DB Fernverkehr mit einem ICE L auf dem Hindenburgdamm unterwegs nach Westerland auf Sylt.

Aktuelle Kurzmeldungen (06.05.2026)

Auch heute gibt es einen Rückblick auf verschiedene Meldungen der letzten Tage. Bei der U-Bahn ist nach der Sperrung vor der Sperrung: Ab Freitag fährt die U1 wieder auf ganzer Strecke, dafür wird ab 11. Mai die U3 auf dem Ostring unterbrochen. Außerdem gibt es seit 27. April Taktausweitungen nach Wandsbek-Gartenstadt.

Auch bei der S-Bahn steht eine größere Baustelle bevor: Ab Sonntagabend fahren keine Züge mehr zwischen Neugraben und Wilhelmsburg. Besonders kreativ: Einmal stündlich wird eine S5 ab Neugraben zum Fernbahnhof Harburg umgeleitet. In diesem Zusammenhang wurden auch die Stationsansagen umfassend überarbeitet.

Im Bereich Bus gibt es ein Update zur E-Bus-Beschaffung der HOCHBAHN und Fahrkartenkontrollen im Umland. vhh.mobility und ver.di konnten sich im Tarifkonflikt einigen und die vhh.mobility hat Museumsbusfahrten im Regelbetrieb zum 100. Jubiläum angekündigt.

Im Regional- und Fernverkehr liegt der Fokus auf der Marschbahn, wo ICE L-Züge nun den Fernverkehr übernommen haben und das Land Schleswig-Holstein und die DB Maßnahmen zur Verbesserung der Betriebsstabilität beschlossen haben. Außerdem hat am 1. Mai die Qualitätsoffensive zwischen Hamburg und Hannover begonnen.

U-Bahn Hamburg

U1-Nord: Schwellenarbeiten abgeschlossen – Strecke ab Freitag wieder frei

Die Bauarbeiten auf der U1 im Norden stehen vor dem Abschluss: Seit dem 8. April war der Abschnitt zwischen Garstedt und Norderstedt Mitte wegen umfangreicher Gleisarbeiten gesperrt. Freitagmorgen wird die Strecke planmäßig wieder zu Betriebsbeginn für den U-Bahn-Verkehr freigegeben.

Im Zuge der Maßnahme wurden auf dem rund 1,9 Kilometer langen Abschnitt insgesamt etwa 2.600 Schwellen ausgetauscht. Erstmals seit Inbetriebnahme der Strecke vor rund 30 Jahren ersetzte die HOCHBAHN die alten Holzschwellen vollständig durch langlebigere Betonschwellen, um die Stabilität und Zuverlässigkeit des Betriebs langfristig zu verbessern.

U3 fährt häufiger nach Wandsbek-Gartenstadt

Seit dem 27. April gilt auf der U3 im Abschnitt zwischen Wandsbek-Gartenstadt und Barmbek ein erweitertes Angebot: Der 5-Minuten-Takt wird nun auch samstags zwischen etwa 10 und 21 Uhr angeboten. Zuvor verkehrten die Züge in diesem Zeitraum nur alle zehn Minuten.

Auch unter der Woche wurde das Angebot ausgeweitet. Montags bis freitags fährt die U3 im genannten Abschnitt nun ebenfalls bis 21 Uhr im 5-Minuten-Takt – eine Stunde länger als bisher.

Grund für die Anpassung ist eine verbesserte Anschlusssituation zwischen U1 und U3 an der Haltestelle Wandsbek-Gartenstadt, die kürzere Umsteigezeiten ermöglichen soll.

Ab 11. Mai: U3-Sperrung zwischen Barmbek und Mundsburg

Für das Großprojekt „Brücken Mundsburg 2026“ startet die nächste Bauphase : Vom 11. Mai bis zum 5. Juli wird der U3-Abschnitt zwischen Barmbek und Mundsburg gesperrt. Hintergrund sind umfangreiche Sanierungsarbeiten an einem der ältesten Streckenabschnitte des Hamburger U-Bahn-Netzes.

Im Rahmen dieses Großprojekts investiert die HOCHBAHN ca. 28 Millionen Euro in die Instandsetzung von insgesamt zwölf Brücken – darunter acht Stahlbrücken und vier Steinviadukte aus der Zeit zwischen 1907 und 1912. Parallel werden rund 5.800 Schwellen erneuert, Weichen ausgetauscht sowie die Haltestellen Mundsburg, Hamburger Straße und Dehnhaide modernisiert. Die Arbeiten können aufgrund ihres Umfangs nicht im laufenden Betrieb durchgeführt werden.

Für Fahrgäste wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, die Fahrzeit kann sich je nach Verkehrslage um bis zu 20 Minuten verlängern. Ergänzend stehen alternative Verbindungen im hvv-Netz zur Verfügung – so z.B. die Linie S1.

An drei Wochenenden wird die Sperrung zudem auf den Abschnitt Barmbek bis Berliner Tor ausgeweitet, jeweils von Freitagabend bis Betriebsschluss am Sonntag. Das betrifft die Wochenenden vom 29.–31. Mai, 12.–14. Juni sowie 26.–28. Juni.

S-Bahn Hamburg

Ab 10. Mai: Zweiwöchige Sperrung zwischen Wilhelmsburg und Neugraben

Von Sonntag, 10. Mai, ca. 20 Uhr bis Sonntag, 23. Mai, ca. 1 Uhr wird die Strecke der Linien S3 und S5 zwischen Wilhelmsburg und Neugraben gesperrt, DT5 Online berichtete.

In diesem Zeitraum führt die DB InfraGo Arbeiten an der Signaltechnik durch, zusätzlich werden rund acht Kilometer Schienen im Tunnel und an den angrenzenden Streckenabschnitten geschliffen oder komplett erneuert. Die Stromschiene, die für die Energieversorgung der S-Bahnzüge unerlässlich ist, wird auf einer Länge von 14 Kilometern gewartet. Außerdem werden die Stationen Harburg (S-Bahn), Harburg Rathaus und Heimfeld umfassend gereinigt und erhalten neue Bahnsteigbeleuchtungen. Schließlich wird auch die Tunnelbeleuchtung (ca. 650 Lampen) erneuert.

Erstmals werden auch einmal stündlich S-Bahnzüge zum Fernbahnhof Neugraben umgeleitet. Hierfür wird derzeit noch der Regionalbahnsteig 4/5 in Neugraben erhöht. Die umgeleiteten Züge können nicht in Neuwiedenthal, Heimfeld und Harburg Rathaus halten.

Die Linie S3 verkehrt nur zwischen Pinneberg und Wilhelmsburg, dafür mit Langzügen auch außerhalb der üblichen Zeiten. Die Linie S5 verkehrt zwischen Stade und Neugraben/Harburg Fernbahn sowie zwischen Hammerbrook und Elbgaustraße. Zusätzlich halten die Züge des RE 5 in Neugraben und es fährt ein zusätzlicher Metronom-Pendelzug zwischen Harburg und Hamburg Hauptbahnhof.

Außerdem fahren SEV-Busse: Eine SEV-Linie bedient alle Halte, eine Express-Linie hält nur in Neugraben, Neuwiedenthal, Harburg und Wilhelmsburg. Wegen der Sperrung des Harburger ZOB halten die Busse dort im Großmoordamm.

Neue Ansagestimme bei der S-Bahn

Seit dem 30. April gibt es aktualisierte Ansagen bei der S-Bahn Hamburg – besonders auffällig sind die Änderungen bei den englischsprachigen Ansagen. Nach etwa zwölf Jahren wurde die Muttersprachlerin Yvette Coetzee-Hannemann, die auch in vielen anderen DB-Netzen zu hören war, durch computergenerierte Ansagen aus einem unternehmenseigenen Text-to-Speech-Tool ersetzt. Dieses wird bereits seit einiger Zeit auch an anderen Stellen bei DB Regio eingesetzt.

Im Zuge dieses Updates wurde – nach bald einem halben Jahr – auch die Linie S7 in die Umsteigehinweise aufgenommen. Die Qualität der neuen englischen Ansagen lässt derweil noch Luft nach oben: Sie fallen durch teilweise merkwürdige Aussprachen und bei der Baureihe 490 durch zu lange Sprechpausen auf. Die üblichen Startschwierigkeiten…

Busverkehr Hamburg

Auch vhh.mobility und ver.di einigen sich

Im Tarifkonflikt bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (vhh.mobility) ist nach intensiven Verhandlungen kurz vor Ablauf des ver.di-Ultimatums eine Einigung erzielt worden. Damit konnte ein drohender Arbeitskampf zum Hafengeburtstag verhindert werden.

Kern des Kompromisses ist eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich: Die Wochenarbeitszeit sinkt perspektivisch auf 38 Stunden. Zudem werden Regelungen zu geteilten Diensten angepasst – diese dürfen künftig maximal 13 Stunden dauern und werden höher vergütet. Auch wird die Zulage für geteilte Dienste auf 15 Euro erhöht. Der Nachtschichtzuschlag wird künftig früher gezahlt, zunächst ab 21:30 Uhr und später ab 21:00 Uhr.

Darüber hinaus ist eine einmalige Entlastungsprämie von insgesamt 1.000 Euro vorgesehen. Weitere Bestandteile des Abschlusses sind eine Dynamisierung der Sonderzahlungen sowie eine Laufzeit des neuen Tarifwerks bis Ende 2029. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der ver.di-Mitglieder und der Gremien von vhh.mobility.

Beide Seiten bewerten die Einigung als Ergebnis konstruktiver Verhandlungen, die spürbare Verbesserungen für die Beschäftigten mit der wirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens verbinden sollen.

HOCHBAHN beschafft bis zu 240 neue E-Busse bis 2031

Die HOCHBAHN treibt die Elektrifizierung ihrer Busflotte weiter voran – nach der im vergangenen Jahr neu ausgerichteten Strategie: Neben bis zu 240 zusätzlichen batterielektrischen Bussen bis 2031 sollen auch bis zu 150 Fahrzeuge beschafft werden, die von der unternehmenseigenen Ladeinfrastruktur unabhängig sind.

Seit 2020 beschafft die HOCHBAHN ausschließlich emissionsfreie Busse, aktuell ist rund 40 Prozent der Flotte elektrisch unterwegs. Mit den neuen Fahrzeugen soll dieser Anteil perspektivisch auf bis zu 60 Prozent steigen. Gleichzeitig wird der verbleibende Dieselbestand seit Anfang 2026 schrittweise auf den Einsatz von HVO-Kraftstoffen umgestellt, um die CO₂-Bilanz zu verbessern.

Die nun angekündigte Beschaffung erfolgt vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen: Nach dem Auslaufen der Bundesförderung für Elektrobusse im Jahr 2025 – der Bund hatte zuvor bis zu 50 Prozent der Mehrkosten übernommen – war die weitere Beschaffung zunächst offen.

Die Ergänzung um konventionell einsetzbare Fahrzeuge ist Teil einer erweiterten Vorsorgestrategie. Hintergrund sind steigende Anforderungen an die Krisenfestigkeit des ÖPNV, etwa bei großflächigen Stromausfällen, kurzfristig erhöhtem Transportbedarf oder unsicheren Energie- und Kraftstoffmärkten. Ziel ist eine robustere Aufstellung mit zwei Antriebssystemen, die je nach Lage unterschiedliche Vorteile bieten.

Im Sommer 2025 hatte die HOCHBAHN ihre E-Bus-Strategie bereits angepasst. Dabei wurde deutlich, dass das ursprünglich formulierte Ziel eines vollständig elektrischen Busbetriebs bis 2030 nicht zu halten ist – unter anderem wegen hoher Kosten, fehlender Bundesförderung und technischer Grenzen. Stattdessen setzt die HOCHBAHN langfristig auf einen schrittweisen Ausbau der E-Bus-Flotte bei gleichzeitig verlängerter Nutzungsdauer bestehender Diesel-Fahrzeuge und einer strategischen Reserve für Ausnahmesituationen.

Auch bei der vhh.mobility gibt es neue Elektrobusse: Ab sofort werden im Kreis Pinneberg 10 neue E-Busse eingesetzt.

100 Jahre vhh.mobility: Museumsbusse im regulären Betrieb

Zum 100-jährigen Jubiläum ihres Busbetriebs lässt vhh.mobility Geschichte wieder lebendig werden: An ausgewählten Wochenenden kommen historische Omnibusse aus der unternehmenseigenen Sammlung im regulären hvv-Linienverkehr in Hamburg und Schleswig-Holstein zum Einsatz. Fahrgäste können die liebevoll restaurierten Fahrzeuge ohne Aufpreis im normalen Tarif nutzen und so unterschiedliche Epochen des Busverkehrs hautnah erleben.

Zum Einsatz kommen unter anderem ein Büssing Präsident 14, ein Mercedes-Benz O 305 sowie die bekannte „Bergziege“, ein Mercedes-Benz O 309 D, die einst im Schnellbus-Rosa durch das Blankeneser Treppenviertel fuhr.

Mercedes-Benz O 305 und Büssing Präsident 14 zum Verkehrshistorischen Tag in Poppenbüttel
„Bergziege“ Mercedes-Benz O 309 D zur Langen Nacht der Museen am S-Bahnhof Veddel

Der Auftakt der Oldtimerfahrten findet am 15. Mai 2026 statt – exakt 100 Jahre nach dem Beginn des ersten Busbetriebs der Vorgängerorganisation Bergedorf–Geesthachter Eisenbahn AG. Danach folgen weitere Einsätze auf zahlreichen Linien im hvv-Gebiet über den Sommer hinweg:

  • 15.05.2026 – Linie 8890: Bf. Bergedorf – Geesthacht, ZOB
  • 15.05.2026 – Linie 8800 / X80: Geesthacht, ZOB – Lauenburg, ZOB
  • 16.05.2026 – Linie X80: Bf. Bergedorf – Hamburg Hbf/ZOB
  • 23.05.2026 – Linie 223: Bf. Bergedorf – Hower Hauptdeich
  • 30.05.2026 – Linie 493: Glashütte, ZOB – U A Norderstedt Mitte
  • 06.06.2026 – Linie 133: U Steinfurther Allee – Neuschönningstedt
  • 06.06.2026 – Linie 333: U Steinfurther Allee – Trittau, Vorburg
  • 13.06.2026 – Linie 488: Blankenese
  • 20.06.2026 – Linie 32: Bf. Bergedorf – U Billstedt
  • 27.06.2026 – Linie 225/227: Bf. Bergedorf – Grundschule Kirchwerder/Achterdeich
  • 04.07.2026 – Linie 285: S Iserbrook – Bf. Pinneberg
  • 11.07.2026 – Linie 189: S Blankenese – S Wedel
  • 18.07.2026 – Linie 269: Stadtverkehr Ahrensburg
  • 03.10.2026 – Linie 135: Ringlinie 135

Die genauen Abfahrtszeiten werden jeweils kurzfristig vor den Einsatztagen bekannt gegeben.

Mehr Fahrkartenkontrollen im Umland: Zusätzliche Prüfteams starten

Im hvv wird die Fahrkartenkontrolle im Umland deutlich ausgeweitet: Seit dem Ende April kommen in den Kreisen Pinneberg, Segeberg, Steinburg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg sowie in den Landkreisen Lüneburg, Harburg und Stade zusätzliche flexible Prüfteams zum Einsatz.

Die Teams sind den einzelnen Regionen fest zugeordnet und wurden personell aufgestockt. Dadurch sollen sowohl Abgangs- als auch Streckenkontrollen häufiger stattfinden – also sowohl beim Ein- und Ausstieg als auch während der Fahrt auf den jeweiligen Linien. Ziel ist eine deutlich höhere Präsenz der Kontrolleure im gesamten Umland.

Durchgeführt werden die Kontrollen im Auftrag des Hamburger Verkehrsverbunds durch den Prüfdienst der vhh.mobility. Die neuen Einheiten ergänzen die bestehenden Prüfteams der Verkehrsunternehmen vor Ort und kommen auch bei gemeinsamen Schwerpunktkontrollen zum Einsatz.

Im vergangenen Jahr wurden im Umland rund 10.200 Prüfstunden geleistet. Mit dem Start des Projekts soll dieser Umfang auf etwa 15.900 Stunden pro Jahr steigen. Hintergrund der Maßnahme ist unter anderem die Erwartung, den Anteil von Fahrgästen ohne gültiges Ticket weiter zu senken. Die Laufzeit des Projekts ist zunächst auf fünf Jahre angelegt.

Regional- und Fernverkehr

ICE L in Westerland getauft – Start des ICE-Verkehrs an die Nordseeküste

Der erste Talgo 230-Zug, der von der Deutschen Bahn als „ICE L“ vermarktet wird, wurde am Montag im Bahnhof Westerland (Sylt) auf den Namen „Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ getauft. Die Taufe erfolgte anlässlich des Betriebsstarts der ICE-Verbindungen nach Westerland.

Der Zug wurde mit Nordseewasser getauft und soll künftig als „rollender Botschafter“ für den gleichnamigen Nationalpark stehen. An der Veranstaltung nahmen unter anderem die DB-Konzernbevollmächtigte für Hamburg und Schleswig-Holstein, Ute Plambeck, Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen sowie Nationalparkleiterin Franziska Junge teil.

Mit dem ICE L setzt die Deutsche Bahn auf eine neue Zuggeneration mit Fokus auf Komfort und Barrierefreiheit. Der Zug verfügt über einen stufenlosen Einstieg, ein neues Innenraumdesign mit mehr Platzgefühl, verbesserte Mobilfunkdurchlässigkeit sowie neu entwickelte Sitze mit Steckdosen an allen Plätzen. Auch Familien- und Rollstuhlbereiche wurden deutlich erweitert.

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gilt als UNESCO-Weltnaturerbe und zählt zu den ökologisch sensibelsten Lebensräumen Europas. Die Bahn betont die Verbindung von klimafreundlicher Mobilität und Naturschutz und will das touristische Ziel künftig noch besser per Fernverkehr anbinden.

Am 1. Mai verkehrte ICE 2311 letztmals mit einem IC1-Wagenpark
Talgo-ICE auf der Marschbahn – hier bei Meldorf

Bereits seit Mitte April verkehrte ein erstes ICE-Zugpaar zwischen Hamburg und Westerland. Die Zeit der klassischen Intercity-Züge auf der Marschbahn endete wie geplant am 1. Mai: Zu diesem Stichtag wurde auch das zweite Zugpaar von IC auf ICE umgestellt. Weitere Verbindungen folgen in Abhängigkeiten von aktuellen Bauarbeiten: Eines der beiden Zugpaare wird ab dem 14. Juni nach Abschluss der Generalsanierung Hamburg – Berlin wieder nach Berlin verlängert. Ab 11. Juli verkehren zwei weitere Zugpaare mit ICE L-Zügen, und zwar von Westerland nach Frankfurt (Main) über Gießen und von Westerland nach Köln über Münster.

Übrigens: Nicht nur auf der Marschbahn sind neue Züge unterwegs – seit dem 1. Mai kommen auch tschechische ComfortJet-Züge von Siemens zwischen Prag – Berlin – Hamburg und Kopenhagen zum Einsatz. Die Züge werden hierzulande als ECE (EuroCity Express) und im Ausland als RJ (Railjet) geführt.

Marschbahndialog auf Sylt: Fünf-Punkte-Plan soll Pünktlichkeit und Betriebsstabilität erhöhen

Das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn haben am 21. April beim „Marschbahndialog“ in Westerland einen gemeinsamen Fünf-Punkte-Plan zur Verbesserung des Betriebs auf der Marschbahn vorgestellt. Ziel ist es, die seit Jahren störanfällige Verbindung zwischen Hamburg-Altona, Niebüll und Westerland robuster und pünktlicher zu machen.

Die Strecke gilt als stark ausgelastet und ist insbesondere im Abschnitt nördlich von Husum und Niebüll durch die eingleisige Infrastruktur besonders verspätungsanfällig. Die durchschnittliche Pünktlichkeit lag 2025 bei rund 80 Prozent, an einzelnen Wintertagen deutlich darunter. Folgende fünf Maßnahmen sind konkret geplant:

  • 1. Trassentausch im Regionalverkehr
    Regional- und Autozüge sollen ihre Fahrplantrassen tauschen. Dadurch erhält der Regionalverkehr zwischen Husum und Niebüll bis zu 15 Minuten zusätzliche Fahrzeitpuffer. Ziel ist eine deutlich stabilere Betriebsführung und ein Abbau von Verspätungen aus dem Hamburger Zulauf. Simulationen zeigen eine mögliche Pünktlichkeitssteigerung auf bis zu 96 Prozent in Niebüll und bis zu 84 Prozent in Westerland. Die Umsetzung ist spätestens zum Fahrplanwechsel 2026/27 geplant. Die Maßnahme soll zunächst bis mindestens Ende 2028 andauern.
  • 2. Neues Störfallkonzept
    Gemeinsame, abgestimmte Abläufe zwischen Verkehrsunternehmen und Infrastruktur sollen dafür sorgen, dass sich der Betrieb nach Störungen schneller stabilisiert. Verspätungen sollen sich weniger stark aufschaukeln, Entscheidungen im Störungsfall schneller getroffen werden. Um das zu ermöglichen, sollen für häufige Störungssituationen klare und vorab abgestimmte Abläufe festgelegt. Dazu gehört auch die Priorisierung der einzelnen Verkehre.
  • 3. Ausbau der Instandhaltung und Materialverfügbarkeit
    Stärkere Vorhaltung von Ersatzteilen sowie Ausbau der Instandhaltungsstandorte in Husum, Niebüll, Klanxbüll und Westerland. Ziel ist eine schnellere Entstörung insbesondere bei Störungen im Bereich Fahrbahn- sowie Leit- und Sicherungstechnik.
  • 4. Zweigleisiger Ausbau als Kapazitätslösung
    Mittelfristig bleibt der zweigleisige Ausbau zwischen Niebüll und Westerland entscheidend. Das betrifft die Abschnitte Niebüll–Klanxbüll sowie Morsum–Tinnum. Das Projekt ist nach der Vorplanung in der parlamentarischen Befassung, die Umsetzung soll perspektivisch in den 2030er-Jahren beginnen. Auch eine spätere Elektrifizierung bleibt Bestandteil der Planungen.
  • 5. Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik (ESTW Niebüll)
    Ein zentrales Infrastrukturprojekt ist das neue elektronische Stellwerk in Niebüll. Es ersetzt neun mechanische Stellwerke und soll bis Frühjahr 2028 in Betrieb gehen.

Land und Bahn sehen den Maßnahmenmix als Kombination aus kurzfristiger Stabilisierung und langfristigem Ausbau. Während der Trassentausch und betriebliche Anpassungen kurzfristig Wirkung zeigen sollen, zielt der Ausbau der Infrastruktur auf eine dauerhafte Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Marschbahn. Die Kosten für die vereinbarten Maßnahmen wollen sich Land und DB teilen.

Qualitätsoffensive Hamburg – Hannover gestartet

Seit dem 1. Mai 2026 läuft auf der Strecke Hamburg – Hannover die sogenannte „Qualitätsoffensive“ der DB InfraGO. Die ca. 163 Kilometer lange Hauptachse gilt als eine der am stärksten beanspruchten im deutschen Netz – mit einer Auslastung von stellenweise bis zu 147 Prozent. Gegenüber der ursprünglichen Planungen wurde wegen den Verzögerungen bei der Generalsanierung Hamburg – Berlin das Sperrkonzept überarbeitet: Die Arbeiten erfolgen in drei Bauphasen.

Das Bauprogramm im Überblick:

  • 66 km Gleiserneuerung
  • 36 Weichen erneuern
  • 6 Weichenheizungen erneuern
  • 2 km Oberleitung sanieren
  • Brückensanierungen (u. a. Lüneburg, Uelzen)
  • 4 Bahnhofsmodernisierungen (Stelle, Suderburg, Großburgwedel und Langenhagen Mitte)
  • Stellwerks- und Kabelarbeiten entlang der Achse
  • Bahndammsanierung bei Eschede

Die erste Bauphase begann am 1. Mai mit einer Vollsperrung des Abschnitts Celle – Hannover, im nördlich davon gelegenen Abschnitt nach Hamburg kommt es bereits jetzt zu Fahrplanänderungen.

Die LNVG hat insbesondere zwischen Uelzen und Hamburg das Angebot neu organisiert. Seit dem 1. Mai verkehren dort täglich drei durchgehende Zugpaare mit Halten unter anderem in Bad Bevensen, Bienenbüttel, Lüneburg und Hamburg-Harburg. Ergänzend verkehren ein Zweistundentakt zwischen Lüneburg und Uelzen sowie zusätzliche Nachtverbindungen. Einzelne Relationen werden durch Bus- und Expressbusangebote ergänzt. Ab dem 14. Juni tritt der ursprünglich geplante Ersatzfahrplan in Kraft, verbunden mit einer vollständigen Sperrung auch im nördlichen Abschnitt.

Trotz der erheblich kürzeren Bauzeit auf Teilen der Strecke kann nach Angaben der DB InfraGo ein großer Teil der geplanten Maßnahmen umgesetzt werden. Die restlichen Maßnahmen sollen während der Generalsanierung 2029 nachgeholt werden.

Titelbild: ICE L auf dem Hindenburgdamm (Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben)