Bauarbeiten bei U- und S-Bahn in den Herbstferien

Während der Hamburger Herbstferien kommt es auf mehreren Schnellbahnstrecken zu größeren Einschränkungen. Die S-Bahn stellt ab Samstag (17. Oktober) für gut zwei Wochen den Zugverkehr zwischen Berliner Tor und Bergedorf ein. Am zweiten Ferienwochenende folgt eine Sperrung zwischen Altona und Wedel. Auch die U3 ist betroffen: Zwischen St. Pauli und Rathaus fahren vom 19. bis 29. Oktober keine Züge. Parallel bereitet die Deutsche Bahn an der Holstenstraße den Einbau von sechs Hilfsbrücken vor, über die ab Dezember wieder die S2 fahren soll.

S2/S7: Zweiwöchige Sperrung zwischen Berliner Tor und Bergedorf

Von Samstag, 17. Oktober, ca. 1 Uhr, bis Sonntag, 1. November, Betriebsschluss, ist die S-Bahnstrecke zwischen Berliner Tor und Bergedorf gesperrt. Die Deutsche Bahn nutzt die Herbstferien, um an mehreren Streckenabschnitten Gleise und Schwellen zu erneuern. Darüber hinaus sind Bauarbeiten an der Brücke über den Tidekanal sowie an der Station Billwerder-Moorfleet vorgesehen.

Während der Sperrung entfallen die Züge der Linie S2. Die Linie S7 verkehrt ausschließlich zwischen Bergedorf und Aumühle und wird auf einen 30-Minuten-Takt reduziert.

Aushang zur Fahrplanänderung – Quelle: S-Bahn Hamburg / hvv.de

Zwischen Berliner Tor und Bergedorf richtet die S-Bahn Hamburg mehrere Ersatzbuslinien ein. Neben einer Linie mit Halt an allen Stationen verkehren zwei Direktbuslinien: eine zwischen Berliner Tor und Bergedorf sowie eine weitere zwischen Berliner Tor und Nettelnburg/Allermöhe. Zusätzlich fahren in den Hauptverkehrszeiten Ersatzbusse zwischen Bergedorf und Reinbek.

  • SEV 1: Berliner Tor – Bergedorf mit Halt an allen Unterwegshalten
  • SEV 2: Bergedorf – Reinbek (nur in der Hauptverkehrszeit)
  • Direktbus 1: Berliner Tor <> Bergedorf ohne Zwischenhalt
  • Direktbus 2: Berliner Tor > Allermöhe > Nettelnburg > Berliner Tor nur mit diesen Zwischenhalten

Als Alternative zwischen Bergedorf und dem Hamburger Hauptbahnhof verweist die Deutsche Bahn auf die Regionalexpresslinie RE 1.

S1-Verstärker fahren auf dem früheren Linienweg der S11

Um den Entfall der Bergedorfer S-Bahn auf der Verbindungsbahn zumindest teilweise auszugleichen, ändert die S-Bahn Hamburg während der Sperrung auch die Linienführung der S1-Verstärkerzüge. Diese fahren in den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend von Blankenese über Altona, Holstenstraße, Sternschanze und Dammtor zum Hauptbahnhof und damit auf dem früheren Linienweg der S11. Die Verstärkerzüge nutzen somit zwischen Altona und Hauptbahnhof nicht wie üblich den Citytunnel, sondern die Verbindungsbahn. In der Gegenrichtung verkehren die Züge regulär.

Außerhalb der Hauptverkehrszeiten wird die Linie S7 unter der Liniennummer S1 von und nach Barmbek geführt. Die Züge fahren also von Barmbek über Hauptbahnhof – Jungfernstieg – Altona – Dammtor – Hauptbahnhof nach Barmbek. Die regulären Züge der Linie S1 verkehren auf ihrem gewohnten Linienweg zwischen Wedel und Airport/Poppenbüttel, außer an einem Wochenende:

Auch zwischen Altona und Wedel fahren zeitweise keine S-Bahnen

Am zweiten Ferienwochenende kommt eine weitere Streckensperrung hinzu. Von Freitag, 23. Oktober, ca. 20 Uhr, bis Sonntag, 25. Oktober, Betriebsschluss, wird der S-Bahnverkehr zwischen Altona und Wedel eingestellt. Auf diesem Abschnitt erneuert die Deutsche Bahn unter anderem Schienen und Schwellen. Darüber hinaus werden Vegetationsarbeiten sowie Arbeiten an Signalanlagen durchgeführt.

Für die Dauer der Sperrung werden drei Ersatzbuslinien eingerichtet:

Aushang zur Fahrplanänderung – Quelle: S-Bahn Hamburg / hvv.de
  • Bus A: Altona <> Sülldorf mit Halt an allen Unterwegshalten
  • Bus B: Altona <> Wedel ohne Halt in Othmarschen, Klein Flottbek, Hochkamp und Blankenese
  • Bus C: Altona <> Blankenese nur mit Zwischenhalt in Teufelsbrück Fähre und Ottensen

U3: Gleisarbeiten zwischen St. Pauli und Rathaus

Auch die HOCHBAHN nutzt die Herbstferien für umfangreiche Bauarbeiten. Von Montag, 19. Oktober, Betriebsbeginn, bis Donnerstag, 29. Oktober, Betriebsschluss, wird die U3 zwischen St. Pauli und Rathaus gesperrt.

Auf dem Abschnitt werden rund 860 alte Holzschwellen durch neue Kunststoffschwellen ersetzt. Diese sollen nach Angaben der HOCHBAHN langlebiger und widerstandsfähiger sein. Zudem werden rund 300 Meter Fahrschiene, Teile der Fahrbahn und vier sogenannte Schienenauszugsvorrichtungen erneuert. Letztere ermöglichen es den Schienen, temperaturbedingte Längenänderungen aufzunehmen.

Die HOCHBAHN empfiehlt Fahrgästen, während der Sperrung auf andere Schnellbahn- und Buslinien auszuweichen. Die MetroBus-Linie 17 wird so umgeleitet, dass sie alle von der Sperrung betroffenen U-Bahn-Haltestellen bedient. Ein klassischer Ersatzverkehr mit Bussen wird nicht eingerichtet.

Aushang zur Fahrplanänderung – Quelle: HOCHBAHN / hvv.de

Damit treffen am Wochenende 24./25. Oktober gleich drei Vollsperrungen aufeinander: Es fahren dann keine Züge zwischen Wedel und Altona (S1), nicht zwischen St. Pauli und Rathaus (U3) und auch nicht zwischen Berliner Tor und Bergedorf (S7).

Holstenstraße: Sechs Hilfsbrücken ermöglichen Rückkehr der S2

Während der Herbstferien beginnt außerdem die nächste Bauphase an der Eisenbahnüberführung Holstenstraße. Die Deutsche Bahn will von Ende Oktober bis Anfang November insgesamt sechs Hilfsbrücken in die Eisenbahnüberführung und das dazugehörige Kreuzungsbauwerk einheben.

Dies wirkt sich allerdings nur auf den Straßenverkehr aus: Die Holstenstraße wird vom 22. Oktober, 5 Uhr, bis zum 2. November, 5 Uhr, vollständig gesperrt. Der Rechtsabbieger von der Stresemannstraße bleibt darüber hinaus noch bis zum 1. Februar 2027, 5 Uhr, gesperrt.

Die Arbeiten sind Teil der seit Jahresbeginn laufenden Instandsetzung. Die bisherigen Stahlbetonbrücken mit einer Gesamtlänge von rund 165 Metern und einem Gewicht von etwa 1.850 Tonnen wurden bereits zurückgebaut. Auch die rund zwölf Tonnen schweren Portalriegel sind nach Angaben der Bahn inzwischen eingebaut worden. Im nächsten Schritt werden die Hilfsbrücken auf die dafür vorbereiteten Pfeiler gesetzt. Nach dem Einhub müssen die Gleisanlagen wiederhergestellt werden. Dazu gehört neben den Schienen und Schwellen die Einschotterung der Gleise sowie die Montage der seitlich verlaufenden Stromschiene sowie die Leit- und Sicherungstechnik.

Mit den Hilfsbrücken soll zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 die Rückkehr der Bergedorfer S-Bahn auf ihren ursprünglichen Linienweg ermöglicht werden. Die S2 soll dann wieder von Aumühle beziehungsweise Bergedorf über den Hauptbahnhof und Dammtor nach Altona verkehren.

Die während der Sperrung als Provisorium eingeführte Linienbezeichnung S7 entfällt wieder: Sämtliche Bergedorfer S-Bahnen sollen ab dem Fahrplanwechsel wieder einheitlich unter der Liniennummer S2 zwischen Altona – Dammtor – Aumühle verkehren. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben: Langfristig wird die Eisenbahnüberführung endgültig neu wiederhergestellt werden müssen.

Nach den Herbstferien: Weitere U3-Sperrung im November

Mit dem Ende der Herbstferien sind die Bauarbeiten im Schnellbahnnetz noch nicht abgeschlossen. Ab Montag, 2. November, Betriebsbeginn setzt die HOCHBAHN ihre Arbeiten auf der Linie U3 fort: Bis zum 27. November wird im Abschnitt Berliner Tor – Barmbek gearbeitet.

Die HOCHBAHN tauscht dort insgesamt 1.334 Holzschwellen gegen Kunststoffschwellen aus und erneuert rund 650 Meter Stromschiene. Dafür wird die Strecke jeweils von Montag, Betriebsbeginn bis Samstag, ca. 1 Uhr gesperrt. An den Wochenenden fährt die U3 dagegen regulär.

Hintergrund dieser Unterbrechungen der Arbeiten sind parallel geplante Bauarbeiten der S-Bahn im Bereich Berliner Tor, die an den Wochenenden zu Einschränkungen auf der S1 führen. Die U3 soll dann als alternative Schnellbahnverbindung zwischen Berliner Tor und Barmbek zur Verfügung stehen. Unter der Woche ist es umgekehrt: Während der U3-Sperrung können Fahrgäste auf die S1 ausweichen. Zwischen Barmbek und Berliner Tor fahren Busse statt U-Bahnen.

Der Aufzug an der U3-Haltestelle Hamburger Straße bleibt während der gesamten Bauphase vom 2. bis 27. November außer Betrieb. Fahrgäste, die auf einen Aufzug angewiesen sind, können alternativ die Buslinie 261 zwischen Barmbek und Hamburger Straße nutzen. Außerhalb ihrer Betriebszeiten steht am Wochenende ergänzend ein bedarfsgesteuerter Taxiservice zur Verfügung.

Eine weitere Einschränkung betrifft den Ersatzverkehr vom 20. November, 21 Uhr, bis zum 27. November: Wegen parallel stattfindender Straßenbauarbeiten können die Busse die Haltestelle Berliner Tor dann nicht anfahren. Stattdessen ist ein Umstieg zur U1 an der Lübecker Straße möglich. Die Ersatzbusse fahren in diesem Zeitraum weiter bis Burgstraße, wo Anschluss an die Linien U2 und U4 besteht, die ebenfalls zum Berliner Tor fahren.