkehrt zwischen Hauptbahnhof und Altona in beiden Richtungen durch den Citytunnel statt über Dammtor, Sternschanze und Holstenstraße. Für Fahrgäste zwischen Altona, Holstenstraße und Sternschanze richtet die S-Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Diese benötigen für die Strecke von Altona bis Sternschanze fahrplanmäßig rund 16 Minuten und verkehren tagsüber überwiegend im 10-Minuten-Takt. Reisende müssen entsprechend mehr Zeit einplanen.

Die Verbindungsbahn zwischen Hauptbahnhof und Sternschanze bleibt dagegen befahrbar. Dort kommen zusätzliche Züge zum Einsatz, die unter der Liniennummer S1 zwischen Barmbek und Sternschanze pendeln. Die reguläre S1 durch den Citytunnel verkehrt ebenfalls weiter.

Verwirrende Linienführung: S1 fährt zur Sternschanze

Das Betriebskonzept ist für Fahrgäste wenig übersichtlich. Wer von Dammtor oder Sternschanze in Richtung Hauptbahnhof fahren möchte, muss ausgerechnet in eine S1 einsteigen. Diese fährt im regulären Liniennetz überhaupt nicht über die Verbindungsbahn, sondern ausschließlich durch den Citytunnel.

Die ungewöhnliche Linienbezeichnung ist dabei kein neues Phänomen. Bereits seit Beginn der Herbstferien werden die wegen den Bauarbeiten auf der Bergedorfer Strecke nach Barmbek bzw. Poppenbüttel umgeleiteten S7-Züge unter der Liniennummer S1. An diesem Wochenende fährt die Linie S1 zwischen Wedel und Airport/Poppenbüttel über Jungfernstieg und zwischen Sternschanze und Barmbek bzw. Poppenbüttel. Die Züge auf der Verbindungsbahn nun unter der Liniennummer S1 anzubieten verwundert und dürfte viele Fahrgäste auch verwirren. Etwas verwunderlich, wo die Züge doch passende Trassen für die Fahrgastinformation z.B. unter der Linie S2 im Angebot hätte…

Die Sperrung trifft das Hamburger S-Bahn-Netz zudem in einer ohnehin angespannten Betriebslage. Noch bis Sonntag ist die Strecke zwischen Berliner Tor und Bergedorf vollständig gesperrt. Die S2 entfällt deshalb bereits seit zwei Wochen, während die S7 nur zwischen Bergedorf und Aumühle im Halbstundentakt pendelt. Zwischen Berliner Tor und Bergedorf fahren weiterhin Ersatzbusse. Gleichzeitig führen die seit Montag laufenden Weichenarbeiten am Hauptbahnhof zu erheblichen Einschränkungen im Regional- und Fernverkehr von und nach Harburg. Die S-Bahn-Linien S3 und S5 übernehmen deshalb derzeit einen großen Teil des Verkehrs zwischen Harburg und der Innenstadt.

Die Entscheidung, die S1-Zwischentakte zur Sternschanze zu verschwenken führt derweil zum Ausfall des 5 Minuten-Taktes der S1 zwischen Hauptbahnhof und Blankenese. Das dürfte sicher damit zu tun haben, möglichst wenige Umsteiger am Hauptbahnhof aus der stärker ausgelasteten S5 zu haben… Sonst werden solche Kurzfahrten zur Sternschanze unter den Liniennummern S2 oder S5 geführt.

Fahrplanaushang zur Sperrung vom 30. Oktober bis 1. November – Quelle: S-Bahn Hamburg / hvv.de

Die Linie S3 verkehrt ohne Einschränkungen wie gewohnt zwischen Pinneberg und Neugraben.

Erste Hilfsbrücke an der Holstenstraße bereits vor Ort

Hintergrund der Wochenendsperrung ist die Erneuerung der Eisenbahnüberführung Holstenstraße. Dort sollen insgesamt sechs Hilfsbrücken eingebaut werden, um die seit Sommer 2025 eingeschränkte S-Bahn-Verbindung zwischen Holstenstraße und Altona wieder vollständig herstellen zu können.

Die erste Hilfsbrücke ist im Laufe der Woche bereits vor Ort eingetroffen, nun dürfte der Einbau beginnen. Anschließend müssen unter anderem Gleise, Stromschienen und Sicherungstechnik wiederhergestellt werden. Die Holstenstraße selbst ist im Baustellenbereich noch bis Montagmorgen um 5 Uhr vollständig für den Straßenverkehr gesperrt.

Ab Montag wieder durchgehender Verkehr – S2 bleibt weiter eingestellt

Mit dem Betriebsbeginn am Montag, 2. November, sollen die beiden Vollsperrungen beendet sein. Dann können die S-Bahnen sowohl über Holstenstraße als auch zwischen Berliner Tor und Bergedorf wieder durchgehend fahren. Auf der Bergedorfer Strecke kehrt die S7 damit auf ihren bisherigen Linienweg zwischen Aumühle beziehungsweise Bergedorf und Altona zurück und der 5 Minuten-Takt tagsüber auf der S1 bis Barmbek entfällt wieder.

Das bedeutet allerdings noch keine Rückkehr zum vollständigen Regelangebot. Die Linie S2 bleibt nach Angaben der Deutschen Bahn noch bis Ende November eingestellt. Damit entfällt auf der Bergedorfer Strecke auch nach dem Ende der Vollsperrung weiterhin die Taktverdichtung zum 5-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten.

Die Einschränkungen im Streckenabschnitt zwischen Bergedorf und Aumühle bleiben auch über das Wochenende bestehen. Bis Sonntag, 29. November, Betriebsschluss verkehrt die S7 auf diesem Streckenabschnitt nur im Halbstundentakt.

Titelbild: Eine S-Bahn an der Holstenstraße – Archivbild