Die neue Busanlage am Bahnhof Rahlstedt wird später als bislang geplant eröffnet. Statt noch im Sommer soll der vollständig neu gebaute ZOB nun Anfang Oktober 2026 in Betrieb gehen. Nach Angaben der HOCHBAHN haben witterungsbedingte Einschränkungen während der Wintermonate den vorgesehenen Zeitpuffer weitgehend aufgebraucht. Hinzu kommt, dass die Umsetzung der architektonisch anspruchsvollen Dachverkleidung mehr Zeit benötigt als ursprünglich vorgesehen.
Die Bauarbeiten befinden sich inzwischen auf der Zielgeraden. Die Verkehrsflächen sind weitgehend hergestellt, derzeit werden vor allem die technische Ausstattung, die drei markanten Dachkonstruktionen und der neue Fußgängertunnel fertiggestellt. Bereits Mitte Mai war der Stahlbau der Dächer abgeschlossen, anschließend folgten unter anderem die Dachflächen, der weitere Tunnelausbau sowie Straßen- und Pflasterarbeiten. Die Dächer werden begrünt und mit Photovoltaikanlagen ausgestattet.
Seit 2024 wird die aus den 1980er-Jahren stammende Busanlage bei laufendem Betrieb vollständig erneuert und erweitert. Hintergrund sind neben dem Alter der Anlage vor allem die benötigten zusätzlichen Kapazitäten. Vor Beginn des Umbaus nutzten rund 13.000 Fahrgäste täglich den von 15 Buslinien bedienten Knoten. Für den Neubau werden rund neun Millionen Euro investiert. Mit der künftigen S4 rechnet die HOCHBAHN allein an der Busanlage mit mindestens 2.000 zusätzlichen Fahrgästen pro Tag.
Dafür erhält der ZOB zusätzliche Abfahrtsbereiche und mehr Flächen zum Abstellen von Bussen zwischen zwei Fahrten. Die Anlage wird zudem barrierefrei gestaltet: An den Zugängen sowie den Ankunfts- und Abfahrtsbereichen wurden taktile Leitelemente und Bodenindikatoren eingebaut, die Bussteige ermöglichen einen stufenlosen Ein- und Ausstieg. Windschutzwände, neue Sitzgelegenheiten und digitale Fahrgastinformationen ergänzen die Ausstattung.
Eine wichtige Rolle spielt auch der neue Fußgängertunnel. Er verbindet den ZOB künftig direkt mit dem Bahnhof Rahlstedt und ist bereits auf den späteren S4-Bahnsteig ausgerichtet. Die Busanlage ist damit Teil des geplanten Mobilitätsknotens rund um den Bahnhof. Ergänzt wird das Angebot im Umfeld unter anderem durch Bike+Ride-Anlagen, eine StadtRAD-Station, das P+R-Parkhaus und einen hvv switch-Punkt.
Mit der Inbetriebnahme Anfang Oktober endet dann auch der seit dem Umbau laufende provisorische Busbetrieb auf der Anlage. Der Neubau wurde bewusst in mehreren Bauabschnitten unter laufendem Betrieb umgesetzt, sodass die dort verkehrenden Buslinien den Bahnhof auch während der rund zweijährigen Bauzeit weiter bedienen konnten.
Titelbild: Visualisierung HOCHBAHN
