Auch heute blicken wir auf die verschiedenen Meldungen der letzten beiden Wochen zurück: Die HOCHBAHN wird wahrscheinlich erst im kommenden Jahr einen neuen Vorstandsvorsitzenden bekommen. Bis dahin werden die Aufgaben vorstandsintern neu aufgeteilt. Die Finanzierung für mehrere Großprojekte an der Linie U3 (Sierichstraße, Fuhlsbüttler Straße und Habichtstraße) steht. Es sollen weniger DT6 beschafft werden – dafür müssen die DT4 zehn weitere Jahre in Betrieb bleiben.
Die S-Bahn Hamburg nutzt die Sommerferien für umfassende Baumaßnahmen im Bereich Holstenstraße und Sternbrücke. Im Regional- und Fernverkehr kommt es aufgrund der Arbeiten an der Sternbrücke und für den neuen Bahnhof Altona ebenfalls zu starken Einschränkungen im Zugverkehr.
Die Linie RB 85 verkehrt über den Sommer an Wochenenden durchgängig in Doppeltraktion – möglich wird dies durch zusätzliche Fahrzeuge. Auch zur bevorstehenden Kieler Woche sind wieder länger und längere Züge im Einsatz, und zwar im ganzen Land Schleswig-Holstein. Die Strecke Hamburg – Berlin ist seit heute wieder freigegeben, dafür ist die Strecke nun zwischen Uelzen und Lüneburg gesperrt. Noch bis heute Abend gibt es bis zu 100.000 vergünstigte Tickets für die Verbindung Hamburg – Berlin. Außerdem hat die DB Regio heute den Betrieb des niedersächsischen RE 2 vom metronom übernommen. Die Vorplanung für die neuen Eisenbahnbrücken Norderelbe sind abgeschlossen – Interessierte können sich noch bis morgen für eine Info-Veranstaltung am 24. Juni anmelden. Bis Jahresende soll außerdem die Modernisierung des Bahnhofs Pinneberg abgeschlossen werden.
Im Radverkehr gibt es im Bereich Bike and Ride sowohl auf Hamburger als auch auf Schleswig-Holsteinischer Seite Meilensteine zu vermelden: In Hamburg sind nun 30.000 Radstellplätze an Bahnhöfen vorhanden und in Quickborn Süd konnte die 65. B+R-Station im NAH.SH-Design eröffnet werden.
HOCHBAHN
Neuer Hochbahn-Vorstandschef voraussichtlich erst 2027
Die Neubesetzung an der Spitze der Hamburger HOCHBAHN wird sich voraussichtlich bis 2027 hinziehen. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) erklärte im Bürgerschaftsausschuss für öffentliche Unternehmen, dass derzeit nicht davon auszugehen sei, dass der Vorstandsvorsitz vor diesem Zeitpunkt nachbesetzt werde.
Tjarks sagte, die Freistellung des bisherigen Vorstandschefs Robert Henrich sei kurzfristig erfolgt, nachdem dieser mitgeteilt habe, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen. Zu den Hintergründen äußerte sich der Senator nicht, da hierzu Stillschweigen vereinbart worden sei. Er habe in den vergangenen Wochen mehrere Gespräche mit Henrich geführt.
Die Übergangsführung im Unternehmen wird derzeit neu organisiert. Nach Angaben aus dem Ausschuss soll Technikvorstand Jens-Günter Lang vorübergehend die Verantwortung für das zentrale Projekt der HOCHBAHN , den Bau der neuen U-Bahnlinie U5, übernehmen. Über die künftige Aufgabenverteilung im Vorstand soll der Aufsichtsrat in der kommenden Woche beraten.
Henrich hatte den Vorstandsvorsitz Anfang 2024 übernommen und wird bis zum regulären Vertragsende Ende diesen Jahres weiter vergütet. Die HOCHBAHN betont, dass die Handlungsfähigkeit des Unternehmens in der Übergangsphase sichergestellt ist.
U-Bahn Hamburg
Hamburg investiert 80 Millionen Euro in die U3
Die Hamburger Verkehrsbehörde hat die Finanzierung für mehrere größere Modernisierungsprojekte entlang der U3 gesichert. Vorgesehen sind der barrierefreie Ausbau der Haltestelle Sierichstraße inklusive Bahnsteigverlängerung und zweitem Zugang, ein zusätzlicher Zugang an der Haltestelle Habichtstraße sowie der Neubau der Haltestelle Fuhlsbüttler Straße. Insgesamt sollen rund 80 Millionen Euro investiert werden. Nach Angaben der Stadt profitieren davon künftig rund 15.000 Menschen durch einen besseren Zugang zum U-Bahn-Netz.
Den größten Anteil der Investitionen erhält die neue Haltestelle Fuhlsbüttler Straße. Sie soll künftig rund 10.000 Menschen in Barmbek-Nord besser an das U-Bahn-Netz anbinden. Die Kosten werden auf rund 38,5 Millionen Euro geschätzt. An der benachbarten Haltestelle Habichtstraße ist ein zweiter Zugang geplant, der rund 4.700 Anwohnerinnen und Anwohnern kürzere Wege zur U-Bahn ermöglichen soll. Die Baukosten werden mit rund 15,35 Millionen Euro beziffert. Die Bauarbeiten an den Projekten sollen zeitlich gebündelt werden, um die Zahl notwendiger Sperrungen und Bauzeiten zu reduzieren. Die beiden genannten Maßnahmen werden mit der Grundsinstandsetzung des U3-Viaduktes in Barmbek verbunden. Geplant ist eine längere U3-Sperrung zwischen Barmbek und Wandsbek-Gartenstadt im zweiten Halbjahr 2027.
Auch die Haltestelle Sierichstraße soll umfassend modernisiert werden: Neben dem barrierefreien Ausbau sind dort ein zweiter Zugang sowie eine Bahnsteigverlängerung vorgesehen. Für dieses Projekt sind rund 25,7 Millionen Euro eingeplant. Der zusätzliche Zugang erleichtert zudem den Umstieg zwischen U-Bahn und den Bussen, die in der Dorotheenstraße halten. Diese Maßnahme soll im Zuge der U5-Bauarbeiten am Borgweg umgesetzt werden – auch hier werden wie gewohnt verschiedene Maßnahmen gebündelt.
Sparkurs bei der HOCHBAHN: Weniger DT6, dafür bleiben DT4 länger in Betrieb
Die HOCHBAHN muss sparen. Die seit 1989 in Betrieb befindlichen Fahrzeuge vom Typ DT4 sollen zehn Jahre länger in Betrieb bleiben als bisher geplant – und zwar auf der Linie U1 bis ins Jahr 2050. Im Ausschuss für öffentliche Unternehmen war am Donnerstag in der Bürgerschaft noch die Rede davon, dass hierfür Wagenübergänge und Klimaanlagen nachgerüstet werden sollen. Hier ruderte die HOCHBAHN am Freitag auf Nachfrage zurück: Diese Pläne seien aus Kostengründen verworfen worden. Die Wagen sollen demnach nur durch neue Sitzbezüge optisch moderner werden.
Grund für den Weiterbetrieb der DT4 über das Jahr 2040 hinaus ist eine Reduzierung der Bestellung der neuen Baureihe DT6, die ab 2028 in den Einsatz gehen soll. Der Rahmenvertrag mit Alstom lässt eine Beschaffung von bis zu 374 Fahrzeugen zu, davon 120 automatische Fahrzeuge für die neue U-Bahnlinie U5. Wie viele Fahrzeuge nach derzeitigen Planungen bestellt werden sollen, ist bislang nicht bekannt. Klar dürfte allerdings sein, dass nur eine DT4-Teilflotte so lange in Betrieb bleiben dürfte…
S-Bahn Hamburg
DB bündelt Bauarbeiten im Knoten Hamburg – umfangreiche Sperrungen im Sommer
Die Deutsche Bahn (DB) bündelt vom 14. Juli bis 20. August 2026 umfangreiche Bauarbeiten im Hamburger Eisenbahnnetz. Im Fokus stehen Arbeiten an der Verbindungsbahn zwischen Hauptbahnhof und Altona, der Neubau der Sternbrücke sowie Maßnahmen an Stellwerken, Brücken und Gleisanlagen. Ziel ist die langfristige Stabilisierung und Leistungssteigerung des Bahnknotens Hamburg. Außerdem werden die Arbeiten am seit vergangenen Jahr gesperrten S-Bahn-Brückenbauwerk Holstenstraße fortgesetzt.
Für Fahrgäste kommt es in diesem Zeitraum zu mehreren gestaffelten Sperr- und Bauphasen im S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr. Die wichtigsten Zeiträume im Überblick:
- 17. Juli bis 14. August: Sperrung der S-Bahn zwischen Sternschanze und Altona (Ersatzverkehr mit Bussen)
- 18. Juli bis 15. August: Umfangreiche Einschränkungen im Fernverkehr im Großraum Hamburg (u.a. Haltausfälle in Altona und Dammtor, einzelne Ausfälle und Umleitungen)
- 18. Juli bis 20. August: Einschränkungen im Regionalverkehr, insbesondere auf den Achsen Richtung Pinneberg, Elmshorn, Neumünster sowie in Richtung Schleswig-Holstein, mit Teil- und Vollausfällen je nach Bauphase
Im Regionalverkehr kommt es zusätzlich zu gestaffelten Betriebskonzepten je nach Bauabschnitt: Einige Linien enden in Pinneberg, es gibt Ersatzverkehre und Umleitungen. Die S-Bahnlinie S7 verkehrt während der Baustelle als Linie S2 zwischen Sternschanze und Aumühle, der 5 Minuten-Takt wird nachmittags nur im Abschnitt Berliner Tor – Bergedorf angeboten. Die Linie S5 verkehrt abweichend über den Citytunnel.
Aufgrund der verschiedenen Bauphasen werden Fahrgäste gebeten, sich jeweils kurz vor Fahrtantritt über die aktuellen Verbindungen in der DB Navigator-App oder über die elektronischen Fahrplanauskünfte zu informieren. Kurz vor Beginn der Sperrung wird DT5 Online ausführlicher über die Baumaßnahmen berichten.
Regional- und Fernverkehr
Mehr Kapazität auf der RB 85 an Sommerwochenenden
Auf der Regionalbahnlinie RB 85 zwischen Lübeck und Neustadt reagiert das Land Schleswig-Holstein gemeinsam mit DB Regio auf die hohe Nachfrage an den Sommerwochenenden. Von Juni bis August sollen von Freitagmittag bis Sonntagabend alle Züge der halbstündlich verkehrenden Linie als Doppeltraktion unterwegs sein. Dadurch steigt die Kapazität um 133 zusätzliche Sitzplätze pro Stunde und Richtung. Bislang fuhr nur jede zweite Verbindung in Doppeltraktion.
Während die Nachfrage außerhalb der Urlaubssaison deutlich geringer ausfällt, stoßen die Züge an sonnigen Wochenenden regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen. Bereits seit 2023 wird die RB 85 deshalb in den Sommermonaten im Halbstundentakt betrieben. Nach Angaben des Landes sind zwischen Lübeck und Neustadt täglich durchschnittlich mehr als 2.000 Fahrgäste unterwegs.
Die Umsetzung der Angebotsausweitung war lange durch die knappe Verfügbarkeit geeigneter Fahrzeuge erschwert. Verkehrsstaatssekretärin Susanne Henckel betonte, dass auf der Strecke bislang bereits alle verfügbaren Fahrzeuge eingesetzt worden seien. Durch zusätzliche Landesmittel und Fahrzeuge, die DB Regio organisieren konnte, sei nun eine langfristige Verbesserung für die Fahrgäste möglich. Sollte dennoch einmal ein Verstärkerfahrzeug ausfallen, steht ein Ersatzkonzept bereit: Zusätzliche Busse verkehren dann direkt zwischen Lübeck ZOB (Bussteig 13) und Timmendorfer Strand. Die Fahrzeit beträgt rund 30 Minuten, die Verbindungen werden in den Fahrplanauskünften von DB Navigator und NAH.SH angezeigt und Reisendenlenker eingesetzt. Die Entlastungsbusse sollen dann wenige Minuten nach dem Zug in Lübeck abfahren.
Kieler Woche: Nächtliche Zusatzzüge und längere Züge im Einsatz
Zur Kieler Woche vom 20. bis 28. Juni stockt der Nahverkehr in Schleswig-Holstein seine Kapazitäten deutlich auf. Wie in den Vorjahren setzen die Eisenbahnverkehrsunternehmen auf vielen Strecken längere Züge ein, um die hohe Nachfrage zu bewältigen. Besonders an den beiden Veranstaltungswochenenden wird das Angebot ausgeweitet: Dann fahren die Züge von und nach Kiel rund um die Uhr. Zwischen Kiel und Neumünster verkehren ab dem Nachmittag sogar bis zu drei Züge pro Stunde.
An den Wochenenden (Nächte Freitag/Samstag und Samstag/Sonntag) fahren stündlich Nachtzüge zwischen Kiel und Lübeck, Kiel und Eckernförde, Kiel und Rendsburg sowie Kiel und Neumünster bzw. Hamburg. Zusätzlich verkehren bis etwa 2 Uhr nachts halbstündliche Rückfahrten von Kiel nach Preetz, Eckernförde und Rendsburg. Nach Schleswig besteht bis 23:25 Uhr ebenfalls ein Halbstundentakt. Besonders dicht ist das Angebot Richtung Neumünster: Zwischen 21 und 1 Uhr fahren dort sogar drei Züge pro Stunde, anschließend bis etwa 2 Uhr im Halbstundentakt. Zwischen Schleswig und Kiel werden außerdem zusätzliche Fahrten durch eine Verlängerung der Linie RB 75 von Rendsburg nach Schleswig angeboten.
Eine Besonderheit gibt es auf der Strecke Eckernförde – Schleibrücke Süd: Dort kommen während der Kieler Woche Dieseltriebwagen zum Einsatz, die normalerweise auf der Strecke Niebüll – Dagebüll verkehren. Dadurch stehen zusätzliche Akkuzüge für stärker nachgefragte Verbindungen zur Verfügung. Fahrgäste aus Richtung Kappeln müssen deshalb in Eckernförde auf die Züge nach Kiel umsteigen. Die eingesetzten Dieseltriebwagen sind nicht barrierefrei. Aufgrund der Bauarbeiten zur Reaktivierung der Strecke Schönkirchen – Schönberger Strand entfallen dort in diesem Jahr die sonst üblichen historischen Sonderzüge zur Kieler Woche. Auch die Busunternehmen in Kiel und den umliegenden Kreisen erweitern ihre Fahrpläne und Kapazitäten.
Bahnstrecke Hamburg – Berlin nach Generalsanierung wieder in Betrieb
Nach Abschluss der Korridorsanierung ist die 278 Kilometer lange Strecke zwischen Hamburg und Berlin seit heute wieder vollständig für den Zugverkehr freigegeben. Fern-, Regional- und Güterzüge rollen damit erneut direkt über die modernisierte Trasse.
In den kommenden Tagen laufen entlang einzelner Streckenabschnitte noch Abnahme- und Belastungsfahrten. Bis diese vollständig abgeschlossen sind, wird es abschnittsweise zu Geschwindigkeitseinschränkungen kommen, die sich auch auf den Regionalverkehr auswirken können. Zudem sind weitere einzelne Abnahmen im laufenden Betrieb vorgesehen, sodass kurzfristige Anpassungen im Fahrplan möglich bleiben.
Als besonderes Dankeschön an die Fahrgäste gibt es an diesem Wochenende eine Ticketaktion: Vom 12. bis 14. Juni sind 100.000 Fernverkehrstickets zwischen Hamburg und Berlin für die Zeit bis zum 12. Dezember 2026 zum Preis von 14,99 Euro erhältlich.
Im Fernverkehr kommen auf der Strecke nun neue Fahrzeugtypen zum Einsatz. Neben klassischen ICE-Zügen verkehren künftig auch der neue ICE L mit stufenlosem Einstieg sowie Railjet-Züge der tschechischen Bahn. Sie ersetzen ältere Reisezugwagen und verbessern Komfort und Barrierefreiheit auf der Relation zwischen Hamburg und Berlin.
Im internationalen Verkehr werden die bestehenden Direktverbindungen über Berlin und Hamburg nach Prag, Wien, Bratislava und Budapest sowie nach Kopenhagen (neu ab Prag) wieder vollständig in das Fahrplanangebot integriert. Damit sind auch die bisherigen durchgehenden Verbindungen auf diesen Relationen wieder ohne Umstieg verfügbar. Zusätzlich halten mehr als 20 Fernzüge täglich in Büchen, Ludwigslust und Wittenberge.
Qualitätsoffensive geht in die nächste Phase: Ab heute keine Zugfahrten mehr zwischen Uelzen und Lüneburg
Im Rahmen der Qualitätsoffensive auf der Bahnstrecke Hamburg–Hannover beginnt heute die nächste Bauphase. Bis einschließlich 10. Juli wird der Streckenabschnitt zwischen Uelzen und Lüneburg vollständig gesperrt. Auf diesem Abschnitt können damit vorübergehend keine Züge mehr fahren.
Betroffen sind die metronom-Linien RE 3 und RB 31. Der bereits bestehende Ersatzverkehr mit Bussen wird entsprechend ausgeweitet und übernimmt die Verbindungen zwischen Uelzen und Lüneburg. Zwischen Lüneburg und Hamburg verkehren die metronom-Züge weiterhin regulär, sodass dort weiterhin ein durchgehender Schienenverkehr besteht.
Der Abschnitt zwischen Uelzen und Lüneburg war in den vergangenen Bauphasen aufgrund der nicht termingerecht abgeschlossenen Generalsanierung der Strecke Hamburg – Berlin für die nötigen Umleiterverkehre offengehalten worden.
Aktuelle Fahrpläne und Verbindungen sind über die bekannten Auskunftssysteme sowie unter www.der-metronom.de/qualitaetsoffensive-2026 abrufbar.
DB Regio übernimmt RE 2 – Hansenetz ab sofort zweigeteilt
Heute hat die DB Regio die Regionalexpress-Linie RE 2 (Uelzen – Hannover – Göttingen) vom metronom übernommen. Die übrigen Linien des sogenannten Hansenetzes werden weiterhin vom metronom betrieben. Am Fahrplan und an den Linienverläufen ändert sich nichts, ebenso nicht an den eingesetzten Fahrzeugen.
Das Hansenetz wird damit künftig von zwei Unternehmen gefahren. Metronom bedient weiterhin den Nordteil des Netzes mit den Linien RE 3 Hannover – Uelzen – Lüneburg – Hamburg, RE 4 Hamburg – Bremen, RB 31 Hamburg – Lüneburg sowie RB 41 Hamburg – Buchholz – Rotenburg (W.) – Bremen. DB Regio übernimmt im Südteil ausschließlich die Linie RE 2 Uelzen – Hannover – Göttingen. Die Aufteilung folgt dem Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung durch die LNVG.
Auch die Fahrzeugflotte bleibt im bisherigen System eingebunden: Die von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) gestellten Doppelstockzüge werden weiterhin im gesamten Netz eingesetzt und zwischen den Betreibern aufgeteilt. Für den Betrieb gilt folgende Fahrzeugverteilung: Metronom erhält 23 Zugverbände, von denen 20 im täglichen Betrieb eingesetzt werden, ein Zugverband als kurzfristige Reserve dient und zwei Fahrzeuge in der längeren Instandhaltung sind. DB Regio stehen sieben Zugverbände zur Verfügung, davon fünf im Regelbetrieb, einer als Reserve sowie ein Zug in geplanter Instandhaltung. Die blau-gelb-weiße Lackierung der Fahrzeuge bleibt unverändert, ebenso die Instandhaltung in der Werkstatt Uelzen durch Alstom.
Die Auftraggeber LNVG sowie die beteiligten Länder und Regionen erwarten durch die neue Struktur eine stabilere Betriebsqualität im Hansenetz. Insgesamt umfasst das Netz rund 8,7 Millionen Zugkilometer pro Jahr und wird täglich von über 80.000 Fahrgästen genutzt.
Neue Eisenbahnbrücken Norderelbe: Vorplanung ist abgeschlossen
Die Vorplanung für die neuen (Fernbahn-)Eisenbahnbrücken über die Norderelbe ist abgeschlossen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein im Projekt zur Erneuerung der bestehenden Elbquerung erreicht. Künftig sollen die heutigen zwei Überbauten durch neue Brücken ersetzt und um eine dritte, zusätzliche Brücke ergänzt werden. Insgesamt wächst die Kapazität damit von heute vier auf sechs Gleise. Der Bau soll nach aktuellem Stand in den 2030er-Jahren beginnen.
Bereits heute nutzen rund 660 Züge des Nah-, Fern- und Güterverkehrs täglich die Norderelbbrücken. Mit dem Ausbau soll der Schienenverkehr im Hamburger Knoten sowie auf dem europäischen Korridor Skandinavien–Mittelmeer (ScanMed) leistungsfähiger und stabiler werden. Mit dem Abschluss der Vorplanung startet nun die nächste Phase der Entwurfs- und Genehmigungsplanung, in der Bauverfahren, Gestaltung und Baustellenlogistik weiter konkretisiert werden.
Die Deutsche Bahn lädt anlässlich des Abschlusses der Vorplanung zu einer Informationsveranstaltung ein. Diese findet am Mittwoch, 24. Juni, von 18:00 bis 20:30 Uhr im Besenbinderhof 57a in Hamburg statt. Die Projektleitung informiert dort über den aktuellen Planungsstand und beantwortet Fragen der Öffentlichkeit. Die Teilnahme ist auf 120 Plätze begrenzt, eine Anmeldung ist nur noch bis morgen, 15. Juni über https://www.elbinselbruecken-hamburg.de/infoveranstaltung.html oder per Mail an elbbruecken-hamburg@deutschebahn.com möglich.
Bahnhof Pinneberg: Modernisierung wird bis Jahresende abgeschlossen
Die Modernisierung des Bahnhofs Pinneberg schreitet weiter voran, wird sich jedoch gegenüber der ursprünglichen Planung um rund ein Jahr verzögern. Die Fertigstellung ist nun für Ende 2027 vorgesehen. Grund dafür sind unter anderem zusätzliche Anforderungen beim Denkmalschutz, Anpassungen bei der Entwässerungsplanung sowie witterungsbedingte Bauunterbrechungen und betriebliche Einschränkungen im laufenden Bahnbetrieb.
Im Rahmen der Planungsanpassungen wurde unter anderem die Entwässerung des Bahnhofsvorplatzes erweitert, die künftig an die städtische Infrastruktur angeschlossen werden soll. Zusätzlich führten Auflagen des Denkmalschutzes zu Änderungen, insbesondere bei der statischen Sicherung des historischen Wasserturms sowie bei der denkmalgerechten Ausführung der Fenster im Empfangsgebäude. Witterungsbedingte Bauunterbrechungen im Winter sowie die zeitweise Öffnung der Baustellenfläche für einen direkten Bahnsteigzugang während der Sperrungen des Bahnhofs Hamburg-Altona und der Verbindungsbahn wirkten sich ebenfalls auf den Bauablauf aus.
Am Empfangsgebäude und am neuen Pavillon sind die Arbeiten inzwischen wieder deutlich sichtbar. Im denkmalgeschützten Bestand werden aktuell neue Fensterelemente eingebaut, anschließend folgt der Innenausbau. Der Rohbau des Pavillons ist abgeschlossen, derzeit laufen Fassaden- und Ausbauarbeiten. Die Übergabe der Flächen an die künftigen Mieter ist für Sommer 2027 vorgesehen.
Mit Abschluss der Modernisierung soll der Bahnhof Pinneberg als modernisierter Verkehrsknotenpunkt zur Verfügung stehen. Im Empfangsgebäude entstehen moderne Wartebereiche, Kunden-WCs sowie neue Service- und Gewerbeflächen, im Obergeschoss Betriebs- und Technikräume. Der neue Pavillon wird gastronomische Angebote, einen NAH.SH-Shop sowie weitere Mietflächen aufnehmen und das Angebot am Bahnhof ergänzen.
Radverkehr
30.000 Radstellplätze: Hamburg baut Verknüpfung von Fahrrad und Bahn weiter aus
Hamburg hat einen weiteren Meilenstein beim Ausbau der Fahrradinfrastruktur erreicht: Inzwischen stehen an U- und S-Bahn-Haltestellen, Fernbahnhöfen sowie Fähranlegern mehr als 30.000 Radstellplätze zur Verfügung. Damit hat sich das Angebot innerhalb von rund 15 Jahren nahezu verdoppelt. Ziel des seit 2015 verfolgten Bike+Ride-Entwicklungskonzepts ist es, die Kombination von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr attraktiver zu machen und einheitliche Qualitätsstandards an den Anlagen zu schaffen. Bis 2030 soll die Zahl der Stellplätze auf rund 34.000 steigen.
Zu den jüngsten Ausbaumaßnahmen zählen neue Radstationen in Bahrenfeld (368 Stellplätze), Billstedt (74 Stellplätze) und Billwerder-Moorfleet (170 Stellplätze). Kurz vor der Fertigstellung steht zudem die neue Anlage am S-Bahnhof Wilhelmsburg mit 266 zusätzlichen Stellplätzen. Darüber hinaus laufen aktuell Erweiterungen an den Haltestellen Friedrichsberg, Straßburger Straße und Niendorf Nord. Mit der Inbetriebnahme der neuen U4-Haltestellen Horner Geest und Stoltenstraße sollen weitere 648 Stellplätze entstehen. Besonders umfangreich fällt der Ausbau am Bahnhof Altona aus, wo das Angebot um 326 Stellplätze erweitert wird.

Die heute als „Radstationen“ bezeichneten Anlagen – früher unter dem Namen Bike+Ride beziehungsweise B+R bekannt – bieten grundsätzlich kostenfreie Stellplätze in unmittelbarer Nähe der Bahnsteigzugänge. An vielen Standorten stehen zudem überdachte oder gesicherte Abstellmöglichkeiten zur Verfügung. Diese können teilweise bereits digital gebucht werden und bieten zusätzlichen Schutz vor Diebstahl und Witterung, teilweise auch inklusive Schließfächern mit Lademöglichkeiten für E-Bikes. Die P+R-Betriebsgesellschaft, die für die Anlagen an Schnellbahnhaltestellen und Fähranlegern verantwortlich ist, arbeitet derzeit daran, weitere Standorte an ein einheitliches digitales Buchungssystem anzubinden.
Bike & Ride-Ausbau schreitet auch in Schleswig-Holstein voran
Auch Schleswig-Holstein treibt den Ausbau von Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen konsequent voran. In Quickborn Süd wurde nun die 65. Bike+Ride-Anlage im NAH.SH-Design eröffnet. Die neue Anlage bietet insgesamt 142 Stellplätze und ist Teil des seit 2015 laufenden Landesprogramms zur besseren Verknüpfung von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr.
Die Anlage umfasst sowohl frei zugängliche, wettergeschützte Stellplätze als auch eine abschließbare Sammelschließanlage mit 66 gesicherten Plätzen. Diese können digital per PIN- und QR-Code genutzt werden und sind kostenpflichtig buchbar. Ergänzt wird das Angebot durch Stellplätze für Sonderräder wie Lastenräder. Insgesamt wurden im Rahmen des Förderprogramms bereits über 3.700 wettergeschützte Stellplätze an 43 Standorten im Land geschaffen.
Das Land Schleswig-Holstein betont die Bedeutung des Programms für die Verkehrswende. Das Fahrrad sei ein wichtiges Zubringerverkehrsmittel zum ÖPNV und entsprechende Infrastruktur entscheidend für dessen Attraktivität. Seit dem Start des Programms 2015 seien rund 8 Millionen Euro Fördermittel in die kommunale Infrastruktur geflossen.
Titelbild: Kampagnenmotiv zum RE 2-Betreiberwechsel, DB Regio/metronom/LNVG
